Fußball-Bezirksliga: (daz) Ein Drittel der Saison ist seit dem vergangenen Wochenende gespielt. Einsam dreht Tabellenführer FC Gutmadingen an der Spitze seine Kreise. Die Elf hat 28 von 30 möglichen Punkten geholt und zwischenzeitlich sprechen schon einige Trainer von einer kleinen Vorentscheidung im Titelrennen.

Nach neun Auftaktspielen ohne Niederlage erwischte es den FV Marbach am Sonntag mit dem 0:1 in Tennenbronn. „Die Tennenbronner waren taktisch sehr gut eingestellt. Das Spiel kann 2:0, aber auch 1:1 enden, denn die zweiten 45 Minuten gehörten uns“, sagte Marbachs Trainer Michael Henseleit. Seine Elf habe die Feldüberlegenheit nicht zu Treffern genutzt, sodass Henseleit feststellt: „Es war nicht unser Tag.“ Mit dem Saisonauftakt ist der Übungsleiter indes sehr zufrieden. „Wir wollten unter die ersten fünf Mannschaften und das ist auch machbar.“ Die kommenden Partien gegen Pfaffenweiler und Königsfeld werden zeigen, ob Marbach der Gutmadinger Verfolger Nummer eins bleiben wird. Henseleit: „Beide Partie werden richtungsweisend.“

Neun Punkte holte der FV Tennenbronn aus der englischen Woche, was Trainer Carmine Italiano viel Zufriedenheit ins Gesicht zaubert. „Es gibt nahezu nichts zu meckern, zumal mir auch die Art und Weise, wie wir spielen, sehr gefällt. Die Ersatzspieler fügen sich aktuell nahtlos in die Mannschaft ein und alle haben meine Spielphilosophie noch besser verinnerlicht.“ Beim Sieg gegen Marbach sah Italiano weitere gute Chancen, die „auch ein 2:0 oder 3:0 gerechtfertigt hätten“. Die Chancenauswertung sei gegenwärtig nahezu das einzige Manko. Ganz anders beurteilt Italiano das Abwehrverhalten. „Da beziehe ich die ganze Mannschaft ein. Wir arbeiten defensiv sehr gut und hatten auch die starke Marbacher Offensive weitgehend im Griff“, fügt Italiano an.

In einem guten Bezirksliga-Spiel trennten sich der FC Königsfeld und Hochemmingen mit einem 1:1. „Alles, was den Fußball ausmacht, war in der Partie. Leidenschaft, Kampfgeist und schöne Spielzüge“, sagt FCK-Trainer Jörg Klausmann. Er trauere daher auch nicht zwei möglicherweise verlorenen Punkten nach, zumal „wir es gegen einen starken Gegner sehr gut gemacht haben“. Mit der bisherigen Ausbeute von 19 Punkten können Klausmann und der zweite Trainer, Jörg Holik, in Königsfeld gut leben. „Es hätten auch einige Zähler mehr sein können, aber es ist okay. Schließlich sind wir mit unserer Mannschaft im Umbruch und haben das Potenzial, um unter die besten fünf zu kommen“, ergänzt Klausmann.

Auf die Überholspur ist offenbar Landesliga-Absteiger DJK Villingen gewechselt. Am Dienstag das 4:2 gegen Donaueschingen und am Samstag der 2:0-Erfolg gegen Fischbach haben das Punktekonto auf 14 Zähler ansteigen lassen. „Die Fortschritte in der Mannschaft werden deutlich. Langsam greifen die Rädchen besser ineinander“, freut sich Trainer Wolfgang Heinig nicht nur über die Ergebnisse. Die größte Baustelle sieht Heinig aktuell im Defensivverhalten der ganzen Mannschaft. „Die Null gegen Fischbach war gut, doch insgesamt kassieren wir noch zu viele Gegentreffer.“ Die DJK hat nach zehn Spielen ein Torverhältnis von 25:25.

Der FC Bräunlingen ist weiterhin der beste der drei Aufsteiger. Platz acht sieht optisch gut aus, doch nur vier Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz zeigen, wie eng es in der Liga zugeht. „Ich betrachte zwei Seiten bei meiner Analyse. Die Ergebnisseite und die Mannschaftsleistungen. Bei den Ergebnissen hätte mehr herauskommen müssen, mit den Leistungen der Spieler bin ich zufrieden“, sagt Trainer Uwe Müller. Zweimal führte seine Elf in Pfaffenweiler. Am Ende reichte es „nur“ zu einem 2:2, wobei der zweite Ausgleich spät fiel. „Mein Kritikpunkt ist, dass wir unsere Konter nicht sauber ausgespielt haben. Mit einem dritten Treffer wäre die Partie entschieden gewesen“, ergänzt Müller. Ein Sonderlob gab es für Kai Albicker. „Nach viermonatiger Verletzungspause hat Kai gleich gezeigt, was ihn ausmacht. Dieser starke Auftritt war nicht zu erwarten. Ich hoffe nur, dass er nun einmal über einen längeren Zeitraum gesund bleibt.“

Seit dem ersten Spieltag verfolgt den FC Pfaffenweiler ein außergewöhnliches Verletzungspech. „Acht Stammspieler aus der ersten Mannschaft lassen sich nicht ersetzen. Drei werden diese Saison überhaupt nicht mehr spielen. Ich weiß nicht, was wir verbrochen haben“, rätselt Spielertrainer Patrick Anders, der gegen Bräunlingen die gelb-rote Karte sah, aber einen Widerspruch ankündigt. „Es war nie und nimmer eine Ampelkarte“, so Anders. Der Coach würdigt das Engagement der verbliebenen Spieler, bei erst zehn Punkten warnt er aber auch: „Wir sind in einer ganz schwierigen Saison. Da tun individuelle Fehler wie vor den beiden Gegentoren gegen Bräunlingen doppelt weh.“ Anders hofft, dass Stefan Link und Tom Duffner bald zurückkehren, wobei Link wohl nah dran ist und Duffner erst mit dem Lauftraining beginnt.