Handball, Relegation zur 2. Liga: ThSV Eisenach – HSG Konstanz (heute, 19.30 Uhr, Werner-Aßmann-Halle). – Alle Augen der Handballfans in der Region sind auf das Duell in Thüringen gerichtet (live auf www.hsgkonstanz.de/livestream). Zwei Akte werden zeigen, welche Mannschaft für ihre überragende Saison belohnt wird. Ziel beider Vereine ist die direkte Rückkehr in die 2. Liga. Wie es der Zufall wollte, treffen die beiden von vielen Experten als stärkste Teams der vier Relegationsteilnehmer eingeschätzt direkt aufeinander.

Eisenach ist eine hohe Hürde

Welch große Hürde der HSG die Losfee vor das Ziel 2. Liga gesetzt hat, wird schnell deutlich. 31 Spielzeiten ging der Meister der 3. Liga Ost in der höchsten Liga der DDR an den Start. Nach der Wiedervereinigung zehn Jahre in der 1. Bundesliga und danach durchgängig in der 2. Bundesliga. Erstmals spielt er in dieser Saison drittklassig – ein Novum in der Vereinsgeschichte. Der „Betriebsunfall“ soll korrigiert werden. „Eine weitere Drittligasaison“, erklärt Manager René Witte, „auf dem Niveau der 2. Liga zu bestreiten, wäre nicht noch einmal so machbar. Der Aufstieg ist für uns deshalb von enormer Bedeutung.“

Nichts dem Zufall überlassen

Nichts wurde dem Zufall überlassen, mit dem Kroaten Sead Hasanefendic (70) ein international anerkannter Fachmann verpflichtet, der in seiner langen Karriere die Geschicke der Nationalmannschaften der Schweiz, Bosnien-Herzegowina, Serbien und Tunesien sowie zahlreicher Erstligisten in den Topligen Europas leitete. Der Taktikfuchs bekam hochkarätiges Personal zur Verfügung gestellt. Die Stammformation verfügt über viel Erst- und Zweitligaerfahrung. Der ohnehin schon stark besetzte Kader wurde sogar noch mit drei Nachverpflichtungen aufgerüstet: Andrej Obranovic, 1,96 Meter großer kroatischer Jugendnationalspieler für den Rückraum, der israelische Nationalspieler Yoav Lumbroso als zusätzlicher Spielmacher sowie der international erfahrene slowenische Torhüter Blaz Voncina (35). Stammkeeper Voncina zog sich im letzten Punktspiel einen Innenbandabriss im Knie zu, am Donnerstagabend verkündete der Ex-Erstligist die kurzfristige Nachverpflichtung von Dusan Podpecan (43), 146-facher Nationaltorwart von Slowenien.

Abwehr die Stärke des ThSV

Gerade in der Abwehr sieht Daniel Eblen die größten Stärken des ThSV. „Das ist sicher ihr Grundpfeiler“, hebt der Cheftrainer die große körperliche Präsenz des Gegners hervor. Im Angriff mache sich „ein ausgefeiltes Spielsystem“ bemerkbar, „das die Stärken der einzelnen Spieler immer wieder zum Tragen bringt. Das wird eine riesige Aufgabe.“ Für viele Beobachter ist Eisenach der große Favorit. „Vielleicht ist dadurch aber auch der Druck größer“, antwortet Eblen. „Dass wir davon profitieren können, setzt jedoch eine eigene gute Leistung voraus. Nur darauf konzentrieren wir uns.“

Daniel Eblen steht kompletter Kader zur Verfügung

Dafür steht ihm der komplette Kader zur Verfügung. Langsam ist nun Anspannung wahrzunehmen. „Gut so“, meint der HSG-Coach. „Damit steigt die Konzentration.“ Neben der Tagesform wird es seiner Meinung entscheidend sein, welche Mannschaft ihre Art des Handballspiels und ihre Schwerpunkte „besser durchbringt“. Die große Kulisse in Eisenach sehen Trainer und Spieler eher als zusätzlichen Ansporn.

150 Fans begleiten die HSG Konstanz

Mindestens 150 Fans werden die HSG begleiten und so freut sich Eblen auf die tolle Erfahrung: „Es gibt Einfacheres. Man kann daraus aber auch positive Energie ziehen.“ Tim Jud berichtet von „stetig steigender Vorfreude“, während Paul Kaletsch „das geilste Handballspiel, was aktuell in Sachen Spannung und Stimmung in Deutschland zu sehen ist“, sieht. Mit der Frage nach einer guten Ausgangsposition fürs Rückspiel lässt sich Eblen nicht aus der Reserve locken. „Ein gutes Ergebnis aus dem Hinspiel ist es, wenn wir nach dem Rückspiel ein Tor mehr erzielt haben.“

Spieler spüren „positive Ungeduld“

Die Entscheidung nach Europapokal-Arithmetik stellt dabei etwas ganz Besonderes dar. Was für die Trainer große Anspannung bedeutet, ist bei den Spielern in „positiver Ungeduld“ (Kaletsch) zu spüren. „Wer auf dieses Spiel nicht heiß ist“, unterstreicht der Torschützenkönig der 3. Liga Süd, „dem ist nicht mehr zu helfen.“ Trotz der schweren Aufgabe scheint das Ziel einfach: „Ein Sieg natürlich.“ Tim Jud spricht damit aus, was sich beide Vereine als Krönung einer tollen Saison wünschen.

Livestream und Online-Ticketverkauf

Beide Aufstiegsspiele werden im Livestream auf www.hsgkonstanz.de übertragen. Für das Rückspiel am 18. Mai in Konstanz sind nur noch wenige Sitzplätze in Block A und C der Haupttribüne verfügbar. Die HSG wird daher hinter den Toren zusätzliche Sitzplätze schaffen. Darüber hinaus stehen weitere Stehplätze hinter den Toren und ganz oben auf der Haupttribüne zur Verfügung. Tickets gibt es unter: www.hsgkonstanz.de/tickets