Handball, Aufstiegsrelegation zur 2. Bundesliga: HC Empor Rostock – HSG Konstanz (Sonntag, 16.30 Uhr, Stadthalle). – Wer hat die Enttäuschung der ersten Runde besser und schneller verdaut? Diejenige Mannschaft, die das besser in eine Jetzt-erst-recht-Stimmung kanalisiert, dürfte einen gehörigen Vorteil haben. Die HSG will sich beim ehemaligen Europapokalsieger eine gute Ausgangsposition fürs Finale in der Schänzlehalle erarbeiten.

Keine Woche ist es her, als Rostock der schon sicher geglaubte Aufstieg aus den Händen gerissen wurde. In allerletzter Sekunde. Nach dem 24:23 in Krefeld schien der zehnfache DDR-Meister trotz eines 22:23 vor eigenem Publikum aufgrund der mehr erzielten Auswärtstore am Ziel. Ein letzter Verzweiflungswurf der Krefelder – Torwart und Ball landeten knapp im Tor. Oder auch nicht. An dieser Frage entzündete sich das Rostocker Entsetzen. Selbst aus mehreren Kamera-Perspektiven kaum aufzulösen, ob der Ball wirklich mit vollem Umfang hinter der Linie war. „Leere“, das lähmende Gefühl an der Ostsee.

Auch am Bodensee herrschte große Enttäuschung nach den Niederlagen gegen Eisenach. Das Aus kam zwar weniger dramatisch, die Unzufriedenheit über die eigene Leistung war umso größer. Konstanz gelangte nie „ans Optimum“, so Kapitän Tom Wolf. Zu viele Fehler, ungewohnte Lücken in der Defensive – die Spieler brennen nun darauf, zu zeigen, was wirklich in ihnen steckt. Denn, so fügt die Eisenacher Trainer-Ikone Hasanefendic hinzu: „Die HSG ist eine spielerisch sehr gute Mannschaft mit viel Tempo. Mir gefällt das. Sie spielt schneller, schöner und besser als wir.“ In Sachen Abgeklärtheit und Erfahrung jedoch war sie den Thüringern deutlich unterlegen.

Ein Fakt, der im Duell mit Rostock deutlich weniger ins Gewicht fallen dürfte. Denn wie Konstanz setzt auch Rostock auf junge, hochtalentierte Spieler. Trainer Till Wiechers hat als Ex-Flensburger einige Talente seines alten Vereines nach Rostock gelockt. Mit dem 2,07 Meter großen Andre Meuser verfügt er zudem über ein Talent, das nächste Saison nach Dormagen wechselt. Nick Witte, der in Neuhausen 2. Bundesliga gespielt hat, oder Jonas Steidtmann, einer der Ex-Flensburger. „Insofern“, sagt Daniel Eblen, „wird in der Struktur der Mannschaften nun mit gleichen Karten gespielt.“

Das Team des Cheftrainers muss sich aber auf einen völlig anderen Gegner einstellen. Einen, der in der Abwehr viel aggressiver als Eisenach agiert und seine Stärken mit sehr variabler Besetzung im Tempo besitzt. Das HSG-Lager freut sich auf das Geschenk der zweiten Chance. „Wir haben gesehen“, so Eblen, „was wir besser machen können.“ Besser in der Abwehr spielen, weniger Gegentore kassieren – und bis zum Ende konzentriert bleiben. „Eisenach hat gezeigt, wie man in solchen Spielen antritt. Für ein junges Team ist es zwar nicht einfach, über 60 Minuten konzentriert und geduldig zu sein – aber dahin müssen wir kommen.“ Das Wechselspiel zwischen Kampf, Energie und Konzentration sind in seinen Augen besonders wichtig. „Abwechselnd heiß und kalt“, meint der 44-Jährige.

Während der Fanclub in Kleinbussen nach Rostock fährt, können die Daheimgebliebenen per Public Viewing in der Schänzle-Halle mitfiebern. Das Spiel wird zudem im Livestream (www.hsgkonstanz.de) übertragen. Tickets für das Rückspiel am 1. Juni sind über www.hsgkonstanz.de/tickets erhältlich.