Basketball, Pro B-Viertelfinale: Die Wiha Panthers sind weiterhin das Überraschungsteam der Pro B. Mit dem 92:86-Sieg in Viertelfinal-Spiel eins bei den Depant Gießen 46ers Rackelos knöpften die Schwenninger den Hessen den Heimvorteil ab und sind nun Favorit aufs Weiterkommen ins Halbfinale.

Trio infernale: Erstmals in dieser Saison erzielten die drei besten Scorer der Panthers – Bill Borekambi (26), Rasheed Moore (25) und Leon Friederici (20) – jeweils über 20 Punkte in einer Partie. Für Friederici ist es das dritte Spiel mit über 20 Punkten, Bill Borekambi kann deren sieben und Rasheed Moore sogar 13 vorweisen. Häufig konzentriert sich die gegnerische Defensive vor allem auf Borekambi und Moore. Wenn dann mit Friederici ein dritter Spieler kräftig Punkte produziert, ist die Panthers-Offensive schwer aufzuhalten. Die drei bilden in den Playoffs ein bärenstarkes Angriffstrio, das kombiniert für im Schnitt 53 Punkte pro Partie verantwortlich zeichnet.

Playoff-Spezialist: In fast jeder statistischen Wertung verbesserte sich Borekambi in den bisher vier Playoff-Spielen im Vergleich zur Hauptrunde. Neben seinen 18,5 Punkten pro Partie sammelt Borekambi zudem im Schnitt 7,5 Rebounds und deutete mit 3,5 Assists pro Spiel auch Qualitäten als Ballverteiler an. Die deutlichste Steigerung machte der 26-Jährige aber in seiner Effizienz. Verwandelte Borekambi in der Hauptrunde noch ordentliche 52 Prozent seiner Würfe, sind es in den Playoffs bisher überragende 67 Prozent. Auch bei Spiel eins in Gießen war er mit 26 Punkten wieder einer der besten Schwenninger, zudem erzielte er seinen ersten Dreier der Saison. „Ich bin zufrieden mit meiner Leistung. Wenn ich gebraucht wurde, habe ich Punkte gemacht. Ansonsten habe ich mich auf die Rebounds und die Ballverteilung konzentriert“, sagt Borekambi, der eine Erklärung für seine Topform hat. „Es ist jedes Jahr bei mir so, dass ich in den Playoffs nochmal eine Schippe drauf lege. In dieser Phase ist mein Fokus besonders hoch“, erklärt der Power Forward. Trainer Alen Velcic ergänzt: „Bill ist ein Playoff-Spieler. Das war schon in den beiden vergangenen Jahren so, als er mit Karlsruhe und Rostock aufgestiegen ist.“

Übermacht: Über die gesamte Hauptrunde hinweg waren die Panthers im Rebounding statistisch gesehen eines der schwächsten Teams der Liga. Das relativ kleine Schwenninger Ensemble war anderen Mannschaften oftmals körperlich unterlegen. In Gießen drehte das Team von Trainer Alen Velcic den Spieß aber um und dominierte die ebenfalls klein aufgestellten Rackelos im Rebound-Duell mit 50:28 (!), darunter 22 (!!) Offensiv-Rebounds. „Es war Teil unseres Plans, aggressiv unter dem Korb zu sein. Wir machen jetzt endlich Kleinigkeiten wie das Fernhalten der Gegenspieler vom Rebound richtig“, lobt Trainer Velcic.

Fan-Unterstützung: Ein weiteres Lob richtete Velcic nach der Partie an die rund 50 mitgereisten Schwenninger Schlachtenbummler, die den 600 Gießener Fans in Sachen Lautstärke Paroli boten. „Die Fans waren der Hammer. Ich will mir nicht ausmalen, was kommenden Samstag in der Deutenberghalle bei Spiel zwei abgehen wird. Die Halle wird auseinanderbrechen, es wird einen neuen Rekord geben“, blickt Velcic voraus. Kapitän Kosta Karamatskos ergänzt: „Die Halle wird aus den Nähten platzen. Wir wollen am liebsten vor unseren eigenen Fans Spiel zwei gewinnen und den Sack zumachen.“ Gleichwohl hält der Kapitän die Konzentration in seiner Mannschaft hoch: „Der Auswärtssieg war zwar ein großer Schritt, es ist aber noch nichts gewonnen. Wir müssen uns mit demselben Fokus und demselben Willen auf das Heimspiel vorbereiten.“

Viertelfinal-Auftakt: Als potenzieller Halbfinal-Gegner der Panthers deuten sich die Baskets Münster, der Hauptrundensieger der Nordstaffel, an. Die Münsteraner führen in ihrer Viertelfinale-Serie gegen den FC Bayern II mit 1:0. Auf der anderen Seite des Playoff-Baumes führt Lok Bernau gegen Frankfurt II mit 1:0. Titelfavorit Leverkusen steigt am Dienstag gegen Oldenburg ins Viertelfinale ein.

Den Spielbericht zum Auswärtstriumph der Panthers in Gießen finden Sie hier