Fußball-Oberliga: Der FC 08 Villingen ist im Fußballjahr 2019 angekommen. Nach dem 2:2 bei Tabellenführer Freiberg herrschte nach dem verdienten 3:0-Erfolg über den FV Ravensburg eitel Sonnenschein im Nullacht-Lager. Allerdings wurde die Stimmung von der schweren Verletzung von Nico Tadic getrübt.

Kreuzbandverletzung: So galt am Montag auch die Hauptsorge dem Befinden des Defensiv-Spielers, der in der ersten Saison nach seinem Wechsel vom Verbandsligisten FC Bad Dürrheim bislang konstant starke Leistungen gezeigt hatte. Das kann Tadic vermutlich bis auf Weiteres nicht. Zwar steht die endgültige Diagnose per MRT noch aus, doch kristallisiert sich schon jetzt heraus, dass Tadic mit einer Kreuzbandverletzung längere Zeit ausfallen dürfte. „Wir hoffen, dass es kein Kreuzbandriss ist, fürchten aber leider, dass wir eine ganze Weile auf Nico verzichten müssen“, sagte der Sportliche Leiter des FC 08, Arash Yahyaijan. Tadic war am Samstag nach einer Viertelstunde ohne Gegnereinwirkung umgeknickt und musste vom Platz getragen werden. In den nächsten Tagen soll sich auch entscheiden, ob der 24-Jährige operiert werden muss.

Sehr zufrieden: Ansonsten zeigten sich sowohl Trainer Jago Maric als auch Yahyaijan sehr zufrieden mit der Leistung der Nullachter im ersten Heimspiel. „Wir hätten noch mehr Tore erzielen können“, sagte Arash Yahyaijan, der die harte Gangart des Gastes bemängelte: „Wenn der Schiedsrichter konsequenter gepfiffen hätte, wäre es nicht bei einer gelb-roten Karte geblieben und Ravensburg hätte sich noch mehr gelbe Karten eingefangen“, so der Sportliche Leiter. Als Hauptleidtragenden der rustikalen Gangart sah Yahyaijan in seinen Reihen Neuzugang Umut Sönmez, der trotz etlicher Fouls an ihm abermals eine ausgezeichnete Leistung geboten habe. FVR-Trainer Steffen Wohlfahrt hatte sich nach der Partie beklagt, seine Mannschaft werde zu Unrecht als „Kloppertruppe“ hingestellt. Zudem sei Villingen nicht überragend, sein Team hingegen „richtig schlecht“ gewesen.

Die Sechser-Position: Im Lager des FC 08 sah man dies anders, wollte sich jedoch schon auf die nächsten Spiele konzentrieren. Eine der Fragen ist die, wie man die vielen Verletzten kompensieren kann. Mit Tadic, Stjepan Geng und Daniel Wehrle fehlen gleich drei Akteure, die im defensiven Mittelfeld auf der „Sechser-Position“ agieren können. Dieser Part kam nun Neuzugang Sanoussy Baldé zu, der nach seiner Einwechslung immerhin einen Assist-Punkt verzeichnete. „Sanoussy braucht noch etwas Zeit, aber das wird schon“, sagte Yahyaijan. Er freute sich besonders, dass in der Defensive mit Dragan Ovuka, Mauro Chiurazzi und Tevfik Ceylan gleich drei komplette Eigengewächse des Vereins fast alle gegnerischen Angriffsbemühungen unterbanden. Dennoch: Weitere Verletzte würden die personellen Alternativen der Nullachter deutlich einschränken, zumal mit Saheed Mustapha ein weiterer Neuzugang noch nicht seine 100-prozentige Form erreicht hat. Da richtet sich der Blick automatisch in Richtung der weiteren Abwesenden: Defensiv-Routinier Patrick Haag ist derzeit im Prüfungsstress. Mittelfeldabräumer Daniel Wehrle wird voraussichtlich Ende März seinen Gips an der Hand wieder loswerden und könnte im April wieder zur Verfügung stehen. Mit Glück und dem weiteren Fleiß bei der Rekonvaleszenz wäre dies auch bei Stjepan Geng denkbar, dessen lange Pause ihn wohl aber nicht sofort in die bestechende Form versetzen wird, die er vor seiner Verletzung hatte.

Respekt: Mit Germania Friedrichstal und dem SV Spielberg stehen für den FC 08 nun zwei Auswärtsspiele an, die auf dem Papier lösbar scheinen. Wie sehr das trügen kann, zeigte sich jedoch am Samstag, als der Tabellenzweite Freiberg den Rückweg aus Spielberg mit einem mageren 0:0 antreten musste. „Wir werden definitiv keinen der beiden kommenden Gegner unterschätzen“, betont Arash Yahyaijan. Er warnt vor den schwierigen Platzverhältnissen am kommenden Samstag in Friedrichstal und fragt: „Was haben die gegen uns denn zu verlieren? Überhaupt nichts.“ Andererseits: Sollten die Nullachter beide Auswärtshürden nehmen, hätten sie ideale Werbung in eigener Sache für das folgende Heimspiel gegen den SSV Reutlingen betrieben. Im Rahmen dieser Oberliga-Begegnung soll auch der VIP-Raum im Friedengrund eingeweiht werden.

Enge Kiste: Rein tabellarisch ist der FC 08 Villingen nicht vorangekommen und steht weiter auf Rang sieben. Dass dies herzlich wenig aussagt, verdeutlicht ein kurzer Blick auf die Punktestände. Tabellenführer Stuttgarter Kickers und den achtplatzierten Bahlinger SC trennen gerade mal vier Punkte. Beide Mannschaften treffen übrigens am kommenden Samstag aufeinander. Drei Zähler hat das Team von Jago Maric Rückstand auf den Spitzenreiter. Das zeigt: Von Spieltag zu Spieltag kann die Tabelle bunt durcheinander gewürfelt werden. Behaupten sich die Nullachter in den beiden nächsten Spielen, dürften sie auf jeden Fall den angestrebten Anschluss an die Top-Teams erreicht haben.