Eishockey, Final-Rückspiel der Meisterrunde:

EHC Herrischried – SC Ursellen 3:3 (Hinspiel: 2:5)

Tore: 0:1 (17.) Messerli; 1:1 (27.) E. Presheva; 2:1 (34.) K. Presheva; 3:1 (48.) Preuss; 3:2 (50.) und 3:3 (55.) beide Prinz. – Strafen:
EHC Herrischried: 3x 2 Min.; 1x 2+2 Min.; 1x 2+10 Min.; 1x 2+10+20 Min. – SC Ursellen: 5x 2 Min. – Z.: 760.

Chef der Liga: Wie schon oft zelebrierten die Fans des EHC Herrischried vor dem finalen Spiel eine gewaltige Choreographie.
Chef der Liga: Wie schon oft zelebrierten die Fans des EHC Herrischried vor dem finalen Spiel eine gewaltige Choreographie. | Bild: Heinz Frommherz

Auch wenn die Krönung ausgeblieben ist, darf der EHC Herrischried am Ende stolz sein. Erstmals in ihrer zehnjährigen Geschichte im Schweizer Amateur-Eishockey hatten die White Stags sowohl das KBEHV-Pokalfinale aus auch die Endspiele um den zentralschweizerischen Drittliga-Titel erreicht. Beide Entscheidungen mussten gegen den SC Ursellen aus der Berner Umland fallen und beide Titel gingen an den Kontrahenten.

Nach dem 2:5 vom Hinspiel gingen die White Stags höchst motiviert in ihr 26. und letztes Saisonspiel. Das Team um Spielertrainer Tomas Zourek wusste, dass es ohnehin eine klasse Saison absolviert hatte und somit im Rückspiel nichts zu verlieren hatte.

Vor 760 Zuschauern hatte auch der Gast seinen Spaß: "Wir haben uns zu Beginn der Meisterrunde gewünscht, dass wir in Herrischried das Finale bestreiten», betonte Marc Zbinden: "Die Stimmung war legendär. Einen besseren Saisonabschluss konnten wir nicht haben."

Auf dem Eis ging von Beginn an die Post ab.Während die Gäste eher verhalten begannen, schien sich bei manchem Herrischrieder doch etwas Nervosität angesammelt zu haben – was sich aber nach einigen Minuten legte. Besonders die Torhüter – Daniel Mendelin von den Gastgebern und Daniel Anderegg – kristallisierten sich als starker Rückhalt ihrer Teams heraus.

Zunächst musste sich Mendelin geschlagen geben, nach dem Simon Messerli völlig frei vor dem Tor zum Schuss kam. Ein bitteres Gegentor, denn die White Stags hatten sich in dieser Phase ein Chancenplus erarbeitet.

Im zweiten Abschnitt gab es attraktives Eishockey zu bestaunen. Besonders laut wurde es in der Halle, als Flügelflitzer Enver Presheva blitzschnell schaltete und in Unterzahl zum Ausgleich traf. Noch lauter wurde es sechs Minuten später: Timo Preuss legte für Top-Scorer Kadri Presheva auf. Der schoss Anderegg den Puck reichlich abgezockt zwischen Beinen hindurch ins Netz.

Nun war das Spiel gedreht. Zwischenzeitlich sah es so aus, als könne das Heimteam die Führung gar ausbauen. Allerdings war der Gegner mit seinen schnellen Gegenstößen immer brandgefährlich. So blieb es nach 40 Minuten beim 2:1-Pausenstand.

Groß war die Sorge zum Start des Schlussabschnittes: Zwei EHC-Spieler waren kollidiert, Alain Willemin blieb regungslos liegen und musste sich mit starken Brustschmerzen behandeln lassen. Kurz danach schied der Offensivverteidiger verletzt aus.

Volltreffer: Beim Penalty ließ Timo Preuss vom EHC Herrischried dem Urseller Torwart Daniel Anderegg keine Chance.
Volltreffer: Beim Penalty ließ Timo Preuss vom EHC Herrischried dem Urseller Torwart Daniel Anderegg keine Chance. | Bild: Heinz Frommherz

Einige Minuten später der nächste Aufreger. Timo Preuss enteilt und wurde bei seiner klaren Torchance gefoult. Der daneben stehende Schiedsrichter zeigte sofort Penalty an. Diese einmalige Chance ließ sich Preuss nicht nehmen, verlud den Gästetorhüter chancenlos und baute die Führung eiskalt auf 3:1 aus.

Hoffnungsschimmer: Der Jubel nach seinem Penaltytreffer von Timo Preuss zum 3:1 für den EHC Herrischried lässt erahnen, welcher Druck auf dem Schützen lag.
Hoffnungsschimmer: Der Jubel nach seinem Penaltytreffer von Timo Preuss zum 3:1 für den EHC Herrischried lässt erahnen, welcher Druck auf dem Schützen lag. | Bild: Heinz Frommherz

Jetzt kochte die Stimmung in der Halle – außer bei den 20 Urseller Fans – fast über. Es war laut wie wohl kaum zuvor in dieser Saison. Die White Stags schienen beflügelt, drängten auf das 4:1.

Doch der SC Ursellen wusste sich zu wehren. Olaf Prinz löste mit dem 2:3 eine gewisse Schockstarre in der Eissporthalle aus. Nun brauchte es erneut zwei Tore, um sich in die Verlängerung zu retten.

Die White Stags gaben alles, doch es reichte nicht. Prinz traf beim Überzahlspiel noch einmal und sicherte mit dem 3:3 seinem Team den verdienten Meistertitel.