Fußball-Oberliga: Selten war die Floskel, dass eine Mannschaft „zwei Gesichter“ zeigt, so berechtigt wie am Samstag beim FC 08 Villingen in Oberachern. Während das Team von FC 08-Trainer Jago Maric die erste Halbzeit kontrollierte und es nach der Führung durch Damian Kaminski lediglich verpasste, noch nachzulegen, lief in der zweiten Hälfte nicht mehr viel zusammen. Die bekannt heimstarken Ortenauer, bei denen ausgerechnet der in der Winterpause von Villingen nach Oberachern gewechselte Nicola Leberer den Ausgleich erzielte, dominierten die Partie derart, dass Maric einräumen musste: „Aufgrund des zweiten Durchgangs geht unsere 1:3-Niederlage in Ordnung.“ Schon als Spieler sei ihm beim SVO kein Sieg vergönnt gewesen. Dies setze sich nun offenbar auch in seiner Eigenschaft als Trainer fort.

Fragezeichen: Hinter der Leistung der Nullachter im zweiten Durchgang blieben einige Fragezeichen. „Wir sind nicht mehr richtig in die Zweikämpfe gekommen und haben nur 70 bis 80 Prozent gegeben. So kann man in der Oberliga nicht bestehen“, ärgerte sich der Trainer. Ansatzpunkte zur Aufarbeitung gibt es also genug – darunter die Frage, warum sich das Team nicht gleichermaßen mit voller Wucht gegen die Niederlage stemmte. Während beispielsweise Tevfik Ceylan bis zum Schluss rackerte, agierten andere Akteure doch eher gehemmt. Im Sturm wurde derweil – nicht nur aufgrund seiner Schnelligkeit – Kapitän Benedikt Haibt vermisst. Der hatte sich eine Grippe eingefangen, musste Antibiotika nehmen und deshalb logischerweise passen. Am Samstag gegen Göppingen dürfte Haibt jedoch wieder zur Verfügung stehen.

Boden verloren: Zwar ist der FC 08 im Kampf um die ersten beiden Plätze nach wie vor nicht völlig chancenlos – die Aufgabe wird jedoch immer schwieriger. Tabellenführer Stuttgarter Kickers baute sein Polster auf den FC 08 dank eines souveränen 5:0-Sieges gegen Ilshofen auf zehn Punkte aus. Dem Topfavoriten auf die Meisterschaft auf den Fersen bleibt der Bahlinger SC, der das Spitzenspiel gegen den bisherigen Dritten aus Freiberg vor knapp 1200 Zuschauern mit 3:0 gewann und zwei Punkte hinter den Kickers rangiert. Bei der vorgezogenen Partie gegen den SSV Reutlingen am Mittwochabend könnten die Kaiserstühler sogar die zwischenzeitliche Tabellenführung übernehmen – bei dann allerdings zwei mehr ausgetragenen Partien als die Stuttgarter. Auch der FSV Bissingen gab sich derweil beim 2:0 gegen Reutlingen keine Blöße und belegt nun Rang drei.

Pokalfieber: Angesichts der Tabellensituation richtet sich das Hauptaugenmerk bei den Nullachtern nun eher auf den Pokal: „Wir dürfen jetzt die Spannung nicht verlieren“, mahnt Maric. In der Tat: In acht Tagen steht das Halbfinale im Friedengrund gegen den SV Linx an, der nach seinem letztjährigen Pokalsieg wenig zu verlieren hat und sich in der Außenseiterrolle sieht. Der FC 08 hingegen wird sich nur Chancen auf den Finaleinzug ausrechnen können, wenn er in dieser Partie am Mittwoch, 17. April (17.30 Uhr) das Gesicht der ersten Halbzeit aus Oberachern zeigt. In einem möglichen Pokalfinale am 25. Mai ginge es gegen den Sieger der Begegnung DJK Donaueschingen gegen 1. FC Rielasingen-Arlen, die am 18. April um 17.30 Uhr angepfiffen wird.

Rekonvaleszent: Bis dahin wären auch zwei der Langzeitverletzten wieder an Bord. Stjepan Geng trainiert nach seinem Kreuzbandriss inzwischen wieder voll mit der Mannschaft mit – gut möglich, dass er am kommenden Wochenende in der U 23 gegen Überlingen zum Einsatz kommt. Ob er im Pokal-Halbfinale zumindest für einen Kurzeinsatz in Frage käme, wird sich weisen müssen. Noch etwas länger brauchen wird hingegen der defensive Mittelfeldmann Daniel Wehrle nach seiner langwierigen Handverletzung. Er wird vermutlich noch etwa zwei Wochen pausieren müssen. Dann soll ein erneutes MRT entscheiden, wann Wehrle wieder für Stabilität auf der Sechser-Position sorgen kann.