Fußball-Bezirksliga: – Der Blick auf die Tabelle ist für den SV Buch ein Genuss. Platz drei nach 13 Spielen kann sich sehen lassen und erinnert fast an jene Wochen im Herbst 2012, als die damals von Torsten Stockmann trainierte Elf sechs Wochen lang die Liga anführte. "Für uns ist das eine schöne Momentaufnahme", bremst Trainer Michael Hägele nach dem 3:1 im Nachholspiel gegen den SV Jestetten die Euphorie: "Wir können die Tabelle richtig lesen und sehen, dass bis Platz zwölf alles ganz eng zusammen steht."

Die Partie in Albbruck sah im SV Buch letztlich einen glücklichen Sieger: "Hinten raus haben wir die Belastung aus den beiden englischen Wochen schon gespürt", gesteht Trainer Michele Masi vom SV Jestetten ein. Zum Abschluss der Serie von fünf Spielen in 15 Tagen wünscht er sich nun nochmals ein Erfolgserlebnis gegen den FC Zell: "Robin Kübler ist zwar angeschlagen, dafür ist aber Silvan von Ow wieder dabei."

Beim SV Buch steigt angesichts der Erfolge die Erwartungshaltung: "Das ist normal, aber dennoch bleiben wir auf dem Boden", so Michael Hägele vor der Partie gegen den SV Weil II: "Wir wissen, dass das eine spielstarke Elf ist. Aber ich denke, dass wir uns durch unsere Heimstärke den Respekt der Gegner verdient haben. Sie wissen, dass man hier nicht so leicht punktet. Allerdings ist auch uns klar, dass wir zu Hause nicht unschlagbar sind", erinnert er ans 1:2 gegen den TuS Efringen-Kirchen.

Die Elf aus dem Rebland hat auswärts fast alle ihre Punkte geholt, ging nur beim FC Schlüchttal leer aus. An solche Kraftakte erinnert Spielertrainer Felix Blatter seine Jungs. Denen steckt vor dem Gastspiel beim erstarkten SV 08 Laufenburg noch das 0:7 gegen den SV Buch in den Knochen: "Es gab keine Seelenmassage. Jetzt heißt es einfach Kopf hoch und mutig sein." Dass seiner auswärts noch punktlosen Elf in Laufenburg das nächste Debakel droht, glaubt er nicht: "Auch wenn einige wichtige Spieler fehlen, bin ich davon überzeugt, dass wir diszipliniert und konzentriert spielen. Wir müssen unsere Stärken, die wir in den ersten Spielen geziegt haben, wieder abrufen."

Dass bei die Null-Achter auf die Häfte des Kaders verzichten müssen, nachdem nun auch noch Giuseppe Ferrara (Sperre) und Philipp Zapf (Urlaub), macht Felix Blatter nicht unbedingt zuversichtlicher: "Sie haben dennoch starke Offensivkräfte." Ein Punkt wäre für ihn ein Traum, zumal nicht nur alle drei Aufsteiger einsträchtig das Tabellenende zieren: "Wir müssen auch aufpassen, dass der Rückstand zum Tabellenmittelfeld nicht noch größer wird. Zuletzt lief von den Ergebnissen her alles gegen uns", blickt er mit Sorge auf neun Punkte Rückstand zu Platz zwölf.

Gespannt ist der FC Erzingen auf die erstaunliche Bilanz des TuS Efringen-Kirchen, der 13 seiner 14 Punkte in der Fremde geholt hat. Zwar verschaffte der 5:2-Erfolg beim FC Schönau der Elf aus dem Klettgau etwas Polster, doch die Aufgabe gegen den Landesliga-Absteiger birgt Gefahren. Ursprünglich sollte das Spiel schon auf dem Kunstrasen stattfinden, doch der ist noch nicht fertig. Nun gehts aufs tiefe Geläuf mit Naturrasen. Vielleicht ist aber genau das ein Vorteil, zumal die Gäste eher dem spielstarken Klientel zuzuordnen sind.

Mit vier Siegen in Folge hat der FC Wehr einen guten Lauf, will sich dabei auch vom Neuling FC Geißlingen nicht bremsen lassen. Doch Trainer Michael Schenker weiß, dass genau in solchen Spielen die große Gefahr liegt, etwas leichtfertig mit der Aufgabe umzugehen. Schließlich hat der FC Geißlingen, ähnlich wie der TuS Efringen-Kirchen, seine Ligatauglichkeit bislang eher in der Fremde angedeutet. Sieben der neun Punkte wurden mit Siegen beim FC Wallbach und FC Schlüchttal sowie dem 3:3 in Wittlingen geholt.

Aller guten Dinge für die SpVgg. Brennet-Öflingen könnten drei sein, wenn nach dem 4:1 gegen den FV Lörrach-Brombach II und dem 2:1 in Wallbach nun auch das Heimspiel gegen das in der Fremde noch sieglose Schlusslicht Bosporus FC Friedlingen gewonnen wird. Mit etwas Glück und Schützenhilfe aus Erzingen könnte die Elf von Trainer Urs Keser sogar die Abstiegsplätze verlassen. Keser darf sich aber sicher sein, dass sein einstiger Mitspieler aus alten Zeiten beim FC Wehr, Faik Zikolli, sich auf der Trainerbank der Gäste etwas einfallen lassen wird, um noch im Herbst die Trendwende zu schaffen.

Ehe er zum FC Schönau wechselte, war Heiko Günther beim FC Wittlingen als Trainer unter Vertrag. Nach nunmehr vier Pleiten in Folge und dem Verlust der Tabellenspitze, will er an alter Wirkungsstätte versuchen, den freien Fall zu stoppen. Spannend wird es allemal, denn ehe die Wittlinger zuletzt beim FC Zell mit 0:2 auf die Mütze bekamen, feierten sie immerhin selbst vier Siege in Folge.

Noch wird beim Tabellenführer FV Lörrach-Brombach II der Ball flach gehalten, was die Perspektive "Landesliga" betrifft. Dass das Team von Tobias Jehle dort oben angesichts der Erfolge der "Ersten" in der Verbandsliga gut aufgehoben wäre, ist indessen kein Geheimnis. Sollte nun auch das Heimspiel gegen den auswärts eher verhalten agierenden Verfolger VfR Bad Bellingen gewonnen werden, könnte die Elf auf dem Grütt nach dem 15. Spieltag ohne weiteres sechs Punkte Vorsprung an der Spitze haben.


Jürgen Wassmer vom FC Wallbach blickt auf den 15. Spieltag: