Volleyball, Bundesliga, 1. Finale: VfB Friedrichshafen – Berlin Recycling Volleys (Donnerstag, 20 Uhr, ZF Arena). – Zum 21. Mal in Folge wird der deutsche Volleyball-Meister aus Friedrichshafen oder Berlin kommen. Das steht schon vor der Finalserie 2018 fest. Langweilig könnte man das nennen, doch VfB-Trainer Vital Heynen sieht das ein wenig anders, denn auch andere Teams können den beiden Finalisten das Wasser reichen. „Berlin hatte doch ziemliche Probleme im Viertelfinale gegen Lüneburg, und auch die beiden Halbfinals waren knapper, als es die Ergebnisse auf den ersten Blick zeigen“, sagt er. „Natürlich wäre mal ein anderes Team im Finale gut. Auch wenn das jetzt nicht unbedingt wir sein müssen, die vorher ausscheiden.“

Letzteres sagt Heynen mit einem Augenzwinkern. Er hat gute Laune und weiß um die Stärke seines Teams. Fünf Spiele haben die Häfler in dieser Saison schon gegen Berlin absolviert und alle gewonnen. Sowieso konnte nur Zaksa Kedzierzyn-Kozle den VfB knacken. Deshalb wäre das Rezept der Berliner jetzt im ersten Finale recht einfach: wie Zaksa spielen und Friedrichshafen in die Knie zwingen. Wenn es denn so leicht wäre. „Klar kann Berlin wie Zaksa in der ZF Arena auftreten, und dann verlieren wir wahrscheinlich auch“, erklärt Heynen mit Blick auf die fast 80 Prozent Angriffsquote der Polen in der Champions League. „Ob Berlin allerdings diese Qualität besitzt – mal schauen.“

Der Belgier hat ein ganz gutes Gefühl für die finale Serie. Zuletzt verlor sein Team in den letzten beiden Spielen der vergangenen Saison gegen die Hauptstädter. Damals wurde Berlin Meister, auch weil Paul Carroll und Robert Kromm nach verbesserungswürdigen Leistungen in der Hauptrunde im Finale ein Schippchen drauf packen konnten. „Wenn Robert und Paul diesen Schritt jetzt wieder machen können, dann können diese beiden Topspieler eine Partie auch mal entscheiden“, so Heynen. „In dieser Saison haben sie das aber noch nicht geschafft. Auch nicht in der Champions League.“

Ganz im Gegenteil. Berlin ist für Heynen weiter „die Mannschaft mit den besseren Einzelspielern“. Seine Truppe trete allerdings „als Mannschaft“ auf – ein deutlicher Vorteil aus Heynens Sicht. „Wir werden unser Spiel machen, und dann bin ich auch für Donnerstag sehr zuversichtlich“, sagt er. „Die Mannschaften kennen sich und werden sich jetzt auch im Finale nicht wirklich überraschen können.“

Als Vorrundenerster hat Friedrichshafen einen wichtigen Vorteil. In der „best-of-five“- Serie haben sie das erste und im Zweifel auch das entscheidende Spiel in eigener Halle. „Das werden sicher spannende und hochklassige Spiele“, verspricht Vital Heynen dem Publikum. „Wir werden aber auch jeden Einzelnen in der Halle brauchen, um diesen Heimvorteil zu nutzen. Nur so können wir Meister werden. Kommt in die Halle und helft uns.“ (gek)