Handball, 3. Liga

HSG Konstanz

HC Oppenweiler/B.

39:22 (20:8)

Sagen wir’s gleich mal im Comedian-Jargon: Die ersten 40 Sekunden waren die Gäste gut im Spiel, dann erzielte Paul Kaletsch das 1:0 für den Meister – und von da an ging’s bis zum Pausenpfiff kontinuierlich „de Bach na“, wie der Schwabe angesichts einer mittleren sportlichen Katastrophe gerne mal sagt. 4:0 für Konstanz nach fünf Minuten, 5:2 nach zehn, 14:7 nach 20 und 20:8 nach der Hälfte der Spielzeit.

Vier Gründe für den stetig wachsenden Vorsprung

Dass der Vorsprung der HSG stetig anwuchs, hatte seine Gründe. Erstens: HSG-Torwart Simon Tölke wehrte acht Würfe ab, was bis zur Halbzeit eine bärenstarke Quote von 50 Prozent bedeutete. Zweitens: Tölkes Vorderleute legten eine konzentrierte Abwehrarbeit an den Tag. Drittens: Die Mannen von Trainer Daniel Eblen zeigten Qualitäten im Tempogegenstoß und erzielten so sechs Treffer – es hätten auch noch mehr sein können, wenn der Ball nicht gegen Latte oder Pfosten geprallt wäre. Viertens: Der Abwehrverbund der Schwaben war immer wieder löchrig wie ein Schweizer Käse, was von den Konstanzer Rückraumschützen als wohlwollende Einladung betrachtet wurde.

Zur Halbzeit war die Partie entschieden

Zur Halbzeit war die Partie also bereits entschieden. Das gab Eblen die Möglichkeit, im zweiten Durchgang einige Wechsel vorzunehmen. Tom Wolf, Michel Stotz, Matthias Hild, Samuel Löffler und Fabian Schlaich bekamen im Angriff ihre Spielzeit – und allesamt trugen sie sich in die Torschützenliste ein. Für Fabian Schlaich übrigens ein Fakt mit Folgen: Der Linksaußen erzielte das 30. Tor der HSG, und wer den Treffer Nummer 30 erzielt, muss eine Kiste Bier fürs Team berappen!

Bis auf zehn Minuten konzentriert

Erst als Coach Eblen nach dem 31:13 durch Stotz im Angriff endgültig auf Kaletsch, Fabian Wiederstein und Tim Jud verzichtete, gab es kurzzeitig einen Riss – und siehe da: Den zuvor arg gerupften Handballern aus Oppenweiler/Backnang gelangen zwischen der 45. und 50. Minute sechs Tore hintereinander. Diese Phase meinte Tom Wolf, als er nach dem Spiel von einer „bis auf zehn Minuten konzentrierten Leistung“ sprach.

Maximilian Wolf zahlt eine Kiste Bier

Eine Viertelstunde vor Ende stand es also 31:19, doch danach zogen die Meister vom Bodensee wieder an und auf 39:22 davon. Nette Randnotiz: Auch Torhüter Maximilian Wolf darf den Kollegen eine Kiste Gerstensaft offerieren, zum Dank für den zum 36:20 ins leere Gegner-Tor geworfenen Ball. Trainer Daniel Eblen war zufrieden. "Wir haben eine starke Abwehr gespielt und sind über die schnellen Angriffe zügig ins Spiel gekommen."

Generalprobe in Saarlouis

Nächsten Samstag geht es zum Drittliga-Abschluss zur HG Saarlouis. „Dieses Spiel wird eine Art Generalprobe werden für Eisenach“, glaubt Eblen, der mit Blick auf die Aufstiegsspiele gegen den Meister der 3. Liga Ost aber gelassen bleibt. „Wir schauen nur auf uns und besprechen ein paar Dinge, die in Eisenach anders laufen müssen.“ Soll heißen: „Das Hauptaugenmerk der nächsten Wochen liegt nicht auf Eisenach, sondern auf uns selbst.“

Tom Wolf empfiehlt "volle Pulle"

So sieht das auch Tom Wolf. „Wir wissen, dass es gefährlich ist, wenn lange keine Spannung drin ist“, sagte der Rückraumspieler und empfiehlt „volle Pulle“ als Marschroute. „Wir müssen jetzt jederzeit Vollgas geben, im Training und in Saarlouis.“ Und gegen Eisenach (am 11. Mai auswärts, am 18. Mai in der Schänzlehalle) dann sowieso.

HSG Konstanz: Tölke (14 Paraden), M. Wolf (5 Paraden/1 Tor) – Stotz (1), Schlaich (5), Hild (5), T. Wolf (1), Wiederstein (6), Kaletsch (6/1), Krüger (3), Braun (1), Jud (5), Wendel (4), S. Löffler (1). – Z: 1150.