Handball, 3. Liga

TV Willstätt

HSG Konstanz

20:31 (13:16)

Nach der bereits am fünftletzten Spieltag errungenen Meisterschaft musste die HSG Konstanz durch die Ausfälle von Kapitän Tom Wolf und Torwart Simon Tölke sowie Fabian Maier-Hasselmann personell geschwächt nach Willstätt reisen, und einige Akteure waren auch noch angeschlagen.

Willstätt, mittendrin im Kampf um den Klassenerhalt, rechnete sich nach den Konstanzer Meister-Feierlichkeiten und den personellen Ausfällen etwas gegen den Spitzenreiter aus. Konstanz hingegen benötigte einigen Anlauf, um anzukommen. In den ersten zehn Minuten traten dabei aufseiten der Gastgeber fast ausschließlich die beiden Ex-Konstanzer Felix Gäßler und Marius Oßwald in Erscheinung. Beide nutzten den viel zu großen Freiraum und die noch ungenügende Konsequenz in der Deckungsarbeit der HSG zu insgesamt sechs, respektive drei Treffern.

Das Resultat: Gäßler traf zum 3:1 (4.), Oßwald zum 2:1 und 5:4 nach sieben Spielminuten. Als Regis Matzinger für die Ortenauer zum 7:6 (12.) einnetzte, hatte sich Konstanz aber langsam gefunden. Es sollte die letzte Führung der Hausherren gewesen sein. Die Gelb-Blauen hatten nun wieder in den Liga-Alltag und – zumindest zum Teil – zu ihrer bekannten Abwehrstärke gefunden. Maximilian Wolf, ebenfalls angeschlagen in die Partie gegangen, konnte einen Siebenmeter parieren, ein weiterer flog am Tor vorbei, sodass Michel Stotz zum Ausgleich kam und Felix Krüger das Spiel drehen konnte. Eine Zeitstrafe für Oßwald konnte Konstanz schließlich nutzen, um sich zur Pause auf drei Tore abzusetzen.

Nach dem Seitenwechsel lenkte Samuel Löffler das Spiel gut auf der Spielmacher-Position, der 20-jährige Neuzugang Matthias Hild traf zum ersten Mal für die HSG und setzte mit seinem vierten Treffer zum 30:20 kurz vor Schluss mit einem herrlichen Dreher noch einen spielerischen Höhepunkt. Dazu stachen Tim Keupp und Joschua Braun zu, sodass Trainer Daniel Eblen sich über eine gelungene Vorstellung der jungen Garde und des vermeintlich zweiten Anzuges freuen konnte. Vor allem angesichts des famosen Drittliga-Debüts von A-Jugend-Torwart Moritz Ebert. Der 18-jährige Beachhandball-Nationaltorwart war erst 40 Minuten vor Anpfiff aus Zweibrücken zurück, wo er einer der Matchwinner beim wichtigen 32:28-Bundesligasieg der A-Jugend war. In Willstätt lief er nach der Pause richtig heiß. Freie Bälle, Siebenmeter, verdeckte Würfe – fast alles wurde nun zur Beute des jungen Schlussmanns.

Eblen: „Wir waren in der Abwehr besser, haben weniger Fehler gemacht und hatten mit Moritz einen super Torwart.“ So war die Partie nach 40 Minuten beim 20:14 für Konstanz frühzeitig entschieden. Genug hatten die HSG-Talente aber noch lange nicht und bauten den Vorsprung immer weiter bis auf elf Tore aus. Am Samstag, 20 Uhr, empfängt die HSG zum vorletzten regulären Heimspiel der Saison nun Neuhausen/Filder.

HSG Konstanz: M. Wolf, Ebert (beide Tor); Stotz (1), Schlaich (4), Hild (4), Wiederstein (1), Kaletsch (8/6), Krüger (2), Braun (2), Jud (1), Keupp (3), Wendel (2), Löffler (3).

"Das ist ein cooles Gefühl"

Ein Mammut-Programm liegt hinter Moritz Ebert. Am Samstagnachmittag war er einer der Matchwinner beim 32:28 der A-Jugend, am Abend feierte er sein Drittliga-Debüt für die HSG Konstanz in Willstätt.

Herr Ebert, das Torwart-Spiel ist vor allem Konzentrationssache. Wie stellt man sich nach so kurzer Pause inklusive weiter Anreise direkt auf das nächste Spiel ein?

Einfach ist das nicht. Gerade nach dem schweren Bundesligaspiel in
Zweibrücken mit der A-Jugend. Das haben wir zum Glück gewonnen und war sauwichtig. So können wir nächste Saison sicher wieder A-Jugend-Bundesliga spielen. Nach dem Spiel hieß es sofort duschen, ins Auto steigen und sich nach Willstätt fahren lassen. 40 Minuten vor Spielbeginn bin ich angekommen. Das war schon stressig, aber man muss einfach fokussiert und konzentriert bleiben. Dann läuft das auch. (lacht)

Das kann man so sagen. Sie konnten sich das Spiel eine Hälfte ansehen, wurden dann reingeworfen und waren sofort zur Stelle.

Vor allem, weil es mein erstes Drittligaspiel war, war es noch einmal etwas ganz Besonderes. Ich war schon sehr aufgeregt vor dem Spiel. Aber wenn man mal im Spiel ist, ist man so im Tunnel und Fokus, dass eigentlich alles Drumherum völlig egal ist. Wenn man im Tor steht und es darauf ankommt, ist man auf den Punkt konzentriert. Es kann dennoch gut oder schlecht laufen. Ich denke, ich habe heute aber ein ordentliches Spiel gemacht.

Wie hat sich das erste Spiel in der 3. Liga angefühlt, vor allem, wenn man weiß, dass man es nicht so schlecht gemacht hat?

Das ist schon ein cooles Gefühl. Ich hatte eine bombastische Abwehr vor mir. Wenn man dann noch den ersten Ball hält, ist man direkt gut drin. Die ersten zwei, drei Paraden waren für die Psyche natürlich sehr wichtig. Ich wollte mich zeigen, mich beweisen und eine gute Leistung zeigen. Das hat funktioniert. (grinst)

Fragen: Andreas Joas