Handball: – König Fußball hat den Handball vertrieben. Und dieser liegt auf dem Friedhof und wartet auf seine Auferstehung. Diese Geschichte haben die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Oberlauchringen mit Handball-Trainer Marcel Busch in einem Märchenbuch verarbeitet. „Wir halten den Geist des Handballs am Leben“, so steht es darin. Der Geist des Handballs wird verkörpert von Uwe Gensheimer, dem Kapitän des Nationalteams. Dieser taucht als Pappfigur immer wieder in dem Märchen auf.

Die Kinder malten und bastelten, Marcel Busch war der Gestalter und half beim Schreiben. Und so wie der Handball hinter König Fußball in die zweite Reihe rücken muss, hat es der Handball in unserer ländlichen Region am südlichen Zipfel der Republik noch schwerer mit seiner Auferstehung. Wie steht‘s im Märchenbuch? „Lauchringen liegt am Arsch der Welt.“

Video: Welte, Gerd

‚Tschuldigung – so schlimm ist‘s nicht. Das bewiesen die Schulkinder eindrücklich. Sie bewarben sich mit ihrem Märchen für das „AOK-Startraining“, eine Aktion des Deutschen Handball-Bunds (DHB) mit seinem Hauptsponsor, der AOK. Die Jury, die aus 2000 Bewerbungen von Schulen bundesweit für jeden der 23 Landesverbände einen Sieger kürt, haben die Lauchringer mit ihrer originellen Geschichte überzeugt. Die Lauchringer Schule wurde – zumindest für einen Tag – zum Nabel der (Handball-)Welt.

Die Grundschule Oberlauchringen setzte sich mit dem HC Lauchringen als Initiator gegen die Handball-Hochburgen vom Bodensee und Freiburg durch, erwachte aus seinem Dornröschenschlaf in der Handball-Provinz. Der Star, der die Lauchringer Schülerinnen und Schüler mit seinem Auftritt beglückte, war Martin Strobel. Der Rückraumspieler ist seit 2007 in der Nationalmannschaft, wurde mit ihr 2016 in Polen Europameister und Bronzemedaillengewinner bei den Olympischen Spielen in Rio. Sein Verein ist Zweitligist HBW Balingen-Weilstetten im Schwabenland.

Martin Strobel: „Das mache ich sehr gern. Die Aktion gibt es seit fünf Jahren. Da sind wir als Nationalspieler alle eingebunden.“
Martin Strobel: „Das mache ich sehr gern. Die Aktion gibt es seit fünf Jahren. Da sind wir als Nationalspieler alle eingebunden.“ | Bild: Welte, Gerd

Die Kids aus der Ober- und der Unterlauchringer Grundschule hatten bei ihrem Handball-Erlebnistag mit Martin Strobel großen Spaß. „Das mache ich sehr gern. Die Aktion gibt es seit fünf Jahren. Da sind wir als Nationalspieler alle eingebunden“, sagte Strobel im SÜDKURIER-Videointerview.

Los ging es in der Lauchringer Sporthalle mit einem Exklusivtraining mit 25 ausgewählten Schülerinnen und Schülern, die bereits Bezug zum Handballsport haben, also etwa im Nachwuchs des HC Lauchringen auf Torejagd gehen. Assistiert wurde Strobel von Christof Armbruster, dem Verbandstrainer des Südbadischen Handballverbands, und von Handballspielern des Special Olympics Teams.

Heiß begehrt: Der fünfjährige Samuel, der selbst schon bei den Minis des HC Lauchringen spielt, freut sich mit seinem Vater Marcel Busch auf ein Autogramm von Handball-Nationalspieler Martin Strobel.
Heiß begehrt: Der fünfjährige Samuel, der selbst schon bei den Minis des HC Lauchringen spielt, freut sich mit seinem Vater Marcel Busch auf ein Autogramm von Handball-Nationalspieler Martin Strobel. | Bild: Welte, Gerd

Danach durften alle Kinder dem prominenten Gast Fragen stellen. Heiß begehrt waren auch seine Autogramme, die er auf Trikots, Schuhen, Hemden oder auch Trinkflaschen der Kleinen schrieb. Danach ging die Handball-Party erst richtig los, da alle Schülerinnen und Schüler aus Ober- und Unterlauchringen in einem Handball-Parcours mit vier Stationen zeigen durften, was sie schon alles am Ball können.

Marcel Busch, federführender Initiator der Aktion beim HC Lauchringen und einst für den TV Endingen in der Schweizer Nationalliga A aktiv, sieht die Aktion auch als Klasse-Werbung für seinen Verein. Seit einem Jahr trainiert er dort die Maxis. „Wir haben alle Klassen besetzt, sogar die Minis mit Fünfährigen. Und die Trainer sind bestens ausgebildet“, versichert er. Der 38-jährige Lauchringer, dessen beide Söhne auch schon bei den Minis und Maxis werfen, zieht eine positive Bilanz des AOK-Startrainings – gemäß seinem Motto: „Fußball spielt jeder. Wir wollen die Kinder aber für den Handballsport begeistern.“