Frauenfußball, SBFV-Pokal Halbfinale: FC Hochrhein – Hegauer FV 2:3 (2:0). – Luisa Radice atmete erst einmal tief durch: "Das war knapp", schnaubte die Spielführerin des Hegauer FV nach dem glücklichen 3:2 ihrer Elf beim Verbandsligisten FC Hochrhein. Und Interimstrainer Uwe Kreuz, der Gino Radice vertrat, wischte sich ebenfalls den Schweiß von der Stirn: "Sie waren aggressiver und ließen uns nicht ins Spiel kommen", erklärte er den 0:2-Rückstand des Regionalligisten vor der Pause.

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Bis zum Seitenwechsel hatte der hoch gehandelte Gast aus dem Hegau kaum stattgefunden, sieht man von Lena Engessers Lattenschuss (12.) ab. Unzufrieden mit dem kleinen, engen Platz verlor der Favorit etliche Zweikämpfe, sah sich immer wieder von Tiziana Di Feo eingeleiteten Angriffen ausgesetzt. Aus dem Spiel heraus entwickelte der FC Hochrhein zwar wenig Torgefahr, umso mehr aber bei den zahlreichen Eckbällen. So fielen dann auch die Tore.

Samira Schönstedt suchte die kleinste Spielerin auf dem Platz und prompt gelang Nina Sardu per Kopf das 1:0 (30.). Beim 2:0 (35.) ließ HFV-Keeperin Teresa Straub die flache Ecke von Tiziana Di Feo passieren, Tamara Becker reagiert vor Jasmina Sumser, spitzelte den Ball ins Netz. Jetzt wurde es brenzlig für den Gast, der mit einem nie für möglich gehaltenen Rückstand in die Pause schlich. Die Pokal-Sensation bahnte sich an. Der Favorit lag fast am Boden. Doch Uwe Kreuz weckte die Lebensgeister: "Was in der Kabine geredet wurde, verrate ich nicht. Aber es war eine klare Ansage, die sofort umgesetzt wurde."

Video: Scheibengruber, Matthias

In der Tat legte der zwei Klasse höher spielende Gast den Hebel nach Wiederanpfiff sofort um, traf nach 45 Sekunden durch Luisa Radice zum 1:2. Dieser Treffer beflügelte die Elf aus dem Hegau durchaus, doch der FC Hochrhein wehrte sich. Nina Sardu verpasste innerhalb weniger Sekunden zwei Mal das 3:1, scheiterte an der klasse reagierenden Teresa Straub (58.) im Hegauer Kasten. Das war Teil eins der Show, die Teresa Straub zwei Minuten später – unfreiwillig – perfekt machte. Die HFV-Torhüterin stand gut 40 Meter vor ihrem Kasten und bugsierte den Ball als Befreiungsschlag blind nach vorn. Ihr Gegenüber, Lilly-Emma Ebner, eilte mit großen Schritten dem Ball entgegen, unterschätzte die vor ihr aufspringende Kugel jedoch. Prompt unterlief Ebner den Ball, konnte das kuriose Ausgleichstor zum 2:2 (60.) nicht verhindern.

Dennoch gab sich der FC Hochrhein nicht auf. Zwei Minuten später zog Teresa Becker davon, ließ die auf "Abseits" reklamierende Gäste-Abwehr stehen, traf aber mit ihrem Flachschuss nur den Pfosten. Besser machte es Anja Hahn mit einem Freistoß aus rund 30 Metern. Ihren hohen Schuss ließ die nun doch leicht verunsicherte Lilly-Emma Ebner passieren – 2:3 (80.).

So rettete sich der Regionalligist glücklich ins Finale, am Pfingstmontag gegen den ESV Freiburg: "Ich bin überglücklich, dass wir das nach der schlechten ersten Hälfte noch gepackt haben und dass ich dann auch noch mein erstes Tor in meinem Leben erziele", strahlte Teresa Straub: "Absicht war es sicher nicht – das kann ich freimütig zugeben." Die Gastgeberinnen taten sich in diesem Moment noch schwer, das Positive aus dem Spiel zu ziehen: "Wir haben unsere Aufgaben prima erfüllt, sind mannschaftlich hervorragend aufgetreten", so Trainer Tobias Schneider.

Tore: 1:0 (30.) Sardu; 2:0 (35.) Becker; 2:1 (46.) Radice; 2:2 (60.) Straub; 2:3 (80.) Hahn. – SR: Seifert (Waldshut-Tiengen). – Z: 310.