Handball: Die HSG Konstanz hat acht Plus- beziehungswiese sechs Minuspunkte Vorsprung auf die Verfolger. Für Spieler und Verantwortliche ist das jedoch kein Ruhekissen. Dafür genügt bereits ein Blick zurück auf die ersten vier Spiele, als Konstanz mit 4:4 Punkten nicht gut aus den Startlöchern kam. „Der Beginn war alles andere als einfach“, sagt Trainer Daniel Eblen, der eine auf einigen Positionen veränderte Mannschaft formen musste. „Die Erwartungen waren groß. Doch uns war bewusst, dass wir etwas Zeit benötigen.“ Nun können die Konstanzer auf eine beeindruckende Serie zurückblicken. 14 Mal hintereinander blieb die HSG siegreich, verfügt über einen Top-Angriff und die beste Defensive der Liga sowie 32:4 Punkte bei einer Tordifferenz von schon plus 103 Toren.

„Diese Konstanz war ganz wichtig“, hebt Eblen hervor. So habe man auch Spiele für sich entscheiden können, in dem nicht das „oberste Niveau“ erreicht wurde, so der A-Lizenzinhaber weiter. Kein Wunder, wenn ihm als erstes „fordernd, emotional und lange“ als Attribute für das zweite Halbjahr 2018 einfallen. Denn die Herausforderungen von damals, von August, seien auch die für Januar und Februar, meint der Übungsleiter. „Die Erwartungen sind wahrscheinlich weiter gestiegen“, vermutet er und stellt sich darauf ein, dass weiter jeder Gegner der HSG die Favoritenrolle auferlegt.

Dafür soll ab Mittwoch in dreieinhalb Wochen bis zum ersten Spiel am 2. Februar in Pfullingen der Grundstein gelegt werden. Zu Beginn wird die Athletik im Vordergrund stehen, später wird nach Analyse der Hinrunde und der noch vorhandenen Schwachstellen die Angriffs- und Abwehrarbeit aufbereitet. Der Härtetest erfolgt am 24. Januar mit einem Testspiel beim Schweizer Serienmeister, aktuellen Tabellenführer und Europapokalteilnehmer Kadetten Schaffhausen.

Die Entwicklung der HSG Konstanz war dabei vor der WM-Spielpause sowohl als Team als auch individuell herausragend. Neben den Topwerten für die Mannschaft führt Paul Kaletsch mit 135 Treffern die Torschützenliste der 3. Liga Süd an, Fabian Wiederstein ist mit 76 Erfolgen bester Kreisläufer der Liga und auch Spieler wie Tim Jud, Felix Krüger, Joschua Braun und Samuel Wendel durchliefen eine tolle Entwicklung und stabilisierten sich auf hohem Niveau.

Eblen weiß aber, „dass noch viel Arbeit vor uns liegt. Der Vorsprung zählt nicht, wir müssen schnell wieder reinkommen.“ Zum Auftakt stehen direkt zwei schwere Spiele in Pfullingen und Pforzheim bevor. „Deshalb sehen wir auch nicht weiter als bis Pfullingen“, unterstreicht Eblen.

Auf dem weiterhin langen Weg zurück in die 2. Bundesliga kann sich die HSG allerdings auf eine bemerkenswerte Unterstützung von den Rängen verlassen. Mit 1000 Fans im Schnitt bei jeder Heimpartie führt Konstanz das Tableau in der 3. Liga Süd zusammen mit Saarlouis an und belegt mit den Saarländern Rang fünf im bundesweiten Vergleich aller 64 Drittligisten.