Tischtennis: – Horst Haferkamp hat derzeit viel zu tun. Der Präsident des Südbadischen Tischtennisverbands ist auf Tournee, besuchte die Bezirkstage aller sechs Bezirke in Südbaden. Der letzte Bezirkstag, bei dem er die Werbetrommel für die Verschmelzung des Südbadischen, Badischen und Württembergischen Verbands zu einem großen Baden-Württembergischen Verband rührte, war der des Bezirks Oberrhein, der beim SV Eichsel stattfand.

Die Zeit wird auch knapp, denn eine wichtige Entscheidung, die die Verantwortlichen zweieinhalb Jahre lang auf Trab hielt, steht am Samstag kommender Woche in Ottenau-Gaggenau an. Dort soll beschlossen werden, dass aus den drei baden-württembergischen Verbänden Südbaden, Baden und Württemberg-Hohenzollern ab 1. Januar 2020 ein neuer werden soll. Gibt es Grünes Licht, könnte der erste Landesverbandstag für die baden-württembergischen Tischtennisvereine im März des kommenden Jahres anstehen.

Auch über die Besetzung des Präsidiums des neuen Verbands mit dem Namen Tischtennis Baden-Württemberg gibt es konkrete Vorstellungen. Drei Vertreter würde Baden stellen, je zwei Südbaden und Württemberg. Ein Württemberger könnte – wird er denn gewählt – Präsident werden: Rainer Franke. Als sein Stellvertreter würde der Südbadener Haferkamp kandidieren.

Über diese Neuerungen informierten Haferkamp, sein sübadischer Vizepräsident Sport, Klaus Scherzinger (Furtwangen), und der baden-württembergische Lehrgangsleiter Chris Kratzenstein (Leutkirch) die Vertreter der Oberrhein-Vereine in Eichsel. „Wir brauchen 80 Prozent der Stimmen in einer Woche beim Verbandstag für die Verschmelzung der Verbände. Es wäre natürlich eine krachende Ohrfeige für uns, wenn die Fusion abgelehnt werden würde. Dann weiß ich nicht mehr, wie es weiter gehen soll“, so Haferkamp, der aber gleich beschwichtigte: „Das ist keine Erpressung.“

Zeitgleich mit den Südbadenern tagen nächste Woche die Badener und Württemberger. Wie denn die Stimmung in den Verbänden sei, wollte einige Vereinsvertreter wissen. „In Südbaden und Württemberg pro, in Baden liegt die Zustimmung bei 50 Prozent“, so Haferkamp, der für den Fall, dass Baden ausscheren sollte, eine kleine Lösung für Südbaden mit Württemberg in Aussicht stellte.

Südbadens Chef betonte nochmals, dass mit den noch bestehenden Verbandsstrukturen die Herausforderungen der Zukunft nicht mehr gestemmt werden könnten. Es gehe darum, die Erfolge im Wettkampfsport auch auf die Verwaltung und Sportentwicklung auszuweiten. „Das Ehrenamt allein kann das nicht mehr leisten. Verwalten geht noch, gestalten gar nicht mehr“, so Haferkamp, der drei Vorteile einer Fusion der drei Verbände für die südbadischen Vereine in Aussicht stellte. So könnten Gebühren und Beiträge gesenkt und für eine nachhaltige Entwicklung des Sports investiert werden. Diese Sportentwicklung für Seminare, Schulungen und Nachwuchsaktionen in Baden-Württemberg könnte von Haupt- oder nebenamtlichen Mitarbeitern betreut werden. Drittens gäbe es für die Vereine an der Basis täglich feste Ansprechpartner für alle Themen des Tischtennissports.

Unterstützt wurde Haferkamp bei seinem Referat in Eichsel von Lehrgangsleiter Chris Kratzenstein, der einen Überblick über die Sportentwicklung in Baden-Württemberg gab, und vom südbadischen Vizepräsidenten Klaus Scherzinger, der die Bezirksvertreter beruhigte, dass die Fusion keine Revolution des Spielbetriebs mit sich bringe. „In den Bezirksklassen bleiben die Spielklassen gleich“, so Scherzinger. Über den Bezirken soll es sechs Regionen geben, wo Ranglisten, Qualifikationen, Pokal- und Mannschaftsmeisterschaften gespielt werden. Auch bestehende Spielgemeinschaften, versicherte der Vizepräsident Sport, würden erhalten bleiben.

Die Dominanz des Themas Verschmelzung rückte die üblichen Regularien des Bezirkstags in den Hintergrund. Wahlen und Einzelehrungen standen ohnehin nicht auf der Tagesordnung. Alles im Lot ist auch bei den Finanzen des Bezirks. Die Einteilung der Spielklassen verlief ohne gravierende Änderungen.