Ringen: – Der TuS Adelhausen kassierte binnen weniger Stunden zwei bittere Niederlagen im Kampf um den Finaleinzug zur Deutschen Mannschaftsmeisterschaft. Vor über 1100 Zuschauern unterlag die Staffel von Florian Philipp und Bernd Reichenbach bei Wacker Burghausen mit 11:17 und ging somit nach dem 13:13 aus dem Hinkampf als Verlierer aus den Duellen mit dem amtierenden Deutschen Meister.

Dieses vom TuS Adelhausen angefochtene 13:13, vor Wochenfrist gegen zu spät angereiste Burghausener erreicht, bestätigte der Rechtsausschuss des Deutschen Ringerbundes (DRB). Veröffentlicht wurde die Entscheidung am Sonntag. Ob Rechtsmittel erfolge, ist offen. Zu Stellungnahmen war kein TuS-Funktionär erreichbar.

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Zuversichtlich betraten die Ringer des TuS Adelhausen, begleitet weit über 100 lautstarken und euphorischen Fans, die Sportparkhalle unter Deutschlands größer Burganlage. Um die Aufstellung war viel gepokert worden. Allerdings hatten beide Mannschaften viel Auswahl im Kader, so dass die Karten erst an der Waage aufgedeckt wurden.

Zum Auftakt des von Kampfrichterin Ramona Scherer aus Aschaffenburg geleiteten Duells gab Ibrahim Fallacara (57 kg/Greco) indessen die ersten beiden Mannschaftspunkte an Fabian Schmitt ab. Im Anschluss brachte jedoch Schwergewichtler Nick Matuhin den Gast dank eines "Vierers" gegen Anton Losowik erstmals in Führung.

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Die währte allerdings nicht lang, den Youngster Jörn Schubert gab im Freien Stil gegen Vladimir Egorow eine Vier ab. Schubert hatte innerhalb einer Woche vier Kilo Gewicht gemacht, um in der 61-Kiloklasse auf die Matte gehen zu können.

Im vierten Kampf sicherte Ramsin Azisir gegen den knapp 13 Kilo leichteren Bozo Starcevic im 98-Greco zwei Punkte für Wacker Burghausen. So musste Ivo Angelov bei einem 4:8-Rückstand zum letzten Mattenduell vor der Pause gegen Vitalis Lazovski auf die Matte. Allen Bemühungen zum Trotz reichte es Angelov lediglich zu einem 1:0-Erfolg, so dass der TuS Adelhausen zur Pause mit 5:8 im Hintertreffen war.

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Nach der Pause verpufften die bereits gesunkenen Hoffnungen schnell. Georg Harth (86 kg, Freistil) und Stephan Brunner (71, Freistil) kamen mit 0:4-Niederlagen in blaue Ecke zurück. Nachdem sich Roland Schwarz "nur" mit 2:0 gegen Maxi Lukas durchgesetzt hatte, war auch ein Remis nicht mehr möglich.

So konnte es Wacker Burghausen verschmerzen, dass Eigengewächs Dominik Ratz gegen Balint Koparsi im 75-Greco eine nicht überraschende 0:4-Niederlage einsteckte. Im letzten Kampf des Abends hatte es Alexander Semisorow im Freien Stil mit Magumadmurat Ghaziev, dem Stephan Brunner vor Wochenfrist trotz des 0:2 hervorragend Paroli geboten hatte, zu tun. Semisorov gab alles, unterlag aber Ende nur knapp mit 0:1.

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Ringerbund weist Beschwerde zurück

Auf der Internetseite des Deutschen Ringerbundes (DRB) veröffentlichte der Rechtsausschuss 1 seinen Beschluss, die Beschwerde des TuS Adelhausen gegen den von Vize-Präsident Bundesliga, Ralf Diener (Saarbrücken), erlassenen Verwaltungsbescheid abzuweisen. Eine Begründung liefert das von Derya Cilingir (Appenweier) geleitete Gremium allerdings nicht. Veröffentlicht wird die Stellungnahme von Antonio Silvestri (Ludwigsburg), der das Kampfgericht leitete.

Antonio Silvestri
Antonio Silvestri | Bild: Scheibengruber, Matthias
  • Silvestri beantwortet Fragen von Derya Cilingir ausführlich. So betont er, dass er Timo Zimmermann (Vorsitzender Ringen, TuS Adelhausen) von seinem Telefonat mit Raldf Diener in Kenntnis gesetzt hat. Diener habe angesichts des verspäteten Eintreffens des SV Wacker Burghausen auf einen späteren Kampfbeginn und eine Vorbereitungszeit zwischen Waage und Kampf hingewiesen. Zudem seien beide Mannschaften mit einem verspäteten Wiege- und Kampftermin einverstanden. Allerdings schreibt Silvestri auch, dass der TuS Adelhausen, namentlich Mannschaftsführer Florian Philipp, ausdrücklich auf 18.45 Uhr als Waagetermin bestanden habe.
  • Silvestri unterstreicht, dass er auf die Bundesliga-Richtlinien gepocht habe. Deshalb bat er um 18.45 Uhr zur Waage. Nach dem Eintreffen der Ringer aus Burghausen, wollte er diese innerhalb des30-mintüigen Zeitfensters zur Waage holen. Das habe Delegationsleiter Jürgen Löblein mit Hinweis auf die Zusage von Ralf Diener, dass später gewogen werde, verweigert.
  • Aus eigener Beobachtung schildert Silvestri, dass zumindest zwei Wacker-Ringer im so genannten Schwitzanzug vor Ort gewesen seien. Ein dritter Ringer habe sein Gewicht kontrolliert und laut Silvestri zu diesem Zeitpunkt noch 200 Gramm zuviel gewogen.

Urteil und Stellungnahme des Ringerbundes im Wortlaut unter: http://www.ringen.de