Handball, 3. Liga

HG Saarlouis

HSG Konstanz

30:35 (16:18)

Die HSG Konstanz konnte auch in Saarlouis, der hinter der HSG zweitbesten Rückrundenmannschaft der Liga, mit 35:30 (18:16) gewinnen und beendete damit die Punkterunde mit 51:9 Zählern. Die Konstanzer zeigten im letzten Auftritt vor den Aufstiegsspielen zur 2. Bundesliga am 11. und 18. Mai gegen Ex-Erstligist Eisenach viel Tempo und spielerische Highlights in der Offensive sowie eine sehr ordentliche Defensivleistung.

Holprige Anfangsphase

Es dauerte allerdings einige Zeit, bis die HSG sich zurechtfand. Saarlouis legte los wie die Feuerwehr und bewies seine über die Saison mehr und mehr gewachsene Qualität. Ehe sich der noch etwas zu passiv agierende Meister vom Bodensee versah, hatten die Saarländer nach knapp sechs Minuten schon mit 4:1 vorgelegt. Nach acht Minuten jedoch hatte sich das Team des Konstanzer Cheftrainers Daniel Eblen besser auf die Spielweise der HG eingestellt. Wie schnell die Gelb-Blauen mit einer guten Defensive mit ihrem Tempospiel Fahrt aufnehmen können, durften die 1150 Zuschauer anschließend beobachten. Binnen vier Minuten war die Partie mit einem 4:0-Lauf gedreht: 6:7 (13.).

Ausgeglichene Partie

In der Folge entwickelte sich eine ausgeglichene Partie, in der Matthias Hild und Fabian Wiederstein mit sehenswerten Toren nachlegten. Allerdings konnte sich Konstanz erst gegen Ende des ersten Durchgangs auf zwei Tore absetzen und mit einer 18:16-Führung in die Kabine gehen. Schlüssel dafür war der dank einer immer besser werdenden Deckung (mit einem gut aufgelegten Torwart Simon Tölke dahinter) größer werdende Druck auf Saarlouis.

Vorne viel Spielfreude

Vorne war trotz der Sonderbewachung für Paul Kaletsch ganz viel Spielfreude bei den Konstanzern zu verspüren. Eblen konnte deshalb äußerst zufrieden sein und meinte: „Das war im Gesamten ein richtig gutes Spiel.“ Wieder einmal machte sich die Variabilität seines jungen Teams bemerkbar, das sich nun entweder in Person des bärenstarken Joschua Braun immer wieder im Eins-gegen-eins durchsetzte, mit brachialen Würfen aus dem Rückraum von Felix Krüger oder aber Highlights wie einem von Samuel Wendel vollendeten Kempa-Trick die HSG-Fans verzückte.

Starke Gastgeber

Dass im Lager der Gäste nach dem Spiel von einem wirklich gelungenen Testlauf gesprochen werden konnte, hatte allerdings auch viel mit dem Auftreten des Tabellensiebten zu tun. „Saarlouis hat uns mit einem guten Auftritt alles abverlangt, in allen Bereichen“, so Eblen. „Mit einem starken Angriff und viel Tempo.“ Dies hatte jedoch Kraft gekostet, sodass sich in der Schlussphase wieder einmal die Breite des Konstanzer Kaders auszahlte. Tim Keupp steuerte nach überstandener Verletzung und seiner Einwechslung sofort drei Treffer bei, genau wie Kreisläufer Michel Stotz. Konstanz konnte so auch in der Schlussviertelstunde nach dem letztmaligen Ausgleich von Saarlouis (25:25/45.) noch einmal zulegen. Tom Wolf, ebenfalls mit drei Treffern nach seiner Einwechslung, besorgte schließlich den 35:30-Endstand.

Paul Kaletsch brachte es auf den Punkt: „Das war keine leichte Aufgabe. Saarlouis hatte noch einmal richtig Bock. Hut ab, wie wir in den unterschiedlichsten Formationen dagegen gehalten haben.“

HSG Konstanz: M. Wolf, Tölke (Tor); Stotz (3), Schlaich (1), Hild (3), T. Wolf (3), Wiederstein (4), Kaletsch (3/3), Krüger (5), Braun (6), Jud (1), Keupp (3), Wendel (3).

„Wir haben unsere Chancen genutzt“

Felix Krüger blickt zurück auf das Spiel gegen Saarlouis und voraus auf das erste Relegationsspiel gegen Eisenach am Samstag, 19.30 Uhr

Herr Krüger, der letzte Test unter Wettkampfbedingungen ist vielleicht etwas anders gelaufen, als man sich vorgenommen hatte. Offensiv überzeugend, allerdings mit 30 Gegentoren. Sind Sie dennoch zufrieden?

Wir sind in den ersten zehn, 15 Minuten noch nicht so sicher gestanden und haben uns einfache Gegentore eingefangen. Nach der Anfangsphase konnten wir aber das zeigen, was uns die letzten Wochen ausgezeichnet hat: ein guter Zusammenhalt in der Defensive.

Offensiv war ganz viel Spielfreude zu erkennen.

Es war auch kein Druck da. Da funktioniert vieles leichter. Dennoch haben wir 60 Minuten den Ball gut laufen lassen und unsere Chancen gut genutzt.

Also eine gute Generalprobe?

Zu verbessern gibt es immer was. Insgesamt war der Auftritt aber gelungen. Jeder hat Spielzeit bekommen und gezeigt, was er kann, und unter Beweis gestellt, dass er ins Team gehört.

Fragen: Andreas Joas