Turnen: – Das Anfangsbild hat Symbolkraft. Da klatschen und tanzen Vereinsdelegierte, Gauvorstand und Ehrengäste in der St. Hertener Josefshalle. Den Rhythmus geben die Tänzerinnen des TuS Herten mit ihrer Darbietung auf der Bühne vor. Bewegung tut immer gut. Und den Zwang, sich nicht auszuruhen und sich stattdessen auf neuen Wegen den Anforderungen der Zukunft zu stellen, mahnten die Verantwortlichen des Markgräfler-Hochrhein-Turngaus (MHTG) beim Gauturntag, den der TuS Herten zu seinem hundertjährigen Jubiläum ausrichtete, in ihren Berichten immer wieder an.

Allen voran Dieter Meier als Oberturner forderte die anwesenden Vereine schon vor der Versammlung in einem Antrag auf, den Vorstand des Turngaus zu beauftragen, die Möglichkeiten zur Anstellung eines hauptamtlichen Geschäftsführers zu prüfen, um dem nächsten Gauturntag in einem Jahr einen Vorschlag zu unterbreiten, wie diese Anstellung finanziert werden kann. Eventuell müsse dafür auch die Satzung geändert werden, so Meier. „Ich will jetzt nur ein Signal von euch, ob ihr euch das vorstellen könnt“, sagte der 61-jährige Rheinfelder, der nun schon seit 14 Jahren die Geschicke des Turngaus leitet.

Nur mit einer hauptamtlichen Geschäftsführung, eventuell einer Halbtagskraft, sei es möglich, die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Alleine mit Ehrenamtlichen, die man aber dringend weiter benötige, sei das alles nicht mehr zu stemmen, so Meier, der aber durchblicken ließ, dass eine hauptamtliche Geschäftsführung nur eine geringe Anhebung der Mitgliedsbeiträge mit sich bringen würde.

Die Abstimmung über den Antrag Meiers fand bezeichnenderweise vor den Neuwahlen statt. Der Gauvorsitzende hatte schon zuvor keinen Hehl daraus gemacht, dass er die Zustimmung der Gauvereine brauche, um sich selbst eine Zukunft als Turngau-Chef vorstellen zu können. Meiers Wunsch wurde erfüllt: Der Antrag wurde ohne Gegenstimme bei nur drei Enthaltungen angenommen. Meiers Wiederwahl danach war reine Formsache: Mindestens bis 2020 bleibt er Vorsitzender des Markräfler-Hochrhein-Turngaus.

Bestätigung bei Neuwahlen

Dabei kann er auch auf seine bewährte Mannschaft bauen. Alle zur Wahl stehenden Vorstandsmitglieder erhielten das Vertrauen der Delegierten und machen für die kommenden zwei Jahre weiter. Das sind Christiane Schwindt (Laufenburg) als Vorsitzende Lehrwesen, Sabine Geiger (Grießen) als Vorsitzende Breitensport, Frank Itzin (Schopfheim) als Beisitzer, Thomas Schmidt (Wehr) als Beisitzer der Fachbereiche sowie die beiden Kassenprüfer Dietmar Bächlin (Rheinweiler) und Jana Oelschläger (Harpolingen).

Zwei vakante Ämter

Trotz aller Anstrengungen bleiben zwei wichtige Ämter unbesetzt. So wurde kein Vorsitzender für Kultur und Öffentlichkeitsarbeit gefunden, und auch der Posten des Vorsitzenden für Leistungssport bleibt vorerst vakant. In seinem Jahresbericht ging Dieter Meier auf weitere Punkte ein, die noch offen seien. So ist es nicht gelungen, einen Ausrichter für das eigentlich dieses Jahr anstehende Gauturnfest zu finden. Meier regte stattdessen eine Turnschau für die Zeit nach den Sommerferien an. Für diese Veranstaltung wird aber ebenso noch ein Ausrichter gesucht wie für das Kinderturnfest.

Neu: Vanja Seger vom TV Hausen ist Regionalbeauftragte.
Neu: Vanja Seger vom TV Hausen ist Regionalbeauftragte. | Bild: Welte, Gerd

Der Vorsitzende der Turner hatte auch Positives zu berichten: So ist es dem Turngau gelungen, nach dem beruflich bedingten Rückzug von Nicole Meier als Regionalbeauftragte des MHTG schnell eine Nachfolgerin zu finden. Im Juli hatte Meier ihre Arbeit in der Geschäftsstelle in Schwörstadt aufgegeben.

Neue Regionalbeauftragte

Seit November gibt es eine neue Regionalbeauftragte: Vanja Seger (37) vom TV Hausen. Sie stellte sich den Delegierten in Herten kurz vor. „Ich will Nicole Meiers Arbeit fortsetzen“, sagte sie. Auf ihrer Agenda stehen die Übungsleiterfortbildungen ebenso wie die Aktion „Mann bleib fit“, die in diesem Jahr in die zweite Runde geht.

„Wir müssen Übungsleiterinnen und Übungsleiter in die Vereine bekommen, die Kinder und Jugendliche für Sport begeistern“, appellierte Meier in seinem Jahresbericht, der die Überschrift des Wandels in der Gesellschaft trug. Diesem Wandel müsse man sich allein deshalb stellen, um gegen die Konkurrenz der kommerziellen Anbieter bestehen zu können. Meier: „Wir müssen als Turnvereine die erste Adresse für den Fitness-, Freizeit- und Gesundheitssport sein.“

Qualifizierte und vielfältige Angebote für jedes Alter zu finden – das sei das große Ziel. Die Anfänge seien bereits gemacht worden. So etwa bei den Angeboten der Gymwelt. Kommendes Jahr soll es erstmals einen Gymwelt-Tag im Turngau geben.

Die Vereinsinfotage gehören ebenso zum Pflichtprogramm wie Vereinsbefragungen, Aus- und Weiterbildung bei Lehrtagungen oder die Stärkung der Jugendarbeit zum Beispiel durch den beliebten Maskottchentest.

Ehrung: Dem Ehrenvorsitzenden Karl Friedrich Müller (rechts) wurde von Turngau-Chef Dieter Meier die Diamantene Gau-Ehrennadel verliehen.
Ehrung: Dem Ehrenvorsitzenden Karl Friedrich Müller (rechts) wurde von Turngau-Chef Dieter Meier die Diamantene Gau-Ehrennadel verliehen. | Bild: Welte, Gerd

Ehrung und Verabschiedung

Besondere Worte des Dankes gab es beim Gauturntag für die ehemalige Gauvorsitzende Eleonore Schmid (Küssaberg), die als Vorsitzende des Ehrungsausschusses verabschiedet wurde, und für Karl-Friedrich Müller (Weil), der ebenfalls schon an der Spitze des Turngaus stand und heute Ehrenvorsitzender ist. Ihm wurde von Dieter Meier die „Diamantene Ehrennadel“ des Turngaus für seine besonderen Verdienste verliehen.

Mit Schwung: Die Tänzerinnen des Ausrichters TuS Herten gaben beim Gauturntag des Markgräfler-Hochrhein-Turngaus den Takt vor.
Mit Schwung: Die Tänzerinnen des Ausrichters TuS Herten gaben beim Gauturntag des Markgräfler-Hochrhein-Turngaus den Takt vor. | Bild: Welte, Gerd

Rund um den Gauturntag in Herten

Ehrengäste: Grußworte entrichteten beim Gauturntag in Herten die Lörracher Landrätin Marion Dammann, CDU-Landtagsabgeordnete Sabine Hartmann-Müller, die auch Ortsvorsteherin von Herten ist, der Rheinfelder Oberbürgermeister Klaus Eberhardt, der Präsident des Badischen Turnerbunds, Gerhard Mengesdorf (St. Georgen), sowie der Vorsitzende von Gastgeber TuS Herten, Jean-Pierre Roschman.

Arbeitskreise und Jugend: Dem Gauturntag vorgeschaltet waren zwei Arbeitskreise. Marc Fath vom Badischen Turnerbund informierte über die Möglichkeiten, wie sich Vereine in einer sich verändernden Gesellschaft weiter entwickeln müssen. In einem zweiten Arbeitskreis am Vormittag gab Barbara Shaghagi vom Badischen Turnerbund Einblicke über Aus- und Fortbildung, über Lizenzerwerb und -erhaltung. Zügig und problemlos ging die Sitzung des Hauptausschusses der Turnerjugend über die Bühne.

Termine: Noch offen ist, wo die Ehrungsveranstaltung des Turngaus in diesem Jahr stattfinden wird. Folgende Termine sind angesetzt: 3. Februar: Maskottchenwettbewerb in Rheinheim; 23./24. März: Wintermannschaftskämpfe in Lörrach; 30./31. März: Fortbildung Fitness und Gesundheit in Brennet-Öflingen; 6. April: Bezirksentscheid Bestenwettkämpfe in Rheinheim; 19. Mai: Schlosspokal-Turnen in Inzlingen; 31. Mai bis 2. Juni: Landeskinderturnfest in Bruchsal; 1. Juni: Alterstreffen in Hüsingen; 20./21. Juli: Dachsberg-Turnfest; 28. September: Gaumeisterschaft Schleuderball und Steinstoßen; 12./13. Oktober: Lehrtagung „Fit und Gesund“ in Waldshut; ; 26. Oktober: Turnier Rhythmische Sportgfymnastik in Laufenburg; 18. Januar 2020: Gauturntag in Istein. – Der TV Jestetten stellte einen Antrag zur Ausrichtung des Gauturntags im Jahr 2021. (gew)