Handball-Oberliga: TuS Steißlingen – TV Weilstetten 32:31 (18:14). – In einem echten Krimi hat Steißlingen zunächst den Abstieg abgewendet. Durch den Sieg gegen den bis dahin punktgleichen TVW schieben sich die Blau-Weißen auf Rang 12, dennoch kann Weilstetten den TuS am letzten Spieltag überholen. Es bleibt spannend.

Druck wirkt sich nicht negativ aus

Allen war klar, dass eine Niederlage den Abstieg besiegelt. Dieser Druck schien sich nicht negativ auf die Mannschaft auszuwirken. Im Gegenteil. Sie legte in der bis auf den letzten Platz gefüllten Mindlestalhalle los wie die Feuerwehr. Weilstetten hatte nicht den Hauch einer Chance. Im Angriff agierte der TuS mit zwei Kreisläufern gegen die offensive 3:2:1-Abwehr des TV, was hervorragend funktionierte. Auf der anderen Seite fanden die Gäste kein Mittel gegen die kompakte TuS-Deckung.

Linksaußen Steffen Maier kaum zu halten

Der Start in den zweiten Durchgang klappte. Linksaußen Steffen Maier war kaum zu halten, zudem überzeugte Youngster Louis Rothkirch (24:17, 40.). Alles sprach für Steißlingen. Nun aber folgte jenes TuS-Gesicht, das zu oft in der Saison zu sehen war. Vielen Akteuren versagten die Nerven vor dem Tor. Weilstetten nutzte das eiskalt aus, ging 30:29 in Führung. Leon Sieck hielt drei freie Würfe, traf selbst ins leere Tor zum 31:30, Steffen Maier zum 32:30. Die Gäste agierte clever, spielten den letzten Angriff bis zum Schluss aus – 31:32. Damit zieht der TuS zwar am TVW vorbei, hat aber den direkten Vergleich nach dem 29:27 verloren.

Unglaublich opferungsvoll gekämpft

„Die Mannschaft hat unglaublich aufopferungsvoll gekämpft und tollen Handball gezeigt. Leider haben wir in der zweiten Hälfte nicht mehr so konsequent gedeckt, ein paar Chancen zu viel vergeben. Dass wir zum Abschluss zuhause gewannen, freut mich, auch wenn das Ergebnis nicht das ist, was wir uns vorstellten“, sagte Stich. (mw)

TuS Steißlingen: Walter, Leon Sieck (1, beide Tor); Biedermann (1), Klotz, F. Maier, Stefan Maier (3), Steffen Maier (7/3), Lennart Sieck (3), Rothkirch (7), Storz (5), Ströhle (1), Wangler (2), Wöhrle (2). – Z: 800.

HSG Konstanz schwimmt weiter auf Erfolgswelle

HSG Konstanz II – TSG Söflingen 33:32 (16:17). – Die HSG schwimmt weiter auf einer mächtigen Erfolgswelle. Mit dem Erfolg über Söflingen feierte sie den neunten Sieg 2019 und rückt mit auf den dritten Tabellenplatz vor. „Sensationell“, sagt Trainer Matthias Stocker, „das kann man kaum in Worte fassen.“ Da aber Plochingen ebenfalls erfolgreich war, spielt es als Tabellenzweiter Relegation.

Zwiespältige Gefühle im HSG-Lager

Dass vor dem letzten Spieltag lediglich ein Pünktchen zum Durchmarsch durch die 4. Liga fehlt, löst im HSG-Coach zwiespältige Gefühle aus. Einerseits, mit Blick darauf, wo sich seine Mannschaft noch im Januar befunden hat, überwiegt „Stolz und Freude“. „Wir haben eine beeindruckende Rückrunde gespielt. Das war nicht zu erwarten.“ Insgeheim habe man auf die kleine Chance auf Rang zwei geschielt. „Es hat natürlich schon ein wenig gekitzelt.“ Deshalb schwingt ein klein wenig Enttäuschung mit, dass es nicht ganz reichte. Doch der 31-Jährige bleibt Realist: „Aller Ehren wert“, sei die Bilanz.

Nach dem Wechsel wesentlich besser

Und nicht nur die. Auch die Leistung gegen Söflingen. Obwohl der erste Durchgang mit vielen Wechseln nicht wie gewünscht lief. Die 3:2:1-Abwehr agierte ordentlich, produzierte die HSG im Angriff aber zu viele einfache technische Fehler, und: „Der Rückzug hat nicht gepasst“, schimpfte Stocker. „Der war so schlecht wie noch nie in dieser Saison.“ Nach dem Wechsel sollte dies wesentlich besser werden. Weniger Fehler, mehr Tempo und ein besseres Rückzugverhalten sorgten für ein spannendes, umkämpftes Match. Als Söflingen 30:27 führte, schien die HSG-Serie zu reißen. Mit großem Kämpferherz machte sie das Unmögliche möglich und drehte die Partie. (joa)

HSG Konstanz II: Gemeinhardt, Herrmann (beide Tor); Löffler, Mittendorf, Both (6), Mack, Löffler (7), Schweda (8/4), Michelberger (1), Lauber (4), Storz (1), Volz (3), Dahm, Hadlich (3).