Am Samstag steigt für die HSG Konstanz das Relegations-Rückspiel zur 2. Handball-Bundesliga gegen Eisenach. Der Gesamtsieger steigt auf. Fabian Schlaich über die Ausgangslage, Aufholjagden und positiv verrückte Fans.

Herr Schlaich, was hat Sie nach dem 25:30 im Hinspiel am meisten geärgert?

Mich haben zwei Sachen gewurmt. Man hat in den ersten zehn Minuten gemerkt, dass Eisenach präsenter war. Die letzten 30 Sekunden waren besonders ärgerlich. Ein Siebenmeter an die Latte, ein Wurf zwei Sekunden vor Schluss aus großer Entfernung – und man hat trotz einer guten zweiten Halbzeit ein schlechtes Gefühl. Das tut etwas weh. Wir ziehen unsere Schlüsse daraus und werden die nicht einfache Aufgabe am Samstag angehen.

Womit war Eisenach der HSG voraus?

Man darf nicht vergessen, dass wir ein schweres Auswärtsspiel bestritten, trotz der überragenden Unterstützung von mehr als 200 HSG-Fans. Die große Erfahrung der Eisenacher hat sich vielleicht in sehr wenigen Fehlern bemerkbar gemacht. Sie haben ihre Chancen konsequent genutzt. In der zweiten Halbzeit waren wir ein, zwei Tore besser. Schade ist, dass wir durch die letzten Sekunden dennoch nur unentschieden in der zweiten Hälfte spielten.

Wie wichtig sind die Erkenntnisse aus dem Hinspiel?

Das ist eine ganz entscheidende Woche zwischen den beiden Spielen. Es ist schon etwas anderes, ob man den Gegner nur aus dem Video kennt oder genau weiß, was auf einen zukommt. Eisenach wird auch seine Schlüsse ziehen. Wir werden auf beiden Seiten ein anderes Spiel als vor einer Woche sehen.

Was bedeutet das Hinspiel-Resultat?

Eisenach ist im Vorteil. Fünf Tore sind nicht wenig. Jeder, der sich mit dem Handballspiel auskennt, weiß jedoch auch: Das ist kein Riesen-Wert. Wir haben noch alle Möglichkeiten. Wir müssen uns bewusst sein, dass wir die Hypothek nicht so schnell wie möglich aufholen müssen – dafür haben wir 60 Minuten Zeit. Es ist uns auch schon gelungen, fünf Tore in einer Halbzeit zu drehen. Wir wollen mutig sein, unsere Chancen besser nutzen, keine Fehler machen und im richtigen Moment da sein. Dann ist alles möglich.

Welche Rolle können die Fans spielen?

Wir brauchen jede Unterstützung. Die Schänzle-Hölle pusht noch einmal. Das kann uns zehn bis 15 Prozent mehr Kraft geben. Wir sind daheim vor unseren Fans in der Lage, noch einmal über unserem normalen Niveau zu spielen. Ich möchte unseren Fans nur sagen: Kommt alle in die Halle, gebt Gas, pusht uns. Ihr seid extrem wichtig für uns.

Steigt die Aufregung bei einem erfahrenen Spieler wie Ihnen ?

Es ist die erste Relegation für alle. In dieser Situation sind wir unerfahren. Wir hatten in den vergangenen Jahren aber schon einige Endspiele, in denen es um alles ging. Dort haben wir bewiesen, dass wir in entscheidenden Duellen da sind und dass wir sie für uns entscheiden können.

Die HSG Konstanz steigt in die 2. Bundesliga auf, weil…

… wir eine unglaublich geile Halle im Rücken haben und als Team alles unternehmen werden, um dieses Ziel zu erreichen.

Fragen: Andreas Joas

Rund ums Relegationsspiel

  • Die HSG-Fans sind aufgerufen, gelb gekleidet in die Schänzlehalle zu kommen, als „Gelbe Wand“ ihr Team zu unterstützen.
  • Damit das Event einen unvergesslichen Rahmen für möglichst viele Zuschauer bekommt, wird in der Nebenhalle das Spiel auf einer großen LED-Wand übertragen. Für den Eintritt wird eine Sicherheitsgebühr von zwei Euro erhoben.
  • Der Erlös sowie alle Spenden gehen an die Forschung zum Rett-Syndrom, an dem die kleine Chiara Lyan aus Kreuzlingen leidet, sowie an den an Krebs erkrankten jungen Lukas Träger aus Litzelstetten. A2r:media stellt Technik und Mitarbeiter zur Verfügung. „Wir hoffen“, sagt Geschäftsführerin Andrea Riegel, „dass viele Fans kommen und ein wichtiger Beitrag für die beiden Kinder gesammelt werden kann.“ HSG-Präsident Otto Eblen ergänzt: „Das Schicksal der beiden Kinder bewegt uns sehr. Wir alle sind aufgerufen, ihnen zu helfen.“
  • Spendenkonto Rett-Syndrom:
    IBAN CH83 0078 4014 5094 2200 5, Gian Vito Diliso, Kreuzlingen, Rubrik „Chiara Spende Rett“.
  • Einen Gastrobereich gibt es vor der Halle, auf dem Sportplatz die „Eisenach-Arena“. (joa)