Herr Klose, wie hat Ihr Team die Finalniederlage gegen den FC 08 Villingen verdaut?

Natürlich hat das ein bis zwei Tage gedauert, denn wir waren fest davon überzeugt, gewinnen zu können. Aber schon beim Training am Dienstag war die Stimmung wieder besser. Und seit Mitte der Woche sind wir wieder optimistisch, denn wir wissen, dass wir am Samstag Vereinsgeschichte schreiben können – wenn wir aus unseren Fehlern lernen.

Oft geht man aus so einer Niederlage noch motivierter heraus. Kommt jetzt in Offenburg die Trotzreaktion?

Ich denke schon, dass man aus so einer Niederlage auch etwas Positives herausholen kann. Aber jeder von uns weiß, um was es am Samstagmittag geht, sodass wir ohnehin extrem motiviert sind.

Steckt im Hinterkopf ein klein wenig der Gedanke an die Gefahr, am Ende einer solch intensiven Saison mit leeren Händen dazustehen?

Eher weniger, denn in so einer Phase sollte man positiv denken. Man sollte daran denken, dass wir einen Zehn-Punkte-Rückstand auf den Freiburger FC aufgeholt haben und dass wir uns so in diese geile Ausgangssituation gebracht haben. Und dann werden wir am Samstag diese Saison auch entsprechend beenden. Zweifelsfrei ist der Offenburger FV ein starker Gegner, aber wir werden da mit breiter Brust antreten und dem Gegner wieder unser Spiel aufdrängen. Und dann bin ich zu 100 Prozent sicher, dass wir gewinnen werden.

Im Falle des Aufstiegs, ob als Meister oder gegebenenfalls über die Aufstiegsrunde: Kann man aus dem Pokalfinale auch Schlüsse ziehen, was Ihre Mannschaft in der nächsten Saison erwartet? Das Tempo und das Spiel, das dafür sorgt, dass der 1. FC Rielasingen-Arlen in der Verbandsliga so souverän aufspielt, hat ja gegen einen Oberligisten nicht gereicht.

Man hat klar gesehen, dass der FC 08 Villingen robuster und einen Tick schneller war. Das ist ja auch keine schlechte Oberligamannschaft. Aber gegen Bahlingen konnten wir uns im Pokal durchsetzen. Aber es stimmt schon, das war auch ein Fingerzeig, was uns in der Oberliga erwartet. Mit dieser Robustheit und diesem Zweikampfverhalten haben wir nicht gerechnet, weil wir das aus der Verbandsliga so nicht kennen.

Wie entspannt man sich nach einer solchen Runde mit einer furiosen Aufholjagd in der Liga und dem Einzug ins Pokalfinale?

Wir können noch gar nichts planen, da es ja noch ein Worst-Case-Szenario mit einer eventuellen Aufstiegsrunde gibt. Aber wenn am Samstag alles gut laufen sollte, dann wollen wir als Mannschaft am darauffolgenden Wochenende nach Mallorca fliegen. Privat habe ich noch gar nichts für die Sommerpause geplant.

Fakten zum Endspiel in Offenburg

  • Die Ausgangslage: Der 1. FC Rielasingen-Arlen ist Tabellenführer und hat in der Rückrunde außer einem Remis (0:0 beim Freiburger FC) alle Spiele gewonnen. Mit einem weiteren Sieg in Offenburg wäre daher alles klar, Titel und Aufstieg wären gesichert. Dank des Torverhältnisses könnte sich der 1. FC sogar eine Niederlage leisten, wenn der FFC zeitgleich beim Tabellenvierten SV Kuppenheim nicht gewinnt.
  • Bisherige Spiele gegen den Offenburger FV: Das Hinspiel endete mit einem deutlichen 5:1-Sieg, obwohl der OFV lange gleichwertig war. In der Saison 17/18 gewann Rielasingen ebenfalls das Heimspiel (2:1), in Offenburg gab es eine 0:4-Niederlage. Und auch das Gastspiel zuvor in der Ortenau ging verloren (1:3 in der Saison 15/16).
  • Die Aufstiegsspiele: Kein Glanzstück aus südbadischer Sicht: Die letzten beiden Male scheiterte jeweils der Freiburger FC, im Vorjahr denkbar knapp. In der Saison 2015/16 schied der 1. FC Rielasingen-Arlen bereits in der ersten Runde gegen Weinheim aus, und auch für den FC Radolfzell war im Jahr 2015 in der ersten Runde Endstation. 1997 setzte sich der FC Singen 04 gegen den FV Ravensburg durch. (jr)