Fußball-Bezirksliga: Falls ein aufmerksamer Fan der HSG Konstanz am Wochenende bei der Fußball-Bezirksligapartie zwischen dem SC Konstanz-Wollmatingen und dem FC RW Salem (Endstand 1:1) im Hockgraben dabei war, kam er ins Grübeln: Hoppla, wer steht denn da im Tor des FC Rot-Weiß? Den kenn‘ ich doch? In der Tat: Der Schlussmann der Salemer pariert eher geworfene statt getretene Bälle. Sven Köster. Der 18-jährige Torwart, der aus einer sportbegeisterten Familie kommt, spielte in den beiden vergangenen Spielzeiten in der A-Junioren-Handball-Bundesliga für die HSG Konstanz. Am Wochenende gab der Handballtorhüter, der parallel auch noch für die A-Jugendfußballer des FC Rot-Weiß Salem Tore verhinderte, sein Bezirksligadebüt als Schlussmann der Salemer Herrenmannschaft – mit fehlerfreier Leistung.

Priorität hat der Handball

Wie schafft er es, beide Sportarten zu koordinieren? „Die Priorität liegt bei mir auf dem Handball“, sagt er, fügt aber direkt an: „Mein Vater ist Jugendleiter beim FC Rot-Weiß Salem, der Kontakt zum Fußball war und ist natürlich weiterhin da. Ich helfe immer aus, wenn ich gebraucht werde und am selben Tag kein Handballspiel stattfindet. Die Fußballtrainer in Salem freuen sich immer, wenn ich zur Verfügung stehe.“ Läuft die Handball- und Fußballsaison parallel, trainiert Köster nur mit den Handballern. „Sobald die Handballsaison Pause hat, gehe ich ins Fußballtraining nach Salem.“ Der 18-Jährige erzählt außerdem mit einem Schmunzeln: „In der Jugend hat mein Vater teilweise extra die Fußballspiele in die Woche verlegt, damit ich bei beiden Sportarten dabei sein konnte. Sonst hätte ich das alles nicht unter einen Hut bekommen.“

Torhüter in bis zu fünf Mannschaften

Auf den 1,97 Meter großen Mimmenhauser ist Verlass: Der Torwart spielte vergangene – momentan noch in der Bezirksliga – für fünf Teams. Bei den Konstanzer Handballern war der 18-Jährige neben den A-Junioren auch für die Dritte der Herren im Einsatz, bei den Salemer Fußballern hütete er das A-Jugend-Tor, der zweiten und am Wochenende bei der ersten Mannschaft.

„Super Rückhalt und sehr verlässlich“

„Sven ist ein klasse Typ“, sagt Julian Mattes, Trainer der A-Junioren des FC Rot-Weiß Salem. „Er ist ein super Rückhalt und sehr verlässlich. Im Saisonendspurt hatte er mit unglaublichen Paraden großen Anteil daran, dass wir die Klasse gehalten haben“, ergänzt er. Andreas Joas, Pressesprecher der HSG Konstanz, schließt sich der positiven Meinung von Fußballkollege Mattes an: „Sven hat sich in den zwei Jahren bei der HSG sehr gut gemacht. Er war in der A-Junioren-Bundesliga lange Zeit unsere Nummer 1.“

SV Köster wechselt zur HSG Mimmenhausen

Nun verlässt Sven Köster, der just sein Abitur auf dem Witschaftsgymnasium in Überlingen absolviert hat, aus beruflichen Gründen (er will Polizist werden) die HSG Konstanz und wechselt zurück zur HSG Mimmenhausen. Dort wird er in der Herrenmannschaft in der Handball-Landesliga spielen. „Ich hätte gerne bei der HSG Konstanz weiter gemacht, aber aus beruflichen Gründen ist der Aufwand einfach zu groß.“ Salem oder Mimmenhausen, Handball oder Fußball – die Antwort von Sven Köster: Beides!