Tennis: (jümü) Wer hat’s erfunden? Die Schweizer! Unter diesem Motto hat der Badische Tennisverband (BTV) das sogenannte „Schweizer Modell“ eingeführt. Ziel ist, die Unsitte „Abschenken der Doppel“ bei klarem Spielstand einzudämmen. „Das ist uns im Verband und im Bezirk schon lang ein Dorn im Auge“, betonte der Sportwart Tobias Bulz (Konstanz) bei der Sport- und Jugendwartetagung des Bezirks Schwarzwald-Bodensee in Kirchen-Hausen.

Bezirksjugendwart Tim Nitsch (Singen) berichtete von zwei Badischen Meistern und Baden-Württembergischen Vizemeistern – Phil Exner (TC Konstanz) und Patrick Schön (TC Stockach). Mit flächendeckenden Trainingsmöglichkeiten soll das neue Förderkonzept umgesetzt werden. So wird die Sichtung der Jüngsten künftig unter Wettkampfbedingungen über die Bühne gehen. Außerdem möchte Nitsch beim Nachwuchs eine Winterhallenrunde installieren. Diskutiert wurde die Ankündigung, ab 2020 Rundenspiele unter der Woche zu terminieren. Der Bezirksjugendwart, der einen Turnierreferenten zu seiner Unterstützung sucht, möchte den Versuch wagen.

Tobias Bulz stellte eine erfreulich stabile Anzahl an Vereinen im Bezirk fest. Mannschatfen bestehen immer mehr aus vier statt aus sechs Spielern. Positiv sei die Entwicklung bei den Doppel-Meldungen: Für 2019 haben 21 Teams gemeldet. Spielgemeinschaften können künftig aus drei Vereinen bestehen. Bei der Gruppeneinteilung sind prinzipiell kleinere Einheiten geplant.

Möglichst schon im Kindergarten sollten Mädchen und Jungen für Tennis begeistert werden, so Schul-Referentin Regina Meyer-Stoll aus Radolfzell. Schüler und Lehrer werden entsprechend ausgebildet. Sie verwies auf die finanzielle Förderung der Kooperation Schule-Verein durch den Badischen Sportbund sowie der Schultennisaktionen, die vom Bezirk unterstützt werden.

Zum Abschluss erhielten die sportlich Verantwortlichen die Bezirksmeister-Urkunden ausgehändigt.

Die Aktiv-Bezirksmeisterschaft (26. bis 28. April) findet beim TC Singen, TC Rebberg Radolfzell und TC Moos statt. Die Jugend spielt vom 1. bis 5. Mai beim TC Markdorf und TC Immenstaad.

Schweizer Modell

Im neuen Wertungs-System des Badischen Tennisverbandes sind künftig sind die Matches für die Tabelle das entscheidende Kriterium. Konsequenz daraus ist, dass ein Team, das zwei hohe Siege feiert und einmal knapp verliert, in der Tabelle besser platziert ist, als ein Konkurrent mit drei knappen Siegen. Den Matches kommt damit mehr Bedeutung. Abschenken könnte sich im Laufe der Runde rächen. Bisher gab es für eine gewonnene Begegnung zwei Siegpunkte. Matches, ob geschenkt oder erspielt, gaben erst bei Punktgleichheit den Ausschlag.