Fußball: FC Bad Dürrheim – 1. FC Köln (Mittwoch, 18 Uhr). Anspannung? Angst? Fehlanzeige! Vielmehr herrscht beim FC Bad Dürrheim große Vorfreude auf das Testspiel gegen den 1. FC Köln, der momentan sein Trainingslager im Donaueschinger Öschberghof absolviert. Der Bundesligist wiederum sieht das Aufeinandertreffen im Salinenstadion als Trainingseinheit unter Wettkampfbedingungen.

„Für viele Jungs ist es das größte Spiel ihrer bisherigen Laufbahn. Für solche Erlebnisse spielen wir Fußball“, bringt Bad Dürrheims Trainer Enrique Blanco die Bedeutung des Spiels gegen den Bundesliga-Aufsteiger anlässlich des 100. Geburtstag der Kurstädter auf den Punkt. „Dennoch gehen wir das Spiel mit Spaß an. Es geht nicht um eine Meisterschaft, daher haben wir nichts zu verlieren. Wir wollen uns so gut wie möglich aus der Affäre ziehen und von diesem Spiel profitieren“, so Blanco, der seiner Mannschaft eine Mauertaktik untersagt. „Wenn wir das machen, haben wir keine Chance. Stattdessen wollen wir mitspielen und nach vorne agieren, um zum ein oder anderen Torabschluss zu kommen. Vielleicht gelingen uns dann ein, zwei Tore“, wünscht sich Blanco. Auf der Gegenseite warnt der Trainer des Landesligisten vor der geballten Offensivkraft der Kölner. „Sie haben nicht nur sehr schnelle Flügelspieler, sondern mit Jhon Córdoba, Anthony Modeste und Simon Terodde einen enorm starken Sturm. Wir müssen aufpassen, dass sie uns nicht überrollen.“ Dieses Trio erzielte in der abgelaufenen Zweitliga-Saison gemeinsam sage und schreibe 55 Tore. Terodde wurde zum dritten Mal in seiner Karriere Torschützenkönig der zweiten Liga. Zudem trägt der 42-malige Nationalspieler Jonas Hector die Kapitänsbinde der Domstädter.

Mit dem Stand der Vorbereitung ist Blanco nach bislang vier Trainingseinheiten zufrieden. „Alle ziehen mit. Die Trainingsbeteiligung ist sehr gut“, so der Übungsleiter, der gegen Köln nur auf Hendrik Berg und Jonas Schwer verzichten muss. Alle anderen Spieler des 22-Mann-Kaders sollen mit einem Einsatz gegen den 1. FC Köln für ihre Trainingsleistungen belohnt werden.

Naturgemäß eine ganz andere Bedeutung hat das Testspiel für die Domstädter. „Es ist für uns als Trainingseinheit gedacht. Dabei verlange ich viel Laufbereitschaft und Arbeit gegen den Ball. Wir wollen engagierten Fußball zeigen, zudem auch im taktischen Bereich arbeiten und die Abstimmung untereinander im Elf-gegen-Elf verbessern“, gibt Kölns Trainer Achim Beierlorzer die Marschrichtung vor. Marcel Risse, rechter Mittelfeldspieler und mit 29 Jahren sowie 170 Bundesliga-Einsätzen einer der Erfahrensten der Rheinländer, ergänzt: „Wir wollen mit voller Konzentration spielen, sodass wir vorne möglichst gefährlich sind und viele Tore erzielen.“

Wie genau die Kölner das anstellen wollen, deutete sich bereits in der zweiten Trainingseinheit am Dienstagmorgen auf dem Rasenplatz des SV Aasen an. Das Zauberwort lautet Tempo. „Der Trainer legt viel Wert auf schnelle Balleroberungen, schnelle vertikale Pässe und das Herausspielen von Torchancen“, stellt Marcel Risse fest und bestätigt damit die Eindrücke aus der abschließenden Acht-gegen-Acht-Spielform, bei der die meisten Tore aus schnellem Gegenpressing resultierten. Beierlorzer, der sich in der ersten Woche mit seinem neuen Team sehr kommunikativ präsentiert, beendete die Trainingseinheit mit einem Lob für das Engagement, das seine Schützlinge an den Tag legten.

Im Trubel der ersten Vorbereitungswoche hatte der Trainer bislang noch keine Möglichkeit, sich konkret mit dem FC Bad Dürrheim auseinanderzusetzen. „Die Trainingsarbeit war bisher wichtiger, aber das machen wir schon noch. Für uns ist es entscheidend, dass Bad Dürrheim sehr nahe gelegen ist und wir dadurch keine lange Anreise haben. Außerdem habe ich gehört, dass der Platz im dortigen Stadion gut sein soll“, betont der 51-jährige Fußball-Lehrer.

Um die Sinne zu schärfen und den Spielern einen weiteren Anreiz zu schaffen, hat sich der neue Trainer des 1. FC Köln, der in der Vorsaison noch beim SSV Jahn Regensburg in der 2. Bundesliga unter Vertrag stand, einen mannschaftsinternen Wettbewerb ausgedacht. Die Kölner werden gegen den FC Bad Dürrheim mit drei verschiedenen Mannschaften antreten, die jeweils 30 Minuten lang auf dem Feld stehen werden. „Dann kommt es zum Wettkampf unter diesen drei Teams, weil wir sehen wollen, welches sich durchsetzt“, erklärt Beierlorzer. Da deshalb viele der 25 Feldspieler und vier Torhüter lediglich auf 30 Minuten Spielzeit kommen werden, sollen diese Profis parallel zum Spiel noch eine zusätzliche Trainingseinheit absolvieren. Im Anschluss an das Spiel haben Fans noch die Chance, Autogramme und Selfies mit ihren Stars zu ergattern.