Handball-Oberliga: HSG Konstanz II – SV Remshalden (Sonntag, 17 Uhr, Schänzle-Sporthalle). – Vier richtungsweisende Spiele hintereinander stehen für die zweite Mannschaft der HSG Konstanz auf dem Programm. Den Auftakt bildet das Heimspiel am Sonntag gegen den SV Remshalden. Eine Partie, in der die Drittliga-Reserve mit der seltenen Rolle des Favoriten klarkommen müsse, macht Trainer Matthias Stocker gleich deutlich.

Denn für den HSG-Coach sind die kommenden vier Begegnungen richtungsweisend. Viermal geht es gegen direkte Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt und darum, „ob wir noch einmal hinten reinrutschen oder uns dies vom Leib halten können“, wie Stocker die Situation beschreibt. Aufgrund der Verkleinerung der 2. Bundesliga von 20 auf 18 Mannschaften und der deshalb angesetzten Relegation von der 3. in die 2. Liga, aber auch für die sonst direkt aufstiegsberechtigten Tabellenersten und -zweiten der Oberliga in die 3. Liga können – abhängig von den Absteigern aus der 3. Liga in die Oberliga Baden-Württemberg – im schlimmsten Fall bis zu sechs Mannschaften aus der vierten Liga absteigen. Neben der zurückgezogenen Mannschaft aus Neuhausen würde es in diesem Fall fünf weitere sportliche Absteiger geben. „Da kann“, so Stocker, „noch viel passieren. Für mich ist das kein überraschendes Szenario. Die Liga ist sehr ausgeglichen und es gibt fast an jedem Wochenende Überraschungen.“

Eine Überraschung in Konstanz soll sich am Sonntag aber unter keinen Umständen ereignen. Ein Erfolg des SV Remshalden wäre sicher als solche einzuordnen, dessen ist sich auch der Konstanzer Übungsleiter bewusst und versucht erst gar nicht, die Rolle des Favoriten von sich zu weisen. Stattdessen sieht er seine junge Mannschaft nach einer guten Trainingswoche gerüstet für einen heißen Kampf gegen die lange unter Verletzungssorgen leidenden Württemberger, die direkt vor Weihnachten mit einem 28:28 in Plochingen für ein Ausrufezeichen gesorgt hatten und zudem einige knappe Niederlagen hinnehmen mussten. Stocker: „Die Mannschaft ist nicht so schlecht, wie sie dasteht.“ Genau darin sieht er auch die größte Gefahr, denn mit erst drei Punkten könne Remshalden „locker, befreit und ohne Druck“ aufspielen. „Aber es will jeden Gegner ärgern“, ergänzt er. Und das – siehe Plochingen – durchaus mit Erfolg. Von Wochen der Wahrheit will der junge Trainer des Konstanzer Talentteams indes nicht sprechen. „Das wäre zu übertrieben“, meint er. Doch eines steht auch fest: „Wir wollen gewinnen, um ein Polster nach unten zu haben.“ Remshalden soll dabei der erste Schritt sein, auf dem der ganze Fokus liegt. Dabei muss er neben Torwart Lukas Herrmann nach wie vor auf Jonas Löffler verzichten. Beide fallen noch wochenlang aus. Mit der Rückkehr des neuen Kapitäns Benjamin Schweda auf das Parkett haben sich allerdings neue Möglichkeiten eröffnet, das war bereits beim guten Auftritt in Herrenberg zu sehen. Wichtig wird nun sein, so fordert Stocker, „gut zu starten, sofort bei der Sache zu sein und nicht hinterher zu rennen. Wenn wir unsere Leistung abrufen, glaube ich, dass wir daheim gewinnen. Die Kunst ist, das hinzubekommen und unsere Fähigkeiten auszuschöpfen.“

Heißes Duell für Steißlingen im Abstiegskampf

SG Heddesheim – TuS Steißlingen (Samstag, 19.30 Uhr, Heddesheim). – Nachdem der TuS Steißlingen vor zwei Wochen erfolgreich einen Punkt bei der Neckarsulmer Sportunion erkämpfen konnte, geht es für die Steißlinger zum nächsten Duell gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf. Am Samstagabend trifft der TuS auf die SG Heddesheim, welche derzeit auf dem vorletzten Tabellenplatz rangiert.

Dabei hat sich die Situation im Tabellenkeller über das vergangene Wochenende nochmals verschärft, da alle sich im Abstiegskampf befindenden Teams gewonnen haben. Nichtsdestotrotz ist der TuS alles andere als unruhig, stehen noch etliche direkte Duelle mit Teams aus der unteren Tabellenregion an, wie jetzt auch am Wochenende beim Aufsteiger Heddesheim. Trotz vieler beachtlicher Ergebnisse und engen Spielen reichte es für die Heddesheimer bisher nur zu drei Siegen und einem Unentschieden in dieser Saison. Nach Niederlage gegen die Neckarsulmer Sport-Union ist es für die SG wichtig, gegen Steißlingen zu gewinnen, wenn sie den Anschluss halten möchte. Da hilft es natürlich, dass Heddesheim mit Marvin Karpstein, der aus der 2. Bundesliga von der SG Leutershausen kam, kurzfristig einen hochkarätigen Neuzugang verzeichnen kann.

Steißlingen möchte trotzdem beim direkten Tabellennachbarn den ersten Auswärtssieg der Saison einfahren. “Wir wollen den Anschluss an Platz zehn halten. Alles andere als ein Sieg in Heddesheim wäre ein herber Rückschlag in Sachen Klassenerhalt. Der erste Auswärtssieg der Saison ist für uns am Wochenende absolute Pflicht“, betont der Steißlinger Trainer Jonathan Stich vor der Partie. Dazu wird eine Leistung benötigt wie zuletzt gegen die Neckarsulmer Sportunion, wo sich der TuS einen wichtigen Auswärtspunkt sichern konnte. Gute Erinnerungen haben die Steißlinger auch an das Hinspiel gegen Heddesheim, bei dem der TuS von Beginn an die Begegnung kontrollierte und der SG beim 30:22-Heimsieg keine Chance ließ. Für das Rückspiel kann Trainer Jonathan Stich wieder auf einen breiten Kader zurückgreifen. Lediglich Rückraumspieler Maurice Wildöer wird alles Voraussicht nach nicht rechtzeitig fit werden. (mw)