Die Vorbereitung hat vor einer Woche begonnen. Ist schon wieder Vorfreude auf die zweite Saisonhälfte zu spüren?

Ich habe in der Pause mit Gewichten trainiert, aber wir haben uns alle gefreut, uns gesund wiederzusehen und haben Lust auf die letzten zwölf Spiele. Wir wollen jedes Spiel gewinnen und sind hoch motiviert. Die Pause hat gut getan, um den Kopf frei zu bekommen und den Körper zu regenerieren.

Wie haben Sie sich erholt?

Ich habe mit meiner Freundin einen Kurzurlaub im Allgäu gemacht, Skispringen angesehen und viel Zeit daheim mit der Familie und Freunden verbracht. All das, wofür sonst leider zu wenig Zeit bleibt.

Was trauen Sie der deutschen Nationalmannschaft zu?

Sehr viel. Mit Hendrik Pekeler und Patrick Wiencek verfügt Deutschland über einen der besten Innenblöcke. Dazu kommen zwei starke Torhüter. Das ist im Handball die halbe Miete.

Die erste Saisonhälfte mit 14 Siegen in Folge ist der HSG sehr gut gelungen. Warum ist es so gut gelaufen?

Allen voran, weil wir die Abwehr stabilisiert und im Zusammenspiel mit den Torhütern selten mehr als 25 Gegentore zugelassen haben. Im Angriff setzen wir unsere individuelle Klasse ein. Dazu eine gewisse Lockerheit und viel Spaß an der Sache – so sind wir in einen richtigen Flow gekommen.

Sie haben eine tragende Rolle im Innenblock und sind mit 76 Toren der erfolgreichste Kreisläufer der Liga. Über das halbe Jahr in Konstanz werden sie sehr glücklich sein.

Ich bin sehr zufrieden. Allerdings nicht wegen der vielen Tore. Vor allem, weil ich gesund geblieben bin und bis auf eines alle Spiele absolvieren konnte. Das gab es lange nicht, denn ich hatte immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen. Die Gesundheit ist für mich besonders schön. Meine Tore sind der Verdienst der gesamten Mannschaft. Ich werde mit Vorlagen auf höchstem Niveau perfekt eingesetzt. Diese muss ich nur noch verwerten. In dieser Form hatte ich dies in meiner bisherigen Karriere so noch nicht.

War die Rückkehr nach Balingen mit dem 29:24 der emotionale Höhepunkt?

Für mich war das ein besonderes Spiel mit vielen Wiedersehen. So eine Kulisse habe ich in meinen fünf Jahren in Balingen beim HBW II nicht erlebt. Ich habe schon damit gerechnet, dass uns einige Fans begleiten. Dass es dann über 200 werden, ist schon der Wahnsinn. Das spricht für den Verein, das Umfeld und die Begeisterung in Konstanz. Ich bin froh, dass wir gewonnen haben.

Was steht in der Vorbereitung an und wie weit ist der Weg zum Saisonziel?

Wir wollen das Geleistete in der zweiten Saisonhälfte bestätigen und mit guten Leistungen weitere Fans für uns begeistern. Dazu gilt es, uns athletisch auf ein noch höheres Niveau zu bringen. Am Wochenende werden dafür im Trainingslager wichtige Reize gesetzt. Ansonsten sehen wir von Spiel zu Spiel auf uns und was dann daraus wird.

Mit Auswärtsspielen in Pfullingen und in Pforzheim wartet kein leichter Start.

Diese beiden Gegner werden hoch motiviert sein – wir aber auch. Wenn wir unsere Leistung abrufen, haben wir gute Chancen. Doch das müssen wir von Anfang an zeigen. Wir werden uns gut vorbereiten, um topfit zu sein.

Welche Rolle spielt die gute Atmosphäre und der große Zusammenhalt im Team?

Beides ist entscheidend. Wir harmonieren als Team und sind an den Erfolgserlebnissen gewachsen. Wir sind zusammengerückt und haben uns aus einer schwierigen Situation zu Saisonbeginn herausgekämpft. Es wird jedoch wieder eine schwere Zeit kommen, in der wir dies aufrechterhalten müssen.

Fragen: Andreas Joas