Motorsport: – Das übernächste Wochenende hat sich Thomas Schaller ganz dick im Kalender angstrichen. Der 37-jährige Kartfahrer aus Höchenschwand startet am 23. und 24. Februar beim European Indoor Kart Challenge (IKEC) in Middelburg. In der Hauptstadt der Provinz Zeeland, auf einer Halbinsel am Ärmelkanal nahe Antwerpen/Belgien gelegen, misst sich Schaller erneut mit den Besten seines Sports.

Schon vor Jahresfrist war Thomas Schaller beim IEKC beeindruckt vom hohen Niveau und der professionellen Organisation sowie dem besonderen Flair bei internationalen Rennen: „Von der anspruchsvollen Strecke über das starke Starterfeld bis hin zu den attraktiven Preisen hat wirklich alles gepasst", schwärmt der Höchenschwander, der in seiner Altersklasse Ü35 den Sieg eingefahren hatte. Im Feld der 95 Starter erreichte er Platz 17 und verpasste das Finale der besten 15 Piloten knapp. Entsprechend motiviert reist Schaller in die Niederlande: "Mein Ziel heißt Finale und natürlich hoffe ich, auch wieder in meiner Altersklasse ganz vorn dabei zu sein."

Für sein Ziel trainiert Schaller derzeit besonders intensiv. „Neben dem Training auf der Kartbahn ist die körperliche Fitness extrem wichtig. Weil das Gewicht eine große Rolle spielt, stehen vor allem Ausdauersport und eine Diät auf meinem Plan“, so Schaller, dem sich nur eine Gelegenheit bietet, auf der Kartbahn in Middelburg zu trainieren. „Es ist wichtig, mit der Rennstrecke vertraut zu werden, die Konkurrenten auf der Fahrbahn zu beobachten und mir eine Taktik zu erarbeiten“, erklärt Schaller. In Middelburg stehen fünf Vorläufe an, ehe die 45 besten Fahrer das Halbfinale um die 15 Finalplätze fahren. Schaller startet zudem beim erstmals auszufahrenden Nationencup mit rund 20 Nationenteams.

Einen Vorgeschmack auf die Konkurrenz in Holland und Belgien erlebte Schaller im November beim Belgian National Championship (BNC): „Holländer und Belgier haben es wirklich drauf, solche Rennen zu organisieren. Da stimmt einfach alles: Super Strecken, super Karts, ein starkes Starterfeld. Ein derart hohes Fahrerniveau habe ich noch nie erlebt", gesteht Schaller ein, dass sich "mein Trainingsrückstand bitter gerächt hat. Prompt habe ich eine auf die Mütze bekommen.“

Mit Platz zwei in der Masterklasse Ü35 und Platz 36 in der Gesamtwertung wollte sich der erfolgsverwöhnte Schaller nicht zufrieden geben: "Für mich ist es ein totaler Ansporn. Klar, dass ich nächstes Jahr alles gebe, um zu zeigen, dass es in Deutschland auch starke Kartfahrer gibt.“ Schließlich kommen die stärksten Fahrer meist aus Holland und Belgien: "In diesen Ländern ist Kartsport sehr gefragt, es gibt einen Hype und entsprechend viele gute Fahrer“, weiß Schaller.

Für Thomas Schaller, Deutscher Kart-Meister 1998, waren diese Rennen in Belgien ein echter Motivationsschub. In den Jahren zuvor war Schaller, inzwischen Vater von zwei Söhnen, mit Rücksicht auf die Familie, nur noch Rennen in Deutschland gefahren. Allerdings stellten diese für ihn keine Herausforderung dar. „Kart fahren macht mir noch großen Spaß. Aber ich bin tatsächlich müde geworden, an den gewohnten Rennen auf immer wieder gleichen Strecken teilzunehmen." Dank des Starts in den Niederlanden vor einem Jahr ist der alte Kampfgeist zurück gekehrt. „Wieder einmal internationale Luft schnuppern, neue Strecken erobern, mich in spannenden Rennen mit starken Gegnern messen, dass hat mir einfach gefehlt“, lacht Schaller.

Dass der Höchenschwander immer noch zu den Schnellsten seiner Zunft gehört, hat er in den vergangenen Jahren eindrücklich bewiesen. Bei der Hochschwarzwald e-cart trophy am Schluchsee holte er sich 2017 und 2018 mit dem Team Badenova jeweils den Gesamtsieg. Beim 24-Stunden-Rennen in Wasserburg am Inn hat er in den vergangenen Jahren sechs Siege eingefahren – vier in Folge. Die Erfolgsliste des sympathischen Rennfahrers kann sich immer sehen lassen. 2015 rief er außerdem die Kart Serie TKC–Süd in Süddeutschland ins Leben. Mitte Februar geht es in Bad Rappenau in die fünfte Saison.

Infos zu Thomas Schaller im Internet unter: http://www.schaller-thomas.com