Handball, 3. Liga: HSG Konstanz – TSV Neuhausen/Filder (Samstag, 20 Uhr, Schänzle-Sporthalle). – Ein vorletztes Mal in der regulären Saison darf Meister Konstanz vor eigenen Anhängern antreten. Wenn die HSG auch große Verletzungssorgen plagen, so soll das begeisterungsfähige Publikum noch einmal mitgerissen werden. Gerade für die Talente ist das Heimspiel vor großer Kulisse „sicher etwas Besonderes“ (Cheftrainer Daniel Eblen).

Große Vorfreude beim Nachwuchs

Bislang strömten 14 500 Fans zu den 13 Heimspielen. 1115 Besucher pro Partie bedeuten Bestwert in der 3. Liga Süd und Rang fünf unter allen 64 Drittligisten. Die besondere Atmosphäre in der „Schänzle-Hölle“ wird nun vor allem ein Highlight für Torwart Moritz Ebert (18), die Rückraumspieler Samuel Löffler (20) und Joel Mauch (20) sowie Linksaußen Patrick Volz (19). So groß die Vorfreude darauf beim Nachwuchs ist, so unerfreulich sind die Gründe für ihren Einsatz. Fabian Schlaich und Tim Keupp sind jetzt auch noch verletzt. Schlaich plagen Schulterprobleme, Keupp brach sich das Handgelenk. Ob dies eine längere Pause nötig macht, die Einsätze in den Aufstiegsspielen zur 2. Bundesliga gefährdet sind, werden die nächsten Tage ergeben. Noch besteht die Hoffnung, dass beide nicht allzu lange ausfallen. Gleiches gilt bei Fabian Maier-Hasselmann und Keeper Simon Tölke. Zudem muss Kapitän Tom Wolf weiter pausieren.

Aufwand lohnt sich für HSG Konstanz

Somit sind die ganz jungen Konstanzer gefordert. In Willstätt haben sie ihre Chance eindrucksvoll genutzt, das attestierte ihnen der HSG-Coach. Es zeigt sich einmal mehr, dass der HSG-Weg mit großem Aufwand in der Jugendarbeit und Oberliga belohnt wird. „Dafür betreibt man den Aufwand“, sagt Eblen und freut sich über die Entwicklung der Talente, die ins kalte Drittliga-Wasser geworfen werden müssen.

Neuhausen kämpferischer Kontrahent

Allerdings muss sich die „Boy-group“ auf einen sehr emotionalen und kämpferischen Kontrahenten einstellen. Neuhausen belegt den 14. Rang, der den Gang in die Oberliga bedeutet. Dass Neuhausen nach der tollen Leistung im Hinspiel, die HSG musste lange fürs 27:24 kämpfen, in dieser Bredouille steckt, kommt für viele etwas überraschend. Zumal bis Saisonende mit Eckard Nothdurft ein ehemaliger Bundesligaspieler und absoluter Fachmann an der Seitenlinie steht. Er möchte sich mit dem Klassenerhalt verabschieden und kann auf starkes Personal bauen.

Auf unterschiedlichste Varianten einstellen

Hannes Grundler ist mit 178 Treffern drittbester Werfer der 3. Liga Süd. Louis Mönch kommt auf 102, Timo Durst auf 101. Im Hinspiel aber war Torwart Sebastian Arnold die größte Hürde für die HSG. Daniel Eblen stellt sich und seine Mannschaft auf unterschiedlichste Varianten in der Offensive und Defensive ein. „Sei es der siebte Feldspieler oder eine offensive Abwehr.“ Angesichts der guten Leistungen, die der 44-Jährige in der Videoanalyse des Gegners und im Hinspiel gesehen hat, zuckt er bei dessen 17 Punkten etwas ratlos mit den Schultern.

HSG muss mit dem Kopf dabei sein

Jetzt erwartet er Württemberger „mit richtig Risiko“ und sehr kämpferisch. Mit dem Kopf müsse die HSG daher bei der Sache, in der Abwehr sehr beweglich sein. Für ihn ist klar: „Wir wollen nicht in den Abstiegskampf eingreifen, trotz der Verletzten ordentlich auftreten.“ Zudem soll die Bilanz als bestes Heim- und Auswärts- sowie bestes Hin- und Rückrundenteam mit der sichersten Deckung der Liga bestätigt werden. 13 Siege in 14 Heimspielen gab es. Nummer 14 steht auf dem Wunschzettel.