Fußball, DFB-Pokal: FC 08 Villingen – Fortuna Düsseldorf (Samstag 15:30 Uhr). Beim Anblick des Rasens fängt das Herz eines jeden Fußballers vor Freude an zu hüpfen. Kein Zweifel, der Platz ist reif für ein Länderspiel. 1,8 Zentimeter kurz geschnitten, dicht wie ein fein gewobener Teppich und in wunderbarem Grün gehalten: So präsentiert sich aktuell das Spielfeld in der MS Technolgie Arena. Egal, wer von beiden Mannschaften verliert – der Rasen kann nach einer Niederlage nicht als Entschuldigung herangezogen werden. Für den FC 08 Villingen käme solch eine Ausrede ohnehin nicht infrage, schließlich tritt der Oberligist gegen den Bundesligisten Fortuna Düsseldorf ohnehin als krasser Außenseiter an. David gegen Goliath. Bislang haben sich 7200 Zuschauer Tickets für das ungleiche Duell gesichert. Am Samstag rechnen die Gastgeber mit rund 9000 Besuchern.

Gerade weil die Konstellation so unterschiedlich ist, hat das Pokalspiel seinen besonderen Reiz. Nur so ist eine echte Sensation möglich. Die Villinger sprechen zwar nicht von einem möglichen Sieg, aber zumindest von einer vagen Möglichkeit. „Wir sagen nicht, dass wir glücklich wären, sollten wir nur 0:5 verlieren. Wir haben eine kleine Chance, und die wollen wir nutzen“, sagt FC 08-Sportvorstand Arash Yahyaijan.

Villingens Trainer Jago Maric weiß, was auf seine Mannschaft zukommt, schließlich ist es das fünfte DFB-Pokalspiel, das er mit den Nullachtern absolviert, drei als aktiver Spieler und nun das zweite als Coach. „Natürlich muss alles passen, aber jedes Spiel fängt bei 0:0 an. Wir rechnen zwar damit, dass Düsseldorf versuchen wird, schnell ein Tor zu schießen und wollen so lang wie möglich hinten die Null halten. Wir werden uns aber nicht hinten reinstellen und mauern. Sollten wir zu unserem schnellen Umschaltspiel kommen, dürfen die Wege nicht zu lang sein“, sagt der 40-Jährige. Auch Maric weiß: „Der Gegner wird Druck machen und versuchen, uns auseinanderzuziehen, um Räume zu schaffen. Meine Jungs werden viel laufen und investieren müssen.“

Rennen können die Nullachter, denn die Mannschaft besteht vorwiegend aus jungen Spielern, die bislang noch nie auf einen Gegner diesen Kalibers getroffen sind. Bleibt die Frage, ob die jugendliche Begeisterung die Jungs beflügelt oder ihre Unerfahrenheit den Gästen in die Karten spielt. Ausgerechnet Villingens Schlüsselspieler ist derzeit noch fraglich: Benedikt Haibt. Den Kapitän zwickt‘s am Oberschenkel. Dennoch hofft der 30-Jährige auf einen Einsatz. „Eigentlich sollte es bis Samstag reichen“, gibt sich der Torjäger zuversichtlich. Haibt kennt sich aus mit solchen Spielen, zwei DFB-Pokalpartien hat er schon in den Beinen. „Düsseldorf wird körperlich sehr präsent sein und mit Tempo kommen. Wenn es allerdings nicht gleich klappt mit einem Tor, werden sie nervös. Wenn unser Umschaltspiel klappt, muss die Fortuna aufpassen. Wir müssen geduldig sein und in den entscheidenden Momenten Nadelstiche setzen.“

Einer der größten Trümpfe im Villinger Ärmel könnte das eigene Stadion sein. Die MS Technologie Arena wurde rechtzeitig für das Spiel fertig und bietet nun 9995 Zuschauern Platz. Haibt: „Das ist ein enges Stadion. Die Euphorie der Fans wird uns pushen. Hier fühlen sich unsere Zuschauer zuhause. Im Friedengrund herrscht sicherlich eine bessere Atmosphäre als bei unserem Pokalspiel gegen Schalke 04 in Freiburg.“

Die Fortuna, die in der vergangenen Bundesliga-Saison als Aufsteiger mit Platz zehn überraschte, wird am Freitagmorgen in Düsseldorf in den Flieger steigen und gegen 14 Uhr in Lahr landen. Dort wartet bereits der Mannschaftsbus, der die Profis ins Donaueschinger Nobelhotel Öschberghof bringt. Ein Training auf der Baar haben die Rheinländer nicht mehr geplant. Am Samstag wird die Mannschaft gegen 14 Uhr im Friedengrund eintreffen. Nach dem Spiel geht es via Flugzeug wieder zurück nach Düsseldorf.

Auch die Villinger werden die Nacht vor dem Spiel nicht daheim verbringen. Sie fahren am Freitagmittag zum Trainingslager nach Kirchen-Hausen, wo sie am frühen Abend noch mal trainieren werden. Maric: „Es ist immer gut, wenn wir einen Tag zusammen sind. So können wir uns einheitlich auf das Spiel vorbereiten.“

Und am Samstag dürfen sich alle Spieler auf den wunderbaren Rasen im Friedengrund freuen.