Volleyball, Bundesliga-Finale: VfB Friedrichshafen – Berlin Recycling Volleys (Mittwoch, 20 Uhr, ZF Arena). – Am Mittwoch (20 Uhr) geht es darum, ob Friedrichshafen oder Berlin die bronzene Meister-Schale in die Vitrine stellen darf. Für einen Friedrichshafener Spieler hat diese Partie allerdings noch eine andere Bedeutung: Kapitän Simon Tischer wird am Mittwoch ein letztes Mal als Profi die ZF Arena betreten.

Wenn man Tischer nach dem Spiel fragt, dann spricht er vom „Finale“, von einem sehr „intensiven Duell um die deutsche Meisterschaft“ und von „zwei Mannschaften auf Augenhöhe“. Dass er selbst definitiv das letzte Mal seine Volleyballschuhe schnüren wird, blendet Tischer fast völlig aus. „Ich hätte mich ja jetzt schon öfter auf das letzte Mal einstellen müssen“, sagt er. „Letzten Mittwoch war das zum Beispiel so. Dafür ist aber im Moment gar kein Platz in meinem Kopf.“

Priorität hat für ihn das Sportliche. In Spielen steht es 2:2 zwischen Friedrichshafen und Berlin, auch in Sätzen ist es ausgeglichen mit 9:9. Nur nach gespielten Punkten hat Tischers Team mit 406:402 die Nase vorn. „In der ganzen Serie hat keine Mannschaft die andere dominiert“, so Tischer, der schon den Supercup und den Pokal geholt hat. „Wir können mit der Meisterschaft aus einer tollen eine phantastische Saison machen. Berlin versucht, mit einem Sieg am Mittwoch die eigene Saison noch ein wenig zu retten.“

Den Druck sieht Tischer deshalb eher auf Seiten der Berliner. Von „Kopfsache“ spricht er, auch bei seinem Team. „Die Mannschaft, die am Mittwoch führt, wird nachdenken“, sagt er. „Man hat das bei Berlin gespürt. So eine 2:0-Führung kann schon auch hemmen. Da geht einem sehr viel im Kopf rum in diesem Moment.“ Dass Tomas Kocian in den letzten Partien mehr Spielanteile hatte als Tischer, gibt dem Kapitän allerdings nicht zu denken. „Wir haben alle unseren Anteil an den Spielen. Ich halte auch gern die Schale in die Höhe, wenn Tomas das Spiel seines Lebens macht und wir 3:0 gewinnen.“

Tischer möchte diesen Titel unbedingt, allerdings eher für die Mannschaft und nicht für den Abschluss seiner Karriere. „Auch wenn sich das vielleicht komisch anhört: Dieser letzte Titel würde meine Karriere jetzt nicht schlechter oder besser machen“, sagt er. „Ich wünsche mir einfach für die Jungs, dass wir die Schale holen.“ (gek)