Handball-Oberliga: TuS Steißlingen – TSV Zizishausen (Samstag, 20 Uhr, Mindlestalhalle). – Nach der extrem bitteren Niederlage gegen Herrenberg wird die Luft für Steißlingen im Abstiegskampf immer dünner. Gegen den TSV muss ein Sieg her, um die Chance auf den Klassenerhalt zu wahren.

Aufsteiger TSV Zizishausen startete etwas ruckelig in die Saison, doch nach und nach kam er besser in Tritt . Auch gegen den TuS waren die Gäste erfolgreich. In einer extrem engen Partie lieferten sich beide Mannschaften ein heißes Duell, wobei Steißlingen wohl eine der schlechteren Leistungen in dieser Saison ablieferte beim 28:29.

Zizishausen fünf Punkte vor Steißlingen

Derzeit sind die Gäste fünf Punkte vor dem TuS und können mit einem Sieg den Klassenerhalt praktisch schon sicher machen. Bei einem Sieg des TuS wäre die Situation allerdings eine andere, so hätte Zizishausen noch drei Punkte Vorsprung auf die Hegauer, jedoch hat der TSV ein schweres Restprogramm. Das wird also eine hoch intensive und emotionale Partie, bei welcher es keinen wirklichen Favoriten gibt.

Echtes Do-or-die-Spiel

Es ist also ein echtes „Do-or-die“-Spiel für den TuS, und er muss nochmals die letzten Kräfte mobilisieren gegen die erfahrenen Gäste. Die Steißlinger konnten unter der Woche wieder einmal nur eingeschränkt trainieren, zahlreiche Spieler sind angeschlagen und die Grippe grassierte. Das darf nicht als Ausrede zählen, aufbauen kann man auf die Leistungen gegen Pforzheim und Herrenberg. Gegen Herrenberg zeigte die Mannschaft von Trainer Jonathan Stich eine gute Leistung, aber wieder einmal nur über fünfzig Minuten. Und die Probleme mit der Chancenverwertung zieht sich wie ein Roter Faden durch die Saison. Und so stand der Torabschluss im Vordergrund. Nutzt der TuS die sich bietenden Chancen ähnlich wie gegen Pforzheim, so hat er auch gegen Zizishausen gute Karten. Und er muss den wurfgewaltigen Rückraum der Gäste in den Griff bekommen.

„Wir wollen Revanche für die sehr unglückliche Hinspielniederlage und unbedingt unsere letzten beiden Heimspiele gewinnen. Den Klassenerhalt haben wir nicht mehr in der eigenen Hand. Wir müssen erstmal unsere Spiele gewinnen, was schwer genug wird, und dann sehen, wie sich die Situation entwickelt,“ sagt Stich.

HSG Konstanz hat Aufstiegsplatz im Visier

HSG Konstanz II – NSU Neckarsulm (Samstag, 17.30 Uhr, Schänzle-Sporthalle). – Die beiden Aufstiegsplätze sind mit drei Punkten Rückstand – zumindest theoretisch, darauf legt Trainer Matthias Stocker Wert – noch in Reichweite. „Wenn man realistisch ist“, sagt Stocker, „ist die Chance wohl nicht mehr da.“ Vor allem aufgrund des lösbaren Restprogramms für den Tabellenzweiten Plochingen. Unter den ersten Sechs will sich der 31-Jährige dennoch platzieren. Dazu soll vor heimischem Publikum noch einmal eine starke Leistung her. Damit könnte sich ein attraktives Spiel zwischen den seit Jahresbeginn außerordentlich erfolgreichen Teams entwickeln. Stocker: „Wir wollen eine grandiose Saison krönen. Bis zum Ende in der Spitzengruppe zu bleiben wäre Wahnsinn.“

Neckarsulm richtiger Brocken

Mit Neckarsulm wartet im wahrsten Sinne des Wortes ein richtiger Brocken. Für den HSG-Coach stellen die Württemberger körperlich mit das stärkste Team der Liga. Im Hinspiel gelang dies nur bedingt. beim 29:29. „Da haben wir den zweiten Punkt verschenkt“, erinnert sich der HSG-Coach. „Das war in unserer altbekannten Schwächephase, in der uns etwas das Selbstvertrauen gefehlt hat. Das ist nun besser.“

Stocker gibt die Marschroute

Selbstbewusst gibt Stocker die Marschroute vor, das Spiel gegen einen starken Gegner zu gewinnen, auch wenn nun vermehrt Spieler aus der vermeintlich zweiten Reihe ihre Chance erhalten werden. „Das haben sie sich mehr als verdient“, lobt er den unermüdlichen Einsatz und den Mannschaftsgeist aller Akteure. Die individuelle Entwicklung „freut mich sehr“, sagt Stocker. „Das war und ist das Ziel.“ Im Kollektiv macht sich zudem die Verstärkung durch Benjamin Schweda und Manuel Both bemerkbar. Im Tempospiel, aus einer stabilen Abwehr heraus, soll die Erfolgsserie fortgesetzt werden. Der Hunger nach Erfolgen scheint noch nicht gestillt. (joa)