Eishockey: Er hatte die „Ehre“ die Nummer eins zu sein. Alexander Weiß wurde bereits kurz nach dem Ende der DEL-Hauptrunde als erster Neuzugang der Schwenninger Wild Wings präsentiert. Und er kommt voller Überzeugung „nach Hause“.

Es dürfte gerne schon Juli sein, denn das würde für Alexander Weiß heißen, dass er endlich umziehen darf. Nicht, dass es dem Eishockeyprofi an seinem derzeitigen Wohnort Wolfsburg oder seinem Zweitwohnsitz Köln nicht gefallen würde. Aber Anfang Juli geht es zurück in die Heimat. „Es macht mich total glücklich, wieder nach Hause zu kommen und für Schwenningen zu spielen. Das ist eine Herzensangelegenheit“, sagt der Neuzugang der Wild Wings hörbar enthusiastisch.

Der mittlerweile 32-Jährige wurde in Titisee-Neustadt geboren und wuchs in Vöhrenbach auf. Schon früh flitzte er mit seinem kleinen Bruder Daniel, ebenfalls DEL-Profi bei den Nürnberg Ice Tigers, durch das damalige Bauchenbergstadion, spielte im Nachwuchs des SERC. Die Voraussetzungen für eine Karriere waren vor 20 Jahren am Neckarursprung allerdings noch nicht so prima und so ging es über ein Internat in Bayern zu den Eisbären Juniors nach Berlin. Vier Deutsche Meistertitel und mehrere Jahre in Köln und Wolfsburg später zieht es den Stürmer nun zurück in den Schwarzwald.

„Jürgen Rumrich und Paul Thompson haben mich bereits im Januar kontaktiert. Die ersten Gespräche waren so großartig, dass ich zu meiner Freundin gesagt habe, dass ich mit niemandem sonst mehr zu reden brauche“, berichtet Alex Weiß. „Rumrich und Thompson haben mich voll überzeugt mit ihren Ideen für eine komplette Erneuerung und, dass sie für mich dabei eine wichtige Rolle sehen.“ Zudem hat er von seinen zukünftigen Teamkollegen nur Gutes gehört über seine alte Wirkungsstätte. „In der Liga spricht es sich schon rum, wenn beispielsweise ein Dustin Strahlmeier sagt, dass es so viel Spaß macht in Schwenningen, gerade auch mit dem Trainer“, erzählt der 1,80 m-Angreifer.

Nach einem schweren Jahr, geprägt durch gleich zwei langwierige Verletzungen, ist der Wechsel zum Heimatverein auch für Weiß selbst wie ein Neuanfang. Er möchte in Zukunft mehr in die Verantwortung genommen werden und diese auch übernehmen: „Ich will mit meiner Erfahrung gerne auch den jüngeren Spielern helfen. Ich möchte einer der Führungsspieler sein. Das macht für mich einen Teil des Reizes aus, nun bei einem kleineren Verein unter Vertrag zu sein.“

Der andere Teil ist natürlich der neue und zugleich alte Wohnort. Bis Ende April bleibt der 738-fache DEL-Spieler noch in Wolfsburg, hat dort bereits mit dem Sommertraining begonnen. „Ich habe schließlich vergangene Saison nur wenig gespielt“, erklärt er lachend und fügt an: "Ich will im August topfit am Start sein.“ Dazwischen geht es aber im Mai und Juni noch nach Köln, dem Wohnort seiner Freundin. Auch hier wird der Linksschütze vor allem hart arbeiten. Dann geht es endlich zurück in die Heimat. „Ich bin sehr heimatverbunden, habe noch viele Freunde und natürlich meine Mama und meine Schwester im Schwarzwald“, erzählt Alexander Weiß. Der 32-Jährige freut sich schon auf kurze Wege. „Ich kann endlich meiner Mama sagen, dass ich mal eben zum Kaffee oder zum Abendessen vorbei komme.“ Allerdings muss er darauf noch bis Juli warten.