Haben Sie es schon realisiert, dass Sie vor ihrem ersten Grand-Slam-Turnier stehen?

Mittlerweile schon. Aber es ist schon unglaublich. Vor einer Woche hatte ich damit nicht gerechnet. Das Turnier in Ilkley war stark besetzt. Ich bin zwar gut in Form, doch zuletzt stimmten die Ergebnisse nicht, da ich einige Spiele knapp verlor.

Am Sonntag gewannen Sie im englischen Ilkley erstmals ein Challenger-Turnier. Worüber haben Sie sich am meisten gefreut: über den Turniererfolg, die Sieger-Prämie oder über die Wild-Card für Wimbledon?

Zunächst war es der Turniersieg, weil er mir für die Position in der Weltrangliste viel gebracht hat. Im Nachhinein ist es die Wild Card. Wer kann schon von sich sagen, dass er im Hauptfeld in Wimbledon gespielt hat?

Wie hoch war die Siegprämie in Ilkley?

Ich glaube etwa 18.000 Dollar.

Wieviele Glückwünsche gab‘s nach dem Erfolg aus dem Schwarzwald?

Sehr viele, vor allem über die sozialen Medien Facebook, Twitter und Instagram. Zudem auch per Whatsapp.

Im vergangenen Jahr verpassten Sie nur knapp die Qualifikation für das Wimbledon-Hauptfeld. Am Sonntag gewannen Sie das Turnier auf Rasen. In Ihrer Wahlheimat in den USA gibt es jedoch meistens Hartplätze. Ist dennoch Rasen mittlerweile Ihr liebster Untergrund?

Nein. Ich spiele ja erst das zweite Jahr auf Rasen. Allerdings hat man auf diesem Untergrund viel Selbstvertrauen, wenn es läuft.

Sie sind Linkshänder. Haben Sie dadurch Vorteile gegenüber dem Großteil der Spieler, die Rechtshänder sind?

Vielleicht ein bisschen beim Aufschlag.

Stimmt es, dass Sie in London eine Unterkunft gebucht hatten für die Qualifikation in dieser Woche, aber für nächste Woche noch gar keine Bleibe haben?

Anfangs schon. Mittlerweile habe ich aber für mich und meinen Trainer eine Unterkunft für nächste Woche gebucht.

Nach dem Erfolg am Sonntag kletterten Sie in der Weltrangliste auf Platz 132. Haben Sie sich ein Ziel gesetzt, was die Weltranglistenposition betrifft?

Ja, bis zum Ende des Jahres will ich unbedingt unter den Top 100 sein.

Was bedeutet die Wimbledon-Teilnahme für Ihre Profi-Karriere?

Sie ist auf jeden Fall sehr wichtig. Es nimmt auch den finanziellen Druck. Schon die Teilnahme an der ersten Runde bringt rund 50.000 Euro. Die Kosten auf der Profi-Tour sind durch Hotels, Reisen und Trainer sehr hoch. Zudem sind die Preisgelder bei den kleineren Turnieren nicht besonders üppig. Wimbledon bietet außerdem die große Chance, in der Weltrangliste weiter nach oben zu kommen.

Werden Sie sich auf das bedeutendste Tennis-Turnier der Welt anders vorbereiten als auf die bisherigen Turniere?

Nein. Ich bin direkt von Ilkley nach London gefahren. Dort habe ich am Dienstag noch ein Fitness-Training absolviert und werde ab Mittwoch wieder Tennis spielen. Meine Vorbereitung auf Wimbledon läuft so ab wie bei anderen Turnieren auch.

Wer wäre Ihnen lieber als Erstrunden-Gegner: Ein Tennis-Superstar wie Novak Djokovic oder Roger Federer – oder eher ein vermeintlich schlagbarer Gegner?

Ich bin gespannt auf die Auslosung. Am liebsten wäre mir, die ersten zwei Runden einen schlagbaren Gegner zu bekommen. Auf Rasen ist für mich gegen viele etwas möglich. In der dritten Runde kann es dann gerne einer der Großen sein.

Fragen: Christof Kaltenbach