Leichtathletik: Wohl jeder Athlet trainiert, um bei großen Wettkämpfen seine Klasse unter Beweis stellen zu können. So ist das auch bei Johanna Siebler aus Überlingen. Die 18-jährige Leichtathletin weiß, was es heißt, bei einer Weltmeisterschaft dabei zu sein. Vor zwei Jahren holte sie bei der U-18-WM Silber. Im vergangenen Jahr war sie bei der U-20-WM zum ersten Mal dabei, nun steht im schwedischen Boras die U-20-EM auf dem Programm – also wieder einmal ein großer internationaler Wettkampf.

Klares Ziel im Visier

Johanna Siebler hat ein klares Ziel im Visier: ein Platz unter den besten Sechs. Die Siebenkämpferin vom Leichtathletikclub Überlingen, die am Donnerstag und Freitag bei den Europameisterschaften der U-20-Athleten am Start ist, gibt sich optimistisch: „Die letzten Trainingseinheiten verliefen alle gut, so dass die EM kommen kann“, so Johanna Siebler kurz vor der Abreise nach Schweden.

Johanna Siebler beim Hürdenlauf.
Johanna Siebler beim Hürdenlauf. | Bild: Bernd Siebler

Selbst die letzten Wettkämpfe waren vielversprechend: Sie wurde vor einer guten Woche bei ihren Starts im Kugelstoßen und 100 Meter Hürden jeweils badische Meisterin. Allerdings weiß auch sie, dass ein Siebenkampf ganz eigene Gesetze hat. Sie geht mit der siebtbesten Qualifikationsleistung in den Wettkampf.

Ausreißer nach oben

„Man hat es bei den Qualifikations-Wettkämpfen gesehen“, sagt sie. „Sie waren alle solide, es war aber kein Ausreißer nach oben dabei.“ Und genau auf den hofft die 18-Jährige bei der Europameisterschaft in Schweden. „Ich versuche in jeder Disziplin mindestens an meine Bestmarke heranzukommen“, erklärt Siebler. „Wenn mir das endlich mal gelingt, sollte ich vorne mit dabei sein können.“ Neben einem Platz unter den besten Sechs möchte die Überlingerin endlich die 5700-Punkte-Marke knacken. „Das ist jetzt so langsam mal fällig“, fügt sie schmunzelnd hinzu.

Johanna Siebler beim Kugelstoßen während der U20-Weltmeisterschaft im finnischen Tampere.
Johanna Siebler beim Kugelstoßen während der U20-Weltmeisterschaft im finnischen Tampere. | Bild: Bernd.Siebler

Vater Bernd ist mit dabei

Mit dabei sein wird auch Heimtrainer und Vater Bernd Siebler. Er versucht seine Tochter im Stadion bei den Wettkämpfen zu unterstützen. „Ich bin zuversichtlich, dass das klappt“, sagt Johanna Siebler. „Ich habe mir mal das Stadion angeschaut. Es ist recht klein, sodass da eine Kommunikation stattfinden kann.“ Diese Unterstützung sei extrem wichtig, weil ihr Trainer genau wisse, wie sie ticke und was sie brauche, um sich im Wettkampf zu steigern, betont sie.

Auch im Hochsprung zeigt Johanna Siebler Klasse.
Auch im Hochsprung zeigt Johanna Siebler Klasse. | Bild: Bernd Siebler

Persönlicher Fanclub

Ebenfalls dabei seien ihre Mutter und drei Freunde, so dass Johanna Siebler einen kleinen persönlichen Fanclub im fernen Schweden mit dabei hat. „Ich bin ganz sicher, dass mich das sehr anspornen wird“, sagt sie. „Außerdem weiß ich, dass mir viele daheim die Daumen drücken.“ Mit dieser Unterstützung im Rücken hofft die 18-Jährige auf einen erfolgreichen Wettkampf mit Ausreißern nach oben. Und wer weiß, vielleicht schafft sie dann sogar den Sprung aufs Podest.