Fußball-Landesliga: Es bleibt dabei: Platz eins in der Landesliga ist aktuell mehr Fluch statt Segen. Es bringt kein Glück, ganz oben zu stehen. Nach einigen anderen Vereinen musste nun auch der FC Bad Dürrheim diese Erfahrung machen, bleibt aber trotz der Niederlage an der Spitze. Die ersten fünf Mannschaften trennen nur drei Punkte. Seit Jahren war die Liga nicht mehr so ausgeglichen.

Bis zum Samstag war der FC Bad Dürrheim die einzige Elf in der Liga mit lediglich zwei Niederlagen. Beim 1:2 zu Hause gegen die Spvgg. F.A.L. gingen die Kurstädter zum dritten Mal leer aus. Zwei Aspekte ärgern Trainer Enrique Blanco besonders. Die Chancenverwertung und die Leistung des Schiedsrichters. „Ich will nichts geschenkt haben, lasse mir aber auch ungern etwas wegnehmen“, sagt Blanco mit Blick auf die Leistung des 23. Manns. Der Unparteiische habe Bad Dürrheim ein korrektes Tor nicht gegeben und einen Elfmeter verwehrt. „Beim Tor zeigt er schon zur Mitte und lässt sich von seinem Assistenten umstimmen. Der Elfmeter war so klar, dass selbst die Gäste schon damit gerechnet hatten“, betont Blanco. Andererseits hätten seine Spieler bei einer besseren Auswertung der Möglichkeiten alles klar machen können. „Wir arbeiten gut mit und gegen den Ball. Wir haben jetzt in 17 Spielen 14 Mal Aluminium getroffen. Das ist auch nicht nur Pech“, ergänzt Blanco. Dass den beiden Gegentreffern individuelle Fehler in den eigenen Reihen vorausgingen, ärgert Blanco weniger. „Das sind junge Spieler, denen ich auch einmal so etwas zugestehen muss.“

Der Tabellenzweite DJK Donaueschingen kam den Bad Dürrheimern durch das 2:2 gegen den FC 08 Villingen II näher. DJK-Trainer Tim Heine war dabei von der defensiven Ausrichtung der Gäste überrascht. „Die Villinger standen so tief, wie ich sie noch nie gesehen habe.“ Heine wertet das auch als Anerkennung für seine Elf. „Es zeigt, welchen Stellenwert und Respekt wir uns in der Liga erarbeitet haben.“ Der DJK-Trainer sah in den ersten 45 Minuten die deutlich besseren Möglichkeiten bei seiner Elf. Ihm gefiel zudem, dass die Mannschaft den 0:1-Rückstand wegsteckte und zurückkam. Kurz vor Ende der Partie glich Villingen den 1:2-Rückstand aus. „Ein Sieg wäre natürlich ein Meilenschritt für uns gewesen. Über 90 Minuten gesehen geht die Punkteteilung in Ordnung“, sagt Heine. Am Mittwoch haben die Donaueschinger in Geisingen mit einem Sieg die Chance an die Tabellenspitze zu klettern.

Marcel Yahyaijan, Trainer des FC 08 Villingen II, hatte sich die Umstellung der Ausrichtung seines Teams einige Tage vorher überlegt. „Wir wussten um die Offensivkraft der DJK. Daher haben wir umgestellt. Die neue Taktik ist zu 100 Prozent aufgegangen“, freut sich der 08-Coach. Auch er sah ein gutes Spiel zwischen beiden Mannschaften, soweit dies die tiefen Platzverhältnisse ermöglichten. Seine Elf habe nach dem 1:2 viel Moral gezeigt und weiterhin an die eigenen Möglichkeiten geglaubt. „Es war ein 2:2 der besseren Sorte, auch wenn der Punkt vielleicht etwas glücklich für uns war, jedoch nicht unverdient“, resümiert Yahyaijan, um anzufügen: „Gewundert habe ich mich nur, dass der Schiedsrichter zwischen der 60. und 80. Minute alles für Donaueschingen gepfiffen hat.“

Nach zuletzt vier sieglosen Spielen stoppte der FC Schonach mit dem 2:1-Erfolg gegen Aufsteiger Geisingen den Negativtrend. Spielerisch war es indes kein Leckerbissen. „Vielleicht verlange ich auch zu viel von den Jungs. Aber ich sehe unser Potenzial und weiß, dass wir mehr können“, bilanziert Trainer Alex Fischinger. Gegen Geisingen schöpfte seine Elf dieses Potenzial nicht aus. Vor allem in punkto Chancenverwertung. Möglicherweise spielte auch die frühe Verletzung von Markus Dold nach sechs Minuten eine Rolle. „Da war doch etwas Unruhe in unserem Spiel“, ergänzt Fischinger und stellt fest: „Unsere Ersatzbank hat uns die drei Punkte gerettet.“ Er lobte natürlich den Einsatz von Dominik Schuler zwischen den Pfosten, der trotz der langen Trainings- und Wettkampfpause zeigte, dass sich Schonach auf ihn verlassen kann. Für den Schlussspurt des Jahres hat Fischinger nun noch ein Ziel: „Ich will die 30 Punkte. Es fehlt noch ein Zähler, den wir uns holen sollten.“

Der SV Geisingen tritt weiterhin auf der Stelle und droht den Kontakt zu den Nichtabstiegsplätzen zu verlieren. Aktuell sind es bereits acht Zähler. „Wir spielten auch in Schonach gut, gehen aber erneut ohne Punkte vom Platz. Das ist die Krux. Da nützen uns auch die zahlreichen Komplimente der Gegner nichts. Wir schaffen es einfach nicht, unsere Chancen in Tore umzumünzen“, wirkt Spielertrainer Marijan Tucakovic mächtig frustriert. Hinzu kommt, dass den Geisingern Tore aberkannt werden. In Schonach gleich zwei. „Ich mag es nicht beurteilen, ob da wirklich Abseitsstellungen vorausgingen. Es zeigt, dass wir auch aktuell nicht das nötige Glück haben“, ergänzt Tucakovic. Der Liga-Neuling hat vor der Winterpause nun noch zwei Heimspiele gegen Donaueschingen (Mittwoch) und Neustadt (Samstag). Spiele, in denen viel repariert werden kann. Doch die lange Misserfolgsserie raubt zunehmend auch das Selbstvertrauen.

Mit sechs Punkten aus den vergangenen zwei Partien hat der FC Neustadt nach langer Zeit die Abstiegsplätze verlassen. Sowohl das 4:1 gegen F.A.L. als auch der 3:0-Sieg gegen Stockach waren in dieser Deutlichkeit nicht zu erwarten. „Das 3:0 geht auch in der Höhe völlig in Ordnung. Beide Spiele haben gezeigt, was wir können, wenn wir personell die Möglichkeiten dazu haben. Leider war es in der Vergangenheit nicht so, weshalb wir in die unbefriedigende Lage gekommen sind“, analysiert Trainer Benjamin Gallmann. Ihm gefiel am Samstag nicht nur die gute Teamleistung, sondern auch die Stabilität in der eigenen Abwehr, die kaum Chancen des Gastes zuließ.

Eine 2:0-Führung und personelle Überzahl reichten dem FC Furtwangen am Sonntag nicht, um beim Tabellenletzten Markdorf drei Punkte mitzunehmen. „Da schwingt schon etwas Enttäuschung mit. In Minute 90 den Ausgleich zu kassieren, ist immer bitter“, sagt Jörg Ringwald, zusammen mit Patrick Staudt Interimstrainer bei den Bregtälern. Lange deutete nichts darauf hin, dass die Furtwanger Punkte liegen lassen. „Wir standen defensiv sehr sicher und schießen zwei Tore. Letztlich sind wir selbst schuld, dass die Partie 2:2 endet. Da waren wir wohl etwas zu naiv“, ergänzt Ringwald. Andererseits sei nicht zu erwarten, dass Furtwangen nun alle Partien gewinnt. „Wir sind drei Spiele ungeschlagen und haben dabei sieben Punkte geholt. Das kann sich weiterhin sehen lassen, zumal Gegner dabei waren, die deutlich andere Saisonziele haben“, fügt Ringwald an. Nun gelte es, im Heimspiel gegen die SG Dettingen-Dingelsdorf am kommenden Samstag einen Jahresabschluss hinzulegen, der alle versöhnlich stimmt.