Handball, Aufstiegsspiel zur 2. Bundesliga

HSG Konstanz

ThSV Eisenach

26:29 (14:15)

Der erste Anlauf ging daneben, aber noch ist der Aufstieg in die 2. Bundesliga für die HSG Konstanz ja möglich. Weil der Meister der 3. Liga Ost, der ThSV Eisenach, in beiden Spielen das bessere Team war und nach 120 intensiven Minuten acht Tore mehr erzielt hatte, müssen die Konstanzer Handballer versuchen, in zwei Alles-oder-Nichts-Spielen den Meister der 3. Liga Nord auszuknocken. Empor Rostock verlor gestern in eigener Halle mit 22:24 gegen die HSG Krefeld und verspielte damit den 24:23-Vorsprung aus der ersten Partie beim Meister der 3. Liga West.

Guter Beginn für die HSG

„Das Hinspiel war scheiße und das Rückspiel auch“, wählte Paul Kaletsch in der ersten Enttäuschung derbe Worte – nachvollziehbar, aber nicht ganz richtig. Zumindest die zweite Halbzeit bei der 25:30-Niederlage in Eisenach war absolut in Ordnung, mit etwas mehr Fortune hätte das Ergebnis dort um zwei Tore günstiger ausfallen können. Und auch der Start ins Rückspiel in der mit 1800 Zuschauern ausverkauften Schänzlehalle war gut. 1:0 Tim Jud, Parade Simon Tölke, 2:0 Joschua Braun nach gerade mal eindreiviertel Minuten, und hätte nach Balleroberung Juds Pass im Tempogegenstoß Samuel Wendel erreicht, es wäre sogar ein 3:0 möglich gewesen. Aber der Ball flog über Wendel hinweg ins Aus – und die große Hektik schlich sich so nicht ein bei den Eisenachern. Nach achteinhalb Minuten stand es 4:4, der erste Ansturm der Konstanzer war verpufft.

Fragwürdige Schiedsrichterentscheidung

Es folgte eine entscheidende Minute. Erst bekam Justin Mürköster eine Zwei-Minuten-Strafe und nur 13 Sekunden später diskutierten die Schiedsrichter, ob sie Duje Miljak für einen Schlag an Gurgel und Kinn von Kaletsch eine weitere Zeitstrafe oder Rot geben sollen. Julian Köppl und Denis Regner aus dem DHB-Elitekader, die die Partie gut im Griff hatten, wählten die mildere Bestrafung für den Gäste-Akteur – eine fragwürdige Entscheidung. Eisenachs Trainer Sead Hasanefendic, der nach der Partie von „einigen Abwehrproblemen meiner Mannschaft“ in der Anfangsphase sprach, war froh, dass ihm sein Abwehrchef nicht verlustig ging.

Gäste übernehmen das Spiel

Aus der Sechs-gegen-Vier-Situation hätte die HSG Kapital schlagen müssen, aber es gelang ihr nur das 5:4. Vier weitere Gelegenheiten, nachzulegen auf 6:4 oder gar 7:4, ließen die Schützlinge von Trainer Daniel Eblen ungenutzt. „Wir waren nie am Optimum“, meinte Tom Wolf. In der 14. Minute hieß es 5:5 und ab da bekamen die Gäste das Geschehen in den Griff. Zur Halbzeit stand es 14:15, und weil den Blaugelben auch der Auftakt der zweiten Halbzeit misslang, führte Eisenach bald mit vier Toren Differenz. Diesen Abstand verwalteten die Thüringer, einmal (21:26) lagen sie sogar mit fünf Treffern in Front, ehe es den Konstanzern noch gelang, das Ergebnis freundlicher zu gestalten. „Eisenach ist verdient aufgestiegen“, sagte Daniel Eblen und attestierte den Ostdeutschen, „ein unglaublich abgezocktes Team“ zu sein. Dies zeigte sich in beiden Partien vor allem in der Eiseskälte, mit der die ThSV-Akteure bei angezeigtem Zeitspiel agierten. Immer wieder gelangen ihnen Tore, nach dem vorletzten oder gar final erlaubten sechsten Pass. „Wir dagegen haben in solchen Situationen zu früh, zu hektisch abgeschlossen“, kritisierte der HSG-Coach.

Gegen Rostock nochmal alles geben

Aufgeben ist keine Option. Und so war es, nachdem er sich gefangen hatte, wieder Paul Kaletsch, der für die Partien gegen Rostock die Parole ausgab: „Jetzt polieren wir die Rüstung, richten
unsere Helme und dann geht es vorwärts.“ Mit Blick auf das Gänsehaut-Erlebnis richtete er noch einen Appell an den HSG-Anhang: „Ich möchte mich bei den Fans bedanken. Aber auch ihr habt noch keine Sommerpause, wir brauchen euch noch zweimal.“

HSG Konstanz: Tölke (4 Paraden), M. Wolf (1 P.) – Stotz, Schlaich (2), Hild, T. Wolf (2), Wiederstein (4), Kaletsch (7/3), Krüger (1), Maier-Hasselmann, Braun (4), Jud (3), Keupp (1), Wendel (2), Volz, S. Löffler. – Zuschauer: 1800.