Handball: Am Donnerstag, 18.15 Uhr, fällt der Startschuss für die Handball-Weltmeisterschaft mit dem Eröffnungsspiel zwischen Deutschland und Korea. Der SÜDKURIER sprach mit Handball-Trainern der Region über ihre Erwartungen an die deutsche Mannschaft und ihre Topfavoriten auf den Titel.

Daniel Eblen (HSG Konstanz).
Daniel Eblen (HSG Konstanz). | Bild: Peter Pisa

Daniel Eblen, Trainer der HSG Konstanz, hofft, dass das deutsche Team nach dem schlechten Abschneiden bei der Europameisterschaft im vergangenen Jahr den Heimvorteil nutzen kann. „Wichtig wird sein, Emotionen in die Hallen zu bekommen und eine Euphorie zu entfachen“, glaubt der Drittliga-Trainer, „dann ist alles möglich, auch wenn andere Nationen bessere Einzelspieler haben.“ Absoluter Topfavorit ist für ihn Frankreich, aber auch Dänemark hat Eblen durch den Heimvorteil auf der Rechnung.

Florian Maier (TV Ehingen).
Florian Maier (TV Ehingen). | Bild: privat

Florian Maier, Trainer des TV Ehingen, freut sich riesig auf die WM und sieht den Heimvorteil als klares Plus für die deutsche Auswahl. „Was das ausmacht, hat man schon 2007 gesehen. Ich glaube, das Halbfinale ist machbar“, sagt Maier, sieht aber Nationen wie Frankreich, Schweden und Dänemark noch besser aufgestellt als die DHB-Mannschaft. Schade findet Maier, dass Bundestrainer Christian Prokop den Göppinger Sebastian Heymann nicht berücksichtigt hat. „Bastian habe ich ich in der Jugend trainiert. Ich hätte ihn gerne bei der WM gesehen“, so Maier.

Michael Schweikart, Trainer des SC Pfullendorf.
Michael Schweikart, Trainer des SC Pfullendorf. | Bild: privat

Große Vorfreude herrscht auch bei Michael Schweikart, Trainer des Handball-Landesligisten TV Pfullendorf, „auch wenn eine Handball-WM natürlich nicht die gleiche Aufmerksamkeit bekommt wie bei den Fußballern“. Zwar sei der deutsche Kader ähnlich bestückt wie bei der enttäuschenden EM 2018 in Kroatien. Schweikart hofft aber, dass sich Prokops Spieler steigern können und übt sich in Optimismus: „Ich traue der deutschen Mannschaft das Halbfinale zu. Der Kader zeigt, dass Prokop viel Wert auf die Defensive legt. Und mit der gewinnt man schließlich Spiele“. Dennoch glaubt er, dass Nationen wie Frankreich und Spanien „in der Breite besser besetzt sind als unsere Mannschaft“. Aus dem DHB-Team ragt für ihn Uwe Gensheimer heraus. „Er ist eine Persönlichkeit, ein absoluter Führungsspieler. Von ihm wird viel abhängen“, meint Schweikart.

Jonathan Stich (TuS Steißlingen).
Jonathan Stich (TuS Steißlingen). | Bild: Peter Pisa

„Die Titelchancen der deutschen Mannschaft sind nicht besonders groß“, befürchtet Jonathan Stich, Trainer des Oberligisten TuS Steißlingen. „Wenn, dann muss es über den Heimvorteil gehen“, glaubt Stich. Dafür müsse aber jeder Spieler ans obere Ende seiner Leistungsgrenze gehen. Die Vorrundenspiele mit deutscher Beteiligung wird sich der Steißlinger zuhause ansehen, die Partien in der Zwischenrunde will er vor Ort erleben und reist dafür extra nach Köln. Könnte er einen deutschen Spieler nach Steißlingen locken, würde er sich für einen der beiden Torhüter entscheiden. „Im modernen Handball machen die Torleute oft den Unterschied aus“, glaubt Stich. „Ich wäre da nicht mal wählerisch. Ob Wolff oder Heinevetter – ich würde beide nehmen“, sagt Stich mit einem Lächeln.