Das letzte Drittliga-Heimspiel der HSG Konstanz am Samstag gegen Oppenweiler/Backnang bekommt beim SÜDKURIER-Spieltag einen feierlichen Rahmen. Fabian Wiederstein über Aufstiegsmodus, Lockerheit und Spaß, trotz Fokus auf die Relegation.

Wie zufrieden sind Sie mit dem, was der Osterhase Ihnen gebracht hat? Waren Ruhe und Kraft für die Entscheidung darunter?

(lächelt) Ich war bei meinen Eltern. Er hatte viel Freizeit für mich dabei, mit Freunden, Familie und Freundin. So konnte ich mich bestens erholen und den Kopf frei bekommen. Das war sehr wichtig und hat sehr gut getan. Der Osterhase kam zum richtigen Zeitpunkt.

Ist im Kopf der Schalter schon umgelegt Richtung Anspannung und Vorbereitung auf die Relegation?

Direkt nach Ostern begann die Vorbereitung. Ich freue mich richtig darauf. Jeder der Jungs hat Lust darauf, Gas zu geben. Jetzt geht der Fokus auf Eisenach. Wir haben drei Wochen. Bei allem Fokus dürfen wir allerdings nicht die Lockerheit und den Spaß verlieren. Sonst wird es nicht funktionieren.

War das 32:32 gegen Neuhausen als Weckruf hilfreich?

Wir waren emotional nicht bei einhundert Prozent und nicht bei der Leistung aus den Wochen zuvor. Wenn du jedoch nicht bei einhundert Prozent bist, wird es schwer, Spiele zu gewinnen. Dafür sind die Liga und Neuhausen zu gut. Auf der anderen Seite war es nach der Meisterschaft schwer, Fokus und Spannung zu halten. Wir haben die Pause gebraucht, konnten Wunden lecken und Verletzungen auskurieren. Das Spiel gegen Neuhausen war nicht gut, ich würde es aber auch nicht überbewerten.

Beim letzten Heimspiel ist einiges geboten. Was kann der Fan vom Duell mit Oppenweiler/Backnang erwarten?

Wir werden gut vorbereitet in das Spiel gehen. Der Fokus wird aber auf uns, nicht auf dem Gegner liegen. Wir wollen weiterkommen, uns spielerisch entwickeln, besser werden. Es klingt vielleicht blöd, aber: Die letzten beiden Spiele werden Tests unter Wettkampfbedingungen. Und dann wollen wir gut vorbereitet und mit einem guten Gefühl in die Aufstiegsspiele gehen.

Haben Sie nach dem Wechsel zur HSG mit solch einer Saison, 47:9 Punkten und Meisterschaft gerechnet?

Mit solch einem Saisonverlauf kann man nicht rechnen. Uns ist es gelungen, uns in der Runde konstant weiterzuentwickeln. Vor allem der Rückhalt durch die Fans hat mich sehr, sehr positiv überrascht. Ich hoffe, es geht so weiter. Unser großes Ziel ist der Aufstieg. Dann können wir wirklich von einer guten Saison reden und die Spielzeit krönen.

Macht sich schon Vorfreude auf die Spiele am 11. und 18. Mai breit, die ein Leben lang in Erinnerung bleiben?

Damit ist eigentlich schon alles gesagt. Wir freuen uns alle auf Spiele, die so noch keiner in seiner Karriere hatte. Es geht um sehr viel, die Hallen werden voll sein, die Stimmung ganz besonders. Das reizt jeden Sportler. Ich freue mich riesig darauf.

Bei den Fußball-Regionalligisten sorgt die Relegation zur 3. Liga seit Jahren für große Diskussionen und große Dramen. Auch in der 3. Handballliga wird ein Meister im Rennen um den Aufstieg auf der Strecke bleiben. Ein unglücklicher Modus?

Ich finde, jeder der vier Drittliga-Meister hat sich wie jeder andere Champion auch den Aufstieg verdient. Es hilft uns aber nicht, das jetzt blöd zu finden. Wir akzeptieren das und machen uns darüber keine Gedanken. Ich freue mich auf die Aufstiegsspiele und werde alles geben, dass es uns nicht erwischt. Die Bedeutung ist schon extrem. Ein Aufstieg in die 2. Bundesliga ist eine große Sache. Die Kulisse wird einmalig sein. Ich weiß, was in Eisenach und bei uns los sein wird. Dass wir Handball spielen können, haben wir bewiesen. Zudem müssen wir mental und körperlich topfit sein und in jeder Situation an uns glauben. Alles gepaart mit der Lockerheit und dem Spaß, der uns auszeichnet. Wie im Herbst und Winter, als wir einen tollen Handball gespielt haben. Wenn wir so aufspielen, bin ich sehr zuversichtlich.

Fragen: Andreas Joas