Ringen: Es wurde mit harten Bandagen gekämpft in Wiesental. Da hielt es manchen Trainer nicht mehr auf seinem Betreuerstuhl, weshalb die Kampfrichter die eine und andere gelbe Karte zückten. Selten waren Südbadische Meisterschaften der Männer im griechisch-römischen Stil so spannend und emotional wie am Samstag in der Stadthalle Zell im Wiesental.

Die ausrichtende RG Hausen-Zell glänzte sowohl bei der Organisation als auch mit dem Sieg in der Gesamtwertung, die sie sich mit 24 Punkten vor KSV Tennenbronn (19) und KSK Furtwangen (15) sicherten. Die Gastgeber hatten einige heiße Eisen im Feuer, doch nur ein Meistertitel blieb in Zell, in der Gewichtsklasse 60 kg durch Virgil Munteanu. Bis 72 kg scheiterte Benny Vogt (RG Hausen-Zell) deutlich mit 0:9 Punkten an Dorian Becker (SV Triberg), der ebenso souverän den Endkampf erreichte wie Top-Favorit Fabian Reiner (KSV Tennenbronn). Im Finale setzte sich Reiner mit 9:0 klar durch. Für Vogt blieb Bronze nach einem kampflosen Sieg gegen den verletzten Khamzat Temarbulatov (StTV Singen).

Das wohl spannendste Finale erlebten die Zuschauer im Limit bis 77 kg, in dem sich Kevin Reuschling (KSK Furtwangen) und Denis Grether nichts schenkten. Dem Furtwangener gelang es in den Schlusssekunden, einen 5:7-Rückstand noch in einen glücklichen 8:7-Punktsieg zu drehen. Der erste Kampf für Jonas Schondelmaier (KSV Tennenbronn/82 kg) war zugleich der schwerste. Beim 1:1 gegen Dennis Kronenberger (WKG Weitenau-Wieslet) profitierte der Tennenbronner durch die zuletzt erzielte Wertung. Der Finalkampf gegen Daniel Götz (RG Hausen-Zell) war dagegen vorzeitig mit 10:0 zugunsten Schondelmaiers beendet. Für die Bronzemedaille musste sich Kronenberger mächtig ins Zeug legen, da er mit Uwe Weißhaar (KSV Taisersdorf) einen erbitterten Widersacher hatte. Letztlich setzte sich der WKG-Athlet mit 6:5 durch.

Die Gewichtsklassen 87 kg und 97 kg waren fest in Händen des KSV Hofstetten. Während Julian Neumaier bis 87 kg die Konkurrenz düpierte, musste sein jüngerer Bruder Patrick gegen Maximilian Remensperger (RKG Freiburg 2000) einiges einstecken. Verwarnungen des Freiburgers führten schließlich zu einem 9:0-Sieg des Kinzigtalers. Er war damit einziger erfolgreicher Titelverteidiger. Allerdings waren mit Khamzat Temarbulatov auch nur zwei Vorjahresmeister angetreten. Im indirekten Kampf um Silber zwischen Alexander Müller (VfK Mühlenbach) und Remensperger kochten die Emotionen ebenfalls hoch. Da sicherte sich der Breisgauer im Schlussspurt einen 7:5-Punktsieg. Sascha Weinauge (KSK Furtwangen) lieferte sich bis 87 kg mit Simon Weißhaar (KSV Taisersdorf) ein packendes Duell um Silber, das der Linzgauer umstritten mit 11:9 gewann. In der Königsklasse (130 kg) war Ferenc Almasi (KSV Rheinfelden) bei seinem Titelgewinn ungefährdet wie auch Georgios Scarpello (KSV Gottmadingen/55 kg), der seinem einzigen Rivalen Vincenco Lo Cicero (KSK Furtwangen) zweimal keine Chance ließ. Einen zweiten Rheinfelder Titel gab es durch Fabian Wepfer, der in der 67 kg Klasse mit Khamza Temarbulatov (StTV Singen) den dicksten Brocken mit 5:0 aus dem Weg räumte. Die 63-kg-Klasse beherrschte Nick Allgaier (KSV Haslach). (lh)