Segeln: Mehr als 300 Boote werden zur 69. Auflage der Nachtlangstrecken-Regatta „Rund Um“ vor Lindau erwartet. Los geht es am Freitag, 21. Juni, um 19.30 Uhr. Mit dabei werden neben den Vorjahressiegern auch etliche andere Crews sein, die mit ihren schnellen Katamaranen gute Chancen auf den Sieg bei der Regatta haben. Derzeit gibt es gerade vor Lindau und Bregenz sehr große Treibholzfelder, doch die Verantwortlichen des Lindauer Segler-Clubs (LSC) hoffen, dass das Holz bis zur Regatta weg ist und wenig Neues dazu kommt.

Holz hofft auf weniger Holz

„Wir gehen davon aus, dass jetzt nicht mehr so viel Holz kommt. Das wäre sonst in der Nacht gerade für die schnellen Yachten der ersten Startgruppe, die bis zu 50 Stundenkilometer schnell sein können, ein echtes Problem“, meint LSC-Vize und Wettfahrtleiter Achim Holz. Bislang haben für die beliebte Langstrecke, die rund 100 Kilometer von Lindau über Romanshorn, Konstanz, Überlingen und wieder zurück nach Lindau führt, bereits 150 Teilnehmer gemeldet. Das ist nach Auskunft von Meldechefin Petra Guinand ein guter Zwischenstand drei Wochen vor der Rund Um. Neben dem Vorjahressieger Sammy Smits werden auch der Bregenzer Fritz Trippolt, Armin Schmid und der Schweizer Albert Schiess wieder an den Start gehen. Alle haben die Rund Um schon einmal gewonnen, und alle segeln mit schnellen Katamaranen, also Mehrrumpfyachten.

Schwebende Boote

Schwer einzuschätzen ist laut Achim Holz der Schweizer Spitzensegler Eric Monnin, der mit seinem nur 850 Kilo schweren Einrumpfboot „Gonet“ an den Start gehen wird. Bei ausreichend Wind kommt das acht Meter lange Boot aus dem Wasser und die Mannschaft steht im Trapez. Für zusätzlich Tempo sorgen die sogenannten Foils. Die sehen nicht nur aus wie Flügel, sie funktionieren auch wie die eines Flugzeuges. Bei ausreichend Geschwindigkeit wird Auftrieb erzeugt, der dafür sorgt, dass der Bootsrumpf aus dem Wasser abhebt und das Boot über der Wasseroberfläche zu schweben scheint. Durch die geringere Auflagefläche auf dem Wasser bekommt das Boot zusätzlich Tempo – was aber, falls eine schnelle Wende erforderlich sein sollte, auch tückisch sein kann und das Boot zum Kentern bringen könnte. Ob die Schweizer bei optimalen Windbedingungen den Streckenrekord von vier Stunden und 41 Minuten aus dem Jahr 2008 knacken können, wird sich zeigen. Insgesamt haben die Segler 24 Stunden Zeit, um ins Ziel nach Lindau zu kommen.

Großes Rahmenprogramm

Nicht nur der Start vor Lindau, der auch in diesem Jahr wieder live moderiert wird, ist ein imposanter Anblick. Auch das Rahmenprogramm an Land lässt sich sehen mit Livemusik und Feuerwerk, das am Samstag um 22.45 Uhr auf dem See vor dem Lindauer Hafen gezündet wird. In der Rund-Um-Nacht gibt es im LSC-Zelt laufend Infos darüber, welche Boote in Führung liegen. Erstmals werden alle teilnehmenden Yachten mit einem Trackingsystem ausgestattet. Dadurch ist es möglich, mit Hilfe einer Handy-App zu sehen, wer gerade die Nase vorne hat.