Fußball, Landesliga: Abgesehen vom Nachholspiel zwischen Aufsteiger SV Geisingen und dem Tabellenzweiten DJK Donaueschingen, der kurz vor der Winterpause noch die Tabellenführung übernehmen könnte, sind sich alle Teams einmal gegenüber gestanden, ist die Hinrunde abgeschlossen. Mit dem FC Bad Dürrheim steht der vor der Runde hoch gehandelte Verbandsligaabsteiger an der Spitze, obwohl er sich lange schwer tat.

Zunächst sah es danach aus, als könne der FC 08 Villingen II der Liga seinen Stempel aufdrücken. Doch das Spiel gegen Schonach, das wegen des Verstoßes gegen die Stammspielerregelung mit 0:3 gewertet wurde, brachte gehörig Sand ins Villinger Getriebe. Dennoch beachtlich: In den 15 gespielten und gewerteten Matches kassierten die Villinger lediglich fünf Gegentreffer.

Die Schwäche der Favoriten nutzte überraschend lange der FC Überlingen, der vom vierten bis zum zwölften Spieltag Spitzenreiter war. Doch die Begegnungen im Oktober und im November bremsten das Team von Trainer Florian Stemmer. In diesen beiden Monaten gab es in acht Spielen lediglich einen Sieg. „Es ist so, wie ich immer gesagt habe: Wir waren zwar Tabellenführer, aber kein Spitzenteam oder Titelanwärter!“, betont Stemmer, dass für ihn diese Entwicklung nicht ganz überraschend kam. Der Knackpunkt, erläutert der Überlinger Coach, sei das Gastspiel in Singen gewesen. „Der FC Singen 04 hat damals verdient gewonnen, doch für uns ging die Kurve danach nach unten“, analysiert Stemmer. Dann kamen noch ein paar Faktoren hinzu, wie etwa die Probleme auf der Position zwischen den Pfosten. Torhüter Nummer eins, Jan Negrassus, brach sich einen Finger, musste operiert werden und fällt damit aus. Torhüter Nummer zwei, Florian Reimann, sah in Dettingen die Rote Karte und musste eine Sperre absitzen.

Ferner agieren die Gegner gegen ein Spitzenteam natürlich ganz anders. Torjäger Marc Kuczkowski wurde oft von mehreren Abwehrspielern abgeschirmt, die Gegner stehen deutlich tiefer und dann, so Stemmer, fehle eben auch ab und an das Glück. Er nennt ein Beispiel: „In Schonach liegen wir 0:2 zurück, gleichen zum 2:2 aus, haben mehrfach die Chance, in Führung zu gehen, und dann gelingt dem Gegner aus dem Nichts mit einem Sonntagsschuss das 3:2.“ Allerdings räumt Stemmer ein: „Es liegt auch an uns, denn wir erarbeiten uns das Glück auch nicht konsequent genug. Es fehlen einfach die letzten Prozente!“ Und er ergänzt: „Alles, was wir uns erarbeitet haben, versauen wir uns wieder.“

Doch das soll noch vor der Winterpause wieder anders werden. Zwei Spiele stehen noch auf dem Programm – zuhause gegen den FC Hilzingen und dann bei der SpVgg F.A.L. Mit Blick auf das Spiel gegen Hilzingen ahnt Stemmer schon, dass das nicht so leicht wird, wie es das Tabellenbild erahnen lässt: „Bei Hilzingen hat sich viel getan in den letzten Wochen. Aber wir sind natürlich dennoch Favorit.“