Basketball, ProB: Seit zweieinhalb Monaten spielt Anell Alexis Basketball für die Wiha Panthers Schwenningen. Der US-Amerikaner wandelt in den Fußstapfen seines berühmten Vaters. Doch er versucht, seine eigenen Spuren zu hinterlassen.

Ende November gaben die Wiha Panthers Schwenningen die Verpflichtung von Anell Alexis bekannt. Nur drei Tage zuvor feierte Alexis noch den Gewinn der südamerikanischen Meisterschaft. Seine ersten Monate in Schwenningen beschreibt der 28-Jährige als interessante sportliche Herausforderung. „Es ist nicht einfach, mitten in der Saison zu einem neuen Team zu kommen. In Deutschland wird ganz anders gespielt als in Panama, daran musste ich mich erst wieder gewöhnen. Ich hatte das Glück, dass ich zu einem erfolgreichen Team gestoßen bin. In Schwenningen fühle ich mich sehr wohl.“ Vor allem von Trainer Alen Velcic hat er in den bisherigen knapp zweieinhalb Monaten bereits viel mitgenommen. „Da wir nur einmal pro Woche spielen, haben wir viel Zeit zu trainieren. Dabei hat mir Alen gezeigt, wie ich vor allem in der Verteidigung intensiver spielen kann. Außerdem mag er es überhaupt nicht, wenn ich einen frühen Wurf nehme“, schmunzelt Alexis, der in elf Partien für die Panthers viermal in der Startformation stand und knapp sechs Punkte sowie 3,5 Rebounds pro Partie aufweist.

Der 28-Jährige selbst sieht in seinen Leistungen noch viel Luft nach oben. „Ich konnte bisher noch nicht zeigen, was ich draufhabe. Offensiv kann ich das Spiel auf verschiedene Weisen beeinflussen. In der Defensive habe ich einen guten Instinkt“, charakterisiert sich der Flügelspieler selbst. Sein Trainer ist zuversichtlich, dass sich Alexis noch als echte Verstärkung erweisen wird. Velcic: „Anell wird uns mit seiner Erfahrung, Energie und Athletik vor allem in den Playoffs weiterhelfen.“

Vielleicht wird ihn dann auch sein in Basketball-Deutschland berühmter Vater vor Ort in der Deutenberghalle unterstützen. Wendell Alexis spielte von 1996 bis 2002 für Alba Berlin, gewann dabei sechs Deutsche Meisterschaften sowie dreimal den Pokal und wurde zudem viermal als bester Spieler der Bundesliga ausgezeichnet. Zu dessen Ehren wird Wendells Trikotnummer 12 bei Alba nicht mehr vergeben. Das Basketball-Talent wurde Anell in die Wiege gelegt. Den Erfolgen seines Vaters nachzueifern, versucht er jedoch nicht. Mittlerweile hat er gelernt, mit den ständigen Vergleichen umzugehen: „Es ist vollkommen natürlich, dass diese Vergleiche gemacht werden. Als ich noch jünger war, hat es mich genervt, aber jetzt nicht mehr. Als ich selbst erste Erfolge erzielt habe, wurden auch die Vergleiche weniger. Ich bin stolz auf das, was mein Vater geleistet hat.“

Noch heute stellt sein Vater einen wichtigen Ansprechpartner in allen Lebenslagen für ihn dar. „Er hat mir viel beigebracht, um professionell Basketball zu spielen“, erklärt Anell und präzisiert: „Mein Vater hat mich gelehrt, im Erfolg nicht übermäßig fröhlich und in schlechten Phasen nicht allzu gefrustet, sondern emotional konstant zu sein“, beschreibt der Sohnemann den wichtigsten Ratschlag, den er von seinem Vater für seine eigene Karriere mit auf den Weg bekommen hat. Daher lässt sich Anell auch nicht von der aktuellen Schwächeperiode der Panthers runterziehen. Die letzten drei Partien der Neckarstädter gingen allesamt verloren. „Es ist vollkommen normal, dass es im Laufe einer langen Saison zu solchen Phasen kommt. Wir sind ein großartiges Team und müssen jetzt ruhig bleiben und weiter hart arbeiten“, erklärt Alexis. Sein großes Ziel ist es, mit den Panthers in dieser Saison so viel wie möglich zu gewinnen. Dann könnte er einen weiteren Titel zu seiner Vita hinzufügen und in Basketball-Deutschland seine eigenen Spuren hinterlassen.