Fußball, Bezirksliga: Spielen unter Flutlicht wird gern ein besonderes Flair nachgesagt. Als wollten sie den Beweis für diese Binsenweisheit antreten, lieferten am vergangenen Freitagabend der FC Uhldingen und der TSV Aach-Linz einen echten Bezirksliga-Krimi ab. In einem Spiel mit vier Führungswechseln und vier Ausgleichstreffern siegte Aach-Linz 6:5 durch zwei späte Tore in der Nachspielzeit.

„Das war schon nervenaufreibend“, gibt TSV-Coach Patrick Hagg zu. „Der Spielverlauf war einfach nur Dramatik pur – die Freude nach dem entscheidenden Tor war dann unbeschreiblich. Solche Szenen habe ich auf unserer Auswechselbank noch nie gesehen.“ Den Ausgleichs- und Siegtreffer hatten sich die Gäste durch eine veritable Schlussoffensive erarbeitet. „So genau planen kann man das natürlich nicht, aber wir wussten, dass es aufgrund einiger Unterbrechungen wahrscheinlich eine längere Nachspielzeit geben würde und wollten noch einmal alles nach vorne werfen“, sagt Hagg. „Die letzten Minuten hatten wir sechs nominelle Stürmer auf dem Platz.“ Zu den besonderen Geschichten des Abends gehörte auch, dass Trainer Hagg den Doppeltorschützen Thomas Restle erst in der 88. Minute eingewechselt hatte. Doch damit nicht genug, denn aus gleich mehreren Gründen hätte der Edel-Joker seinem Trainer beinahe nicht zur Verfügung gestanden. „Thomas ist 43 Jahre alt und wollte seine Karriere vor dieser Saison eigentlich beenden – nur aufgrund unserer angespannten Personallage hat er sich bereit erklärt, noch einmal eine Saison auszuhelfen“, verrät Hagg. „Zudem hätte er am Freitag Nachtschicht gehabt und hat sich extra für dieses Spiel freigenommen – deshalb freut es mich so sehr für ihn, dass dieser Einsatz für das Team belohnt wurde.“

Dem Coach selbst hätte allerdings auch ein weniger spektakuläres Spiel gefallen. „Als Trainer gewinnt man durchaus auch mal gerne souverän mit 2:0, weil man dann weniger Fehler gemacht hat“, gesteht er ein. „Aber natürlich kann Fußball nicht dramatischer und schöner als diese Partie sein. Beide Mannschaften haben mit dem Ball sehr gut gespielt und gegen den Ball große Lücken offenbart – das Spiel hätte auch 10:9 ausgehen können.“ Beeindruckt zeigt sich Hagg vor allem von der mentalen Stärke seines Teams. „Wir haben in Rückstand immer die Ruhe und einen kühlen Kopf bewahrt“, lobt er. „Das spricht für meine Mannschaft.“

Nun hofft er, den Abstand zu den unteren Tabellenregionen vergrößern zu können. „Wir haben große Personalsorgen und Schwierigkeiten, einen echten Konkurrenzkampf herzustellen“, so Hagg. „Deshalb bin ich mit unserer aktuellen Platzierung zufrieden – für uns geht es jetzt darum, unsere Idee vom Spiel weiterzuentwickeln und nicht unten reinzurutschen.“