Snowboard: Das ging schnell, sehr schnell sogar. Die Saison 2018/19 der Snowboardcrosser ist nur wenige Tage alt und Jana Fischer hat bereits ihre ersten Ziele erreicht. Mit zweimal Platz sieben löste die junge Bräunlingerin bei den Europacup-Rennen im Pitztal das Ticket für die Weltmeisterschaft Ende Januar in Park City (USA). Zugleich darf sich die 19-Jährige bereits jetzt auf den anschließenden Heim-Weltcup am Feldberg (8. bis 10. Februar) freuen. „Es lief richtig gut. Ich bin natürlich froh, dass es so früh geklappt hat“, sagt die Vorzeigesportlerin des SC Löffingen.

Rund zehn Monate ist es her, da machte sich Jana Fischer erstmals einen Namen in der breiten Öffentlichkeit. Im südkoreanischen Pyeongchang startete sie für Deutschland bei den Olympischen Spielen und belegte dort Platz 16. Seitdem wird sie hin und wieder „von Leuten angesprochen, die ich gar nicht kenne“. Die Snowboardcrosserin meinte zu dieser ungewohnten Erfahrung: „Das ist sehr schön, sofern es nicht jeden Tag ist.“

Seit Olympia hat sich Jana Fischer natürlich auch sportlich weiterentwickelt, betont aber, „dass ich noch Luft nach oben haben“. Die 19-Jährige weiß, dass sie im Kampf Frau-gegen-Frau vor allem in punkto Routine und Cleverness noch einiges aufholen muss. In diesem Winter will sie deshalb die nächsten Schritte machen, um noch näher an die Besten der Besten heranzukommen.

Nach der erreichten Qualifikation für die WM im fernen Nordamerika und den Weltcup im heimischen Schwarzwald kann Jana Fischer zwar gelassener in die nächsten Rennen gehen, die Ansprüche bleiben aber die gleichen. „In den Weltcups will ich immer unter die Top 16“. Auf den Vergleich mit der absoluten Weltspitze muss sich die Bräunlingerin allerdings noch etwas gedulden. Der für den 14. Dezember geplante Weltcup-Auftakt im Montafon (Österreich) musste aufgrund des Schneemangels abgesagt. Somit ist der Weltcup-Start erst am 20. Dezember im italienischen Cervinia.

Die anschließende Weihnachtspause will Jana Fischer in ihrer Heimat im Schwarzwald genießen. „Ich komme gerne nach Hause. Ich will auch persönlich mit meinen Freundinnen Kontakt halten, nicht nur über die sozialen Medien“. Die Bräunlingerin lebt seit rund vier Jahren in Oberstdorf, wo sie im Frühjahr auch das Abitur machte. Seitdem konzentriert sie sich voll und ganz auf ihre Sportart. Die geplante Aufnahme in die Bundeswehr-Sportfördergruppe musste im Sommer verschoben werden. „Ich muss zuvor noch einmal am Handgelenk operiert werden, da sich eine Schraube gelockert hat“. Damit die Probleme am Handgelenk nicht noch größer werden, fährt sie in diesem Winter zum Schutz mit einer Carbon-Schiene.

Die nächsten Monate stehen OP und Bundeswehr bei Jana Fischer jedoch hinten an. Zu Beginn des neuen Jahres geht der Blick der Snowboardcrosserin bereits in Richtung Weltmeisterschaft. „Wir fliegen schon Mitte Januar in die USA, um uns auf die WM vorzubereiten“. Für Fischer sind die Titelkämpfe in Park City (Bundesstaat Utah) nach Olympia das zweitgrößte Highlight ihrer jungen Karriere.

Ende März steht im slowenischen Rogla ein weiterer Höhepunkt an: Die Junioren-WM. Jana Fischer gewann 2017 Silber bei der Nachwuchs-WM und hat sich für Rogla fest vorgenommen, „wieder aufs Podest fahren“. Mit einer Medaille soll die Saison 2018/19 erfolgreich zu Ende gehen. Zumindest der Start war schon sehr vielversprechend.