Fußball, Rothaus-Bezirkspokal: – Dem FV Degerfelden gelang mit dem deutlichen 4:0 gegen den Bezirksligisten VfB Waldshut eine ordentliche Überraschung im Achtelfinale. Torreich war das Duelle der A-Kreisligisten beim SV Liel-Niedereggenen, der den FC Bergalingen mit einer 9:2-Klatsche nach Hause schickte. Erst nach 22 Uhr ertönte der Schlusspfiff beim FC Wallbach, der gegen den TuS Kl. Wiesental aus einem 0:2 noch ein 5:2 nach Verlängerung machte.

<strong>Pokal-Überraschung:</strong> Yunus Teker (am Boden, gegen Tobias Merkt vom SV Karsau) erzielte die ersten drei Treffer beim 4:0-Erfolg des A-Kreisligisten FV Degerfelden im Achtelfinale gegen den Bezirksligisten VfB Waldshut.
Pokal-Überraschung: Yunus Teker (am Boden, gegen Tobias Merkt vom SV Karsau) erzielte die ersten drei Treffer beim 4:0-Erfolg des A-Kreisligisten FV Degerfelden im Achtelfinale gegen den Bezirksligisten VfB Waldshut. | Bild: Scheibengruber, Matthias

FV Degerfelden – VfB Waldshut 4:0 (2:0). – Tore: 1:0 (37./FE), 2:0 (40.) 3:0 (57.) alle Teker; 4:0 (85.) Baumann. – SR: Mehmet Turgut (Lörrach).

Der Auftritt sei eine „Katastrophe“ gewesen, so VfB-Trainer Nils Mühlenweg: "Wir haben wie schon beim SV Weil II sehr überheblich agiert", monierte der Trainer, der sich wegen fehlender Spieler in der 66. Minute selbst einwechselte, die Einstellung mancher Akteure, denen es scheinbar nicht wichtig genug war, dieses Spiel zu bestreiten.

"Da heilen Wehwehchen komischerweise eher langsamer. Ich war sehr froh, dass uns Niklas Giannotto und Daniel Wick aus der 2. Mannschaft ausgeholfen haben. Es gibt vor dem wichtigen Heimspiel gegen den SV Buch erheblichen Redebedarf", deutete Mühlenweg, der selbstkritisch auch seine taktische Ausrichtung hinterfragen will ("Ich habe da vielleicht auch Fehler gemacht") eine interessante Mannschaftssitzung nach dem nächsten Training an. Dass es schwer war, auf dem Degerfelder Geläuf zu agieren, wollte er nicht gelten lassen: "Die Gastgeber mussten ja auch darauf spielen."

FVD-Trainer Patrick Streule war nach zahlreichen Ligapleiten hingegen überglücklich über den unerwarteten Sieg: „Das war für unsere Moral ausgesprochen wichtig." Seine Elf habe sich an die Vorgaben gehalten und die Außenseiterchancen genutzt: "Wir hätten, ohne zu übertreiben, sogar noch höher siegen können“, befand Streule: "Wir wussten, dass die Waldshuter unter Druck stehen. Das haben wir prima gelöst", freute er sich: "Wir dürfen jetzt in der Liga nicht nachlassen und müssen diese Leistung in Todtnau unterstreichen."

SV 08 Laufenburg – FC Zell 4:3 (2:2). – 0:1 (3.) Wunderle; 0:2 (27.) Krumm; 1:2 (31.) Schmidt; 2:2 (42.) Halili; 3:2 (50.) Frieling; 4:2 (65.) Nowak; 4:3 (73.) Fatty. – SR: Gaspare Lombardo (Rheinfelden).

Nach 30 Minuten sah es nicht gut aus für die Null-Achter: „Die Zeller waren klar besser. Sie hätten sogar höher führen können“, so Co-Trainer Marc Schikowski, der den urlaubenden Michael Wasmer vertrat. Simon Wunderle hatte die Gastgeber schon nach drei Minuten kalt erwischt, Jonas Krumm legte das 2:0 nach.

Da die Gäste ihre Chancen nicht nutzten und die Laufenburger noch vor der Pause durch Luca Schmidt und Bujar Halili zum Ausgleich kamen, wurden die Karten nach der Pause neu gemischt. "Wir spürten, dass noch etwas gehen kann", war Schikowski angetan von der Leistung nach der Pause. Neuzugang Fabian Frieling erzielte seinen ersten Treffer für die Null-Achter und Eduard Nowak erhöhte gar auf 4:2.

Wer geglaubt hatte, die Gäste würden sich dem fügen, sah sich spätestens nach dem 3:4 durch Sarjo Fatty getäuscht: "Es ging hin und her. Wir haben bis zum Abpfiff einen spannenden Pokalfight gesehen", atmete Schikowski tief durch, als Gaspare Lombardo abpfiff: "In den letzten Minuten lag das 4:4 in der Luft."

SC Lauchringen – FC Erzingen 1:5 (1:0). – Tore: 1:0 (7.) Jordan; 1:1 (52.) Bonomo; 1:2 (55.) Faslak; 1:3 (58.) Linke; 1:4 (77.) Morawczik; 1:5 (90.) J. Göbel. – SR: Leonardo Vallone (Albbruck). – Bes.: GR für Manneh (SCL/85.).

Die lautstarke „Kabinenpredigt“ von Klaus Gallmann zeigte Wirkung: „Nach der Pause waren wir wie verwandelt“, freute sich der Erzinger Trainer über die Reaktion seiner Elf, die vor der Pause „kaum schlechter spielen konnte.“ Auch zahlreiche Ausfälle und die verspätete Ankunft einiger in der Schweiz arbeitenden Spieler seien kein Grund, sich so zu präsentieren", betonte Gallmann. Er hätte das Spiel ja gern später bestritten, doch habe es "von den Lauchringern kein Entgegenkommen bei der Anfrage" gegeben.

Die Gastgeber starteten fulminant, erzielten bereits nach sieben Minuten durch Dominik Jordan die Führung. In der Folge agierten die fleißigen Lauchringer bestimmend, ohne aber weitere Torchancen zu erspielen. Mit mehr Zug in der Offensive wäre gegen indisponierte Gäste vielleicht mehr drin gewesen.

Nach dem Wechsel besannen sich die Erzinger auf ihre Stärken und wendeten innerhalb von sechs Minuten das Blatt. Piero Bonomo, Hasan Faslak und Hannes Linke machten aus einem 0:1 ein 3:1. Der eingewechselte Marco Morawczik rechtfertigte das Vertrauen, bereitete mehrere Aktion mustergültig vor und machte selbst mit dem 4:1 den Sack zu. Den Schlusspunkt setzte dann Julian Göbel kurz vor dem Abpfiff.

SV NollingenRW Weilheim 2:5 (1:3). – Tore: 0:1 (5.) Schmidt; 0:2 (22.) Maier; 0:3 (30.) Götte; 1:3 (39.) Steinegger; 1:4 (54./ET) Köberlin; 2:4 (89.) Börner; 2:5 (90.) Stoll. – SR: Philipp Jourdan (Lörrach).

Auf schwer bespielbarem Boden beim SV Nollingen lösten die Weilheimer ihre Pflichtaufgabe beim B-Kreisligisten souverän: „Wir haben die widrigen Umstände angenommen und hätten auch höher gewinnen können“, so RW-Trainer Dietmar Knab: "Taktische Strategien waren fast nicht möglich auf dem Platz, dem der trockene Sommer arg zugesetzt hatte."

Schon zur Pause führte der Bezirksligist klar, ließ auch im zweiten Abschnitt nicht nach: "Wir haben das Spiel über die kompletten 90 Minuten dominiert. Der Erfolg war nie gefährdet", erhofft sich Knab zum Abschluss der englischen Woche auch beim FC Zell etwas Zählbares: "Aber das wird ungleich schwerer."

SV Liel-Niedereggenen – FC Bergalingen 9:2 (5:1). – Tore: 0:1 (2.) Strittmatter; 1:1 (27./FE) Großklaus; 2:1 (31.) Meier; 3:1 (32.) Völkel; 4:1 (33.) Meyer; 5:1 (44.) Zimmermann; 6:1 (46./ET) Neufeld; 6:2 (59.) M. Albiez; 7:2 (59.) T. Albiez; 8:2 (65.) Zimmermann; 9:2 (88.) Meyer. – SR: Zan Gavranovic (Lörrach).

Erstaunliches tat sich im Rebland: "Bis zum 1:1 war es ein ausgeglichenes Spiel", so FCB-Trainer Oliver Baumgartner, dessen Elf früh in Führung gegangenen war und durch einen überflüssigen Strafstoß den Ausgleich kassierte. Das Unheil brach in der 31. Minute herein, als Sebastian Meier, Robin Völkel und Robin Meyer binnen 200 Sekunden drei Treffer zum 4:2 erzielten. "Kurios war, dass wir in der Schlussphase durchaus noch zwei, drei Tore hätten machen können, wenn nicht sogar müssen", betont Baumgartner.

SV Rheintal – FC Wittlingen 2:6 (2:1). – Tore: 1:0 (30.) Schneider; 1:1 (34.) Arsentjew; 2:1 (43.) Asal; 2:2 (57.) Herbst; 2:3 (58.) Arsentjew; 2:4 (60.) Schneider; 2:5 (78.) Arsentjew; 2:6 (85.) Herbst. – SR: Bernhard Scherer (Waldshut-Tiengen).

"Wenn Philipp Stark das 3:1 gelingt, dann ist eine Überraschung drin", war Trainer Uwe Weissenberger mit der Vorstellung des sportlich und personell gebeutelten SV Rheintal gar nicht unzufrieden: "Vor dem Wechsel sind wir ebenbürtig, gehen zuversichtlich mit einer Führung in die Pause." Jonas Schneider und Manuel Asal hatten vor und nach dem ersten Treffer von Witalij Arsentjew für die aufgeräumt wirkenden Hausherren getroffen.

Knackpunkt in der Partie war dann tatsächlich die vergebene Stark-Chance, denn im Gegenzug zündeten die Wittlinger ein Feuerwerk. Alex Herbst traf zum Ausgleich, Sekunden später zirkelte Arsentjew einen Freistoß in den Winkel und Benedict Schneider machte gar das 2:4. "Da gingen die Köpfe natürlich runter", machte Weissenberger seiner Elf keinen Vorwurf: "Der FC Wittlingen zeigte in dieser Phase, weshalb er in der Bezirksliga zu den besseren Teams zählt", so der Rheintaler Trainer: "Abgesehen vom etwas zu hoch ausgefallenen Ergebnis war das eine Vorstellung, auf der sich aufbauen lässt."

<strong>Top Dienstleistung:</strong> Dan Stengritt war der Matchwinner des FC Wallbach. Beim 3:1-Sieg gegen den SV Herten erzielte der 30-Jährige alle drei Tore für seine Mannschaft.
Top Dienstleistung: Dan Stengritt war der Matchwinner des FC Wallbach. Beim 3:1-Sieg gegen den SV Herten erzielte der 30-Jährige alle drei Tore für seine Mannschaft. | Bild: Scheibengruber, Matthias

FC Wallbach – TuS Kl. Wiesental 5:2 (0:1/2:2) n.V. – Tore: 0:1 (8.) und 0:2 (69.) beide Hadfensteiner; 1:2 (85.) Stengritt; 2:2 (88./HE) Bitzenhofer; 3:2 (112.) Stockkamp; 4:2 (120.) Albiez; 5:2 (120.+1/FE) Stengritt. – SR: Mario Janutsch (Zell). – Bes.: Rot für Senn (TuS/88.) wg. Handspiel; GR für Link (FCW/107.).

Spannender und dramatischer kann ein Pokalspiel kaum verlaufen. Unter Flutlicht fand der FC Wallbach gegen den eine Klasse tiefer spielenden Gast nicht ins Spiel, musste aber das achten Minute sogar dem Rückstand durch Patrick Hafensteiner nachlaufen. Der Torjäger aus dem kleinen Wiesental erzielte in der 69. Minute sogar das 2:0. Die Hoffnungen der Wallbacher schienen sich zu verabschieden, denn auch in den nächsten 16 Minuten wurde das gegnerische Tor nicht getroffen. Noch hielt das Bollwerk des forsch auftretenden Kreisligisten.

Dann allerdings fasste sich Dan Stengritt ein Herz, traf zum 1:2 und setzte mit diesem Treffer neue Kräfte frei. Zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit hatten die Hausherren den Torschrei schon auf den Lippen, doch Konrad Senn wehrte den Ball mit der Hand auf der Linie ab. Die Folge: Rote Karte und Strafstoß, den Dominik Bitzenhofer gegen Maximilian Held zum Ausgleich versenkte.

In der Verlängerung spielten die Wallbacher nicht nur ihre Routine und Cleverness aus. Sie hatten auch die besseren Konditionsreserven, obwohl Tim Link (107.) mit Gelb-Rot vom Platz musste. Allerdings mussten sie bis nach dem Seitenwechsel auf das erlösende 3:2 durch den eingewechselten Max Stockkamp warten. In der Schlussphase traf der ebenfalls eingewechselte Christian Albiez zum 4:2. Dan Stengritt verwandelte als letzte Aktion des Spiels eine Foulelfmeter zum 5:2.

TuS Stetten – TuSBinzen 7:1 (1:0). – Tore: 1:0 (40.) Morelli; 2:0 (46.) Gültekin; 2:1 (47.) Merkt; 3:1 (58.) Di Stefano; 4:1 (65.) A. Gashi; 5:1 (71.) Gültekin; 6:1 (82.) A. Gashi; 7:1 (87.) M. Disanto. – SR: Nicolas Preinl (Kandern).