Segeln: Am Freitag, um 19.30 Uhr, soll der Startschuss zur 69. Rund Um vor Lindau fallen. Doch noch steht zumindest hinter der Startzeit ein Fragezeichen. Denn: Bevor die knapp 320 Boote in die Nacht aufbrechen, wollen die Verantwortlichen des Lindauer SC einen Erkundungsflug über den See machen und Ausschau halten, wo sich große Treibholzfelder befinden, die den Teilnehmern unter Umständen Probleme bereiten könnten.

Erkundungsfahrten wegen Treibholz

„Wir gehen derzeit davon aus, dass alles normal läuft. Werden aber, wenn überhaupt, die Startzeit ändern“, erklärte LSC-Vize und Wettfahrtleiter Achim Holz im Gespräch mit unserer Zeitung. Nach einem weiteren Gewitter in der Nacht auf Donnerstag befindet sich gerade im Startbereich vor Lindau immer noch viel Treibholz. „Wir haben bei Erkundungsfahrten aber auch gesehen, dass das Holz nur bis auf Höhe Romanshorn treibt und da müssten alle Segler noch bei guter Sicht durch sein, da wir ja in die längste Nacht des Jahres hineinstarten“, so Holz optimistisch.

Ralph Schatz nicht am Start

Probleme mit dem Treibholz, das teilweise auch für die Segelsportler unsichtbar knapp unter der Wasseroberfläche treibt, könnten besonders die schnellen Racer vom Typ Libera und die Mehrrumpfboote bekommen. Wenn es bei der Rund Um relativ viel Wind geben sollte, fliegen die schnellen Kats, oder auch das Boot des Schweizers Eric Monnin, das mit Foils (eine Art Flügel) ausgestattet ist, mit bis zu 50 Stundenkilometern über den See. „Wir waren im April auf dem See unterwegs und sind auf einen Baumstamm gefahren, ich war gerade vorne und lag sofort im Wasser“, erinnert sich der zweifache Rund-Um-Sieger Ralph Schatz. Er und seine Crew können heute mit ihrer „Orange Utan“ allerdings nicht starten, da sie bei der Bol d`Or am Wochenende in einem gewaltigen Sturm ihren Mast verloren und Schäden am Rumpf haben. „Ich würde bei dem vielen Holz aber auch sonst nicht antreten. Ich halte es für unverantwortlich, die Regatta zu starten“, so Schatz.

Helge Sach entscheidet kurzfristig

Auch Helge Sach, der mit seinem Katamaran „Itelligence“ schon seit vielen Jahren aus Schleswig-Holstein zur Rund Um kommt und immer wieder vorne mit dabei war, überlegt noch ob er starten wird: „Wir waren Mittwoch schon auf dem See draußen und es gibt jede Menge Holz. Wir werden kurzfristig entscheiden, ob wir starten oder nicht“, erklärte Sach.

1999 wurde Rund Um verschoben

Wettfahrtleiter Achim Holz will um 16.30 Uhr bei der Wettershow allen Seglern den aktuellen Stand erläutern und auf mögliche Treibholzfelder hinweisen. Holz verweist aber auch auf die Ausschreibung zur Rund Um, in der klar geregelt ist, dass jeder Schiffsführer selbst entscheiden muss, ob er antritt oder nicht. „Die Verantwortung liegt allein bei ihm, er übernimmt auch die Verantwortung für seine Mannschaft. Der Veranstalter ist berechtigt, in Fällen höherer Gewalt oder aufgrund behördlicher Anordnungen oder aus Sicherheitsgründen, Änderungen in der Durchführung der Veranstaltung vorzunehmen oder die Veranstaltung abzusagen. In diesen Fällen besteht keine Schadenersatzverpflichtung des Veranstalters gegenüber dem Teilnehmer“, so ein Teil des Haftungsausschlusses der Rund Um Ausschreibung. 1999 übrigens wurde sie das erste Mal verschoben. Vom Fronleichnam auf den 3. September, zu viel Holz im See.

Infos über eine mögliche Startverschiebung und das Programm der Rund Um unter: www.lsc.de. Weitere Infos auch: www.suedkurier.de