Wassersport: Flockenwirbel, Gegenwind und bis zu einen Meter hohe Wellen überraschten die Teilnehmer der Eisfahrt des Bodensee Kanurings auf ihrer Tour von Konstanz nach Radolfzell. Während es beim Massenstart kalt, aber windstill und sonnig war, fiel ein paar Kilometer vor der Reichenau dann ein wahres Winterwetter-Potpourri über sie her. „Wegen der widrigen Verhältnisse kam es kurz nach Beginn der Seequerung zwischen der Reichenau und der Mettnauspitze zur Kenterung eines Bootes, doch solche Situationen gehören zu unserem Standardtraining, weshalb der unfreiwillig Badende problemlos den Wiedereinstieg schaffte. Paddelfreunde halfen ihm, und nachdem das Boot leergepumpt war, setzte er die Tour bis zum Ziel fort“, berichtete Petra Hassler-Mattes, Vizepräsidentin des BKR, die während der Veranstaltung am Notruftelefon saß.

„Die Selbsteinschätzung bei solchen sportlichen Veranstaltungen ist oft schwer, der Grat zwischen Mut, Übermut und Fehleinschätzung schmal, aber unsere Mitglieder haben sehr verantwortungsbewusst agiert, was mich richtig stolz macht“, freute sich Wanderwart Andreas Mattes. Dann ergänzte er: „Am Rastplatz Reichenau entschieden sich 27 Kanuten wegen der hohen Welle abzubrechen.“ Mattes lobte den Zusammenhalt und die Fairness der Sportler.

Von 193 Teilnehmern erreichten 166 das Ziel. Ein beachtliches Ergebnis bei solchen Bedingungen. Die Teilnehmer kamen aus 36 Vereinen zu diesem Jahresabschluss-Termin, wobei einige die weite Anreise von Brohl, Augsburg, Bern oder Landshut nicht scheuten. Mit der Power von 19 Sportlern in einem Boot erreichte das Drachenboot des Konstanzer Kanuclubs als erstes das Ziel. Bei der Auswertung hob Mattes besonders die Leistung zweier Teilnehmerinnen hervor. Sonja Schmidt und Jutta Pick-Hammes vom KSF Friedrichshafen waren kurz nach Tagesanbruch von Friedrichshafen aus in ihrem kleinen Kanu gestartet und hatten, als sie in Radolfzell ankamen, statt der 18 insgesamt 41 Kilometer zurückgelegt.