Vor dem Spiel hatte der Fortuna-Trainer die obligate freundliche Ansage gemacht, dass die Partie für seine Truppe „kein Selbstläufer“ werde. Dass sich das Weiterkommen im Schwarzwald dann aber so schwierig gestaltete, hätte der altgediente Fußballlehrer tatsächlich nicht gedacht. Woran lag‘s? An bissigen Villingern? An unpässlichen Düsseldorfern? „An beidem“, sagte Funkel auf der Pressekonferenz nach dem Spiel, „zum einen muss ich den Villingern ein Riesenkompliment machen, sie haben es sehr, sehr gut gemacht.“

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Funkel referierte noch kurz über all das, was ihm beim unterklassigen Gegner gefallen hat, ehe er dann auf die Seinen zu sprechen kam. „Mein Mannschaft hat es nicht gut gemacht“, sagte er, und das war‘s auch schon, „weil ich mich sonst womöglich in Rage rede“. Klarer Fall, Funkel war über den Auftritt seiner Kicker mindestens angefressen, wenn nicht gar erbost. Sein Schlusswort: „Wir sind auf jeden Fall glücklich weitergekommen.“

Villingens Trainer Jago Maric | Bild: Roger Müller

Jago Maric: "Trotz guter Leitung ein bisschen enttäuscht"

Dafür können sich die tapferen Villinger freilich nichts kaufen. Auch nicht vom Beifall der begeisterten Fans. „Die Spieler werden jetzt sicher viele Schulterklopfer bekommen“, sagte 08-Trainer Jago Maric, „das haben sie sich natürlich auch verdient, aber wir müssen auch schnell wieder schauen, dass wir uns auf den Alltag konzentrieren.“ Der heißt eben nicht DFB-Pokal, sondern Oberliga Baden-Württemberg, und in der gerade mit einer 1:3-Niederlage in Göppingen begonnenen Runde wollen sie doch eine gute Rolle spielen. Also: „Wir müssen das Positive aus diesem Spiel mitnehmen und dann in der Liga daran anknüpfen.“

Die Trainer auf der Pressekonferenz nach dem Spiel.
Die Trainer auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. | Bild: Feißt

Es war Maric‘ fünftes DFB-Pokalspiel mit den Nullachtern, zwei als Spieler, drei als Trainer. Inklusive der Partie gegen Düsseldorf ging‘s dreimal in die Verlängerung, zum Happy End reichte es aber nie. „Deshalb bin ich trotz der guten Leistung auch ein wenig enttäuscht.“

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Zwischen Stolz und Traurigkeit

In der 101. Minute stürmte Tobias Weißhaar auf rechts alleine Richtung Düsseldorfer Tor, doch der bis dahin stark aufspielende Mittelfeldakteur konnte sich nicht zu einem Alles-oder-Nichts-Schuss aufraffen, versuchte es mit einem Querpass auf Damian Kaminski und scheiterte damit. „Wenn wir das sauber zu Ende spielen, können wir 2:1 in Führung gehen“, erklärte Maric – stattdessen gelang den Düsseldorfern nur eine Minute später der Führungstreffer und kurz darauf flog auch noch Weißhaar nach einem Ellbogencheck gegen Gießelmann vom Platz. So blieb am Ende ein Gefühl beim 08-Coach, das pendelte zwischen „Stolz und Traurigkeit“. Er sollte sich für Ersteres entscheiden und das eine Wort des Kollegen Funkel noch mal genießen: „Riesenkompliment“, hatte der gesagt!

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