Basketball, ProB-Halbfinale: WWU Baskets Münster – Wiha Panthers Schwenningen (Samstag, 19.30 Uhr). Zum dritten Mal in Folge bestreiten die Wiha Panthers Schwenningen ein entscheidendes Spiel drei in den ProB-Playoffs auf fremdem Terrain. Bei den WWU Baskets Münster müssen sich die Neckarstädter auf einen Hexenkessel gefasst machen.

86:85 in Wedel, 101:100 nach Verlängerung in Gießen – so ließt sich die bisherige Bilanz in den bisherigen „Do-ord-Die“-Spielen der Wiha Panthers. Beide Male bewies die Truppe von Trainer Alen Velcic Nervenstärke, mannschaftliche Geschlossenheit und vor allem die Fähigkeit, sich nicht von einem aufgeheizten Heimpublikum aus der Spur bringen zu lassen. Darin liegt für die Schwenninger auch der Schlüssel für einen Sieg in Spiel drei in Münster, wo 3000 Zuschauer bei jedem Schwenninger Fehler und bei jedem Baskets-Treffer die Halle Berg Fidel in ein Tollhaus verwandeln werden. Dies müssen die Panthers ausblenden, wie Trainer Velcic erklärt: „Es spielt keine Rolle, ob dort 1000 oder 3000 Zuschauer sind. Wir müssen aufpassen, dass die Zuschauer kein Faktor werden.“

Zudem erwartet der Coach mit einem wild entschlossenen Münster, das nach der 82:100-Klatsche in Spiel zwei in Schwenningen auf eine schnelle Trotzreaktion aus sein wird. „Sie werden böse und wild auf uns rennen. Wir müssen ruhig und professionell spielen. Ich bin mir sicher, dass wir bereit sein werden.“

Die WWU Baskets hingegen wollen sich nicht nur allein auf den Heimvorteil verlassen. Die bisherige Auswärtsbilanz der Panthers in den Playoffs hat auch in Westfalen für gehörigen Respekt gesorgt. „Ich glaube nicht, dass uns der Heimvorteil allein über die Ziellinie bringen wird. Die Panthers sind eine individuell sehr stark besetzte Mannschaft, die auswärts bereits sehr gute Leistungen gezeigt hat. Kleinigkeiten werden das Spiel entscheiden. Wir freuen uns auf einen heißen Tanz und werden Werbung für den Basketballsport betreiben. Möge die bessere Mannschaft gewinnen“, betont Münsters Manager Helge Stuckenholz.

Der Meister der Nordstaffel zog eine große Erkenntnis aus der deutlichen Niederlage aus Spiel zwei: Mit 100 zugelassenen Punkten kann man in den seltensten Fällen ein Playoff-Spiel gewinnen. Dementsprechend wird Coach Philipp Kappenstein im defensivtaktischen Bereich Änderungen vornehmen. Wie das funktioniert, hat ihm sein Trainerkollege Velcic in Spiel zwei demonstriert. Erzielten die WWU Baskets in Hälfte eins noch 48 Punkte und waren vor allem durch das Pick-and-Roll mit Cooper und Delpeche noch sehr effektiv, kamen nach einer Umstellung in der Halbzeitpause nur noch 34 weitere Zähler dazu.

Beide Mannschaften können auf dasselbe Personal wie in den bisherigen zwei Partien zurückgreifen. Rasheed Moore hat seine Blessuren an Fuß und Finger auskuriert und ist nun wieder ein Kandidat für die Starting Five. Partie drei in Münster wird bereits das 31. Saisonspiel der Panthers sein – von Müdigkeit fehlt jedoch jede Spur. Stattdessen ist sich Trainer Alen Velcic sicher, dass seine Mannschaft auch noch genügend Reserven für die Spiele 32 und 33 im Tank hat. „Wir sind fit und dazu bereit, in Münster zu gewinnen und zwei weitere Finalspiele zu bestreiten. Wir haben bewiesen, dass wir die WWU Baskets schlagen können. Ich glaube nicht, dass sie uns nun mit einer komplett neuen Spielweise überraschen werden“, stellt Velcic klar. Er müsse seine Mannschaft vor allem auf den hohen körperlichen Einsatz der Westfalen vorbereiten. „Von allen 24 Mannschaften der ProB spielt Münster am diszipliniertesten und am intensivsten. Sie leben von Emotionen und sind immer gut eingestellt. Sie werden Blut schwitzen, kratzen und beißen. Wir müssen hingegen cool bleiben und alles tun, um zu gewinnen.“

Getreu dem Motto „Aller guten Dinge sind drei“ gehen die Wiha Panthers Schwenningen optimistisch in das entscheidende Spiel um den Einzug ins Finale gegen Leverkusen und um den sportlichen Aufstieg in die ProA. Außerdem will die Mannschaft die letzte Saison von Darius Pakamanis noch weiter versüßen. Der 37-jährige Litauer wird nach der Saison seine Karriere beenden.