Leichtathletik: Am Ende war Johanna Siebler vom Leichtathletik Club Überlingen glücklich und erleichtert, das Ticket zur U-20-Europameisterschaft in der Tasche zu haben. Allerdings war sie mit den erreichten 5503 Punkten nicht ganz zufrieden, auch wenn sie zum zweiten Mal innerhalb von drei Wochen die Norm für den U-23-Bundeskader geknackt hat.

Siebler kam nicht richtig in den Wettkampf

„Natürlich freue ich mich, dass ich nun definitiv in Schweden Mitte Juli dabei bin“, sagte Johanna Siebler nach dem Siebenkampf in Bernhausen bei Filderstadt. „Allerdings kam ich irgendwie nicht richtig in den Wettkampf und hatte mir in fast allen Disziplinen etwas mehr erhofft.“ Dabei ging es mit 14,33 Sekunden über die 100 Meter Hürden und der Einstellung der Bestleistung von 1,64 Meter im Hochsprung ganz gut los. Im Kugelstoßen (14,04 Meter) und über 200 Meter (26,06 Sekunden) ließ die Überlingerin aber einiges liegen, auch wenn sie nach dem ersten Tag noch in Führung war.

Vater und Trainer mit Tochter vollauf zufrieden

Bernd Siebler, ihr Vater und Trainer, ist mit dem Erfolg seiner Tochter vollauf zufrieden: „Johanna zeigte wieder einmal, wie professionell sie inzwischen mit den unterschiedlichsten Situationen im Siebenkampf umgehen kann. Warum keine Topleistungen möglich waren, werden wir in den kommenden Tagen in Ruhe analysieren. Wahrscheinlich war es ein Mix aus verschiedenen Elementen.“ Das plötzlich heiße Wetter trug sicherlich auch dazu bei.

Auch als Zweite wie ein Sieger fühlen

Am zweiten Tag steigerte sich Johanna Siebler im Weitsprung im dritten Versuch zwar noch auf 5,62 Meter, aber die schärfste Konkurrentin, Lucie Kienast aus Halle, legte mit 6,06 Meter enorm vor und zog in der Gesamtwertung vorbei. Im Speerwurf holte sich die Überlingerin mit 45,17 Meter zwar die Führung wieder zurück, doch im abschließenden 800-Meter-Lauf war Lucie Kienast deutlich besser, sodass die 2:29,64 Minuten von Johanna Siebler nur zu Platz zwei reichten. Allerdings durften sich in Bernhausen die ersten drei als Sieger fühlen, denn genauso viele Tickets zur U-20-EM wurden vergeben.

„Ich hätte gerne die 5700 Punkte geknackt“

„Der Wettkampf war ganz okay, aber ich hätte schon sehr gerne die 5700 Punkte geknackt“, sagte die hoffnungsvolle Siebenkämpferin vom Bodensee. Das wäre dann die Norm für den Perspektivkader für Olympia gewesen. Johanna Siebler nimmt es aber sportlich und fügt mit einem Schmunzeln hinzu: „Das kann ich ja in Schweden nachholen.“

EM vom 18. bis 21. Juli in Boras

Im schwedischen Boras wird die Überlingerin vom 18. bis 21. Juli ihren vierten großen internationalen Wettkampf in Folge bestreiten. Dies ist bisher noch keiner Siebenkämpferin in Deutschland in der Jugend gelungen. U-18-Vizeweltmeisterin war sie bereits. Ob es in Boras erneut zu einer Medaille reicht, ist momentan schwer zu sagen. Bis dahin wird sie jedenfalls noch an ihrer Ausdauer arbeiten. Und für die U-20-EM hat sie bislang nur ein Ziel: 5700 Punkte. „Wenn ich das schaffe, werden wir sehen, auf welchem Platz ich lande“, sagt Johanna Siebler, die gemeinsam mit Lucie Kienast und Joanna Schiffer aus Neubrandenburg die deutschen Farben in Schweden vertreten wird.